Hl 8 Ddilon-Barrot
l'Auxerrois aus. Der Minister Montalivet berief die Makes, welche sich zumPräfecten begeben sollten, in sein eignes Hotel, beklagte sich dann vor der Kammerüber O.-B., der nichts zur Wiederherstellung der Ruhe gethan habe, dieser aberwies die Vorwürfe zurück und bemerkte, daß er beim Ausbleiben der Maires alsPrivatmann zur Ordnung mitgewirkt, daß er allein die Priester bewogen, nach derZerstörung des erzbischöflichen Palastes in Paris zu bleiben und schon Tags daraufdie Messe in Notre Dame zu lesen; übrigens sei es ja dem Minister leicht, sich Gc-nugthuung zu verschassen. Stolz entgegnete Montalivet: „Wie? Sie spielennoch den Beleidigten ? Es wäre ja eher denkbar, wenn man von oben herab empfind-lich wäre als von unten herauf." O.-B. verließ die Präfectur. Nur auf die Bittedes Königs, er möge nicht die letzten Bande, die ihn an die Regierung knüpften,auflösen, blieb er noch Mitglied des Staatsraths und glaubte es um so eher zudürfen, als damals noch die freisinnigen Manner Laffi'tte und Merilhou in derVerwaltung waren. Der Hof wünschte sich des energischen Redners auf eine güt-liche Art zu entledigen. Sebastian! rühmte ihm das schöne Klima Konstantinopelsund bot ihm die dortige Botschafterstelle an, sie ward aber ausgeschlagen, wie auch diePräsidentschaft desStaatsraths. Laffi'tte bemühte sich daher,O.-B. ins Ministeriumzu ziehen, als die Verwickelungen in Italien Laffi'tte's Sturz herbeiführten. DieRegierung schwankte zwischen Perier und O.-B. Perier sagte in einer Gesellschaft zuihm: „Unsere beiden Systeme stehen jetzt einander gegenüber, einer von uns wirdMinister." Man lachte und scherzte über die Meinungsverschiedenheit; bald aberward die Theorie zum heftigen Streit, und Tags darauf warPcrier Minister. O.-B.unterzeichnete die Association gegen die altern Bourbons. Perier verbot den Verein,O.-B. verharrte bei seiner Unterschrift und verlor seine Stelle als Staatsrath. NachAuflösung der Kammer von vier Departements zugleich wiedererwahlt, hielt er die be-rühmte Rede gegen die Erblichkeit der Pairs, unterzeichnete die Protestation gegenden von Montalivet in einer geschriebenen Rede gebrauchten Ausdruck „Untercha-nen" und trat überhaupt gegen Perier's Politik auf. Ohne wie Mauguin undLamarque anzurathen, daß man der gefürchteten Invasion des Auslandes durcheinen Angriff zuvorkomme, betrachtete er doch die Verträge von 1814 und 1815als aufgezwungen; er wollte diese Vertrage nicht umgestürzt, aber ein kraftiges Sy-stem befolgt wissen, verlangte die Nationalität Polens und freisinnige Verfassungenfür Deutschland und Italien. Als Advocat sprach er gegen die von der Policei an-gestifteten Embrigademens vom 14. Jul. 1831 und für Carrel, Redacteur des„National", welcher verlangte, daß die Zeitungschreiber nicht ohne richterlichesUrtheil präventiv verhaftet werden sollten. In beiden Processen war er siegreich.Während Perier's Verwaltung und unter dem Ministerium, das nach defsinTode gebildet wurde, blieb er einer der kräftigsten Wortführer der Opposition, unsentwickelte im Apr. 1832 seine Ansicht von Frankreichs Lage in einem merkwür-digen Schreiben an den Deputirten Kachlin, worin er das von Thiers vertheidigteSystem beleuchtete. (Vgl. Frankreich.) Er gehört zu den 39 Deputirtenvon der Opposition, die im Mai 1832 in Paris sich versammelten, um sichüber die Lage des Landes zu berathen, und war Mitglied des Ausschusses, dem dieEntwerfung des berühmten (Campte renckn aufgetragen wurde. Während des Auf-standes am 6. Iun. begab er sich mit Arago und Lassitte zu dem Könige, um ihn zubitten, das seit Perier's Eintritt in das Ministerium befolgte System aufzugeben unddurch Festhalten an den Grundsätzen der Revolution neuen Zwiespalt zu verhüten.In den Verhandlungen vor dem Cassationsgerichtshof über die von dem Kriegsge-richte gefällten Urtheile am 29. Iun. führte seine kräftige Rede die Entscheidungherbei, welche die Aufhebung des Belagerungszustandes von Paris zur Folgehatte. Als er später durch das südliche Frankreich reiste, erklarte sich die öffentlicheMeinung für ihn so günstig, als sie sich den zurückkehrenden Deputirten von d.c