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Dritter Band (1833) M bis R
Entstehung
Seite
317
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Odilon - Barrot

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sammlungen von Carbonaci ihren Sitz hatte, protestirte O.-B. nur in seinen öffentli-chen Reden und durch die Presse gegen das System der Regierung und nahm anden politischen Verbindungen keinen Antheil; als sich aber die Verschwörungjn gesetzmäßigen Widerstand umwandelte, wurde er Mitglied des Vereinsfür die Preßsreiheit und blieb darin bis zur Aufhebung der Censur. Die Her-ausgeber des<ZIobe", Dubois, Duvergier und Andere, stifteten darauf die Ge-sellschaft /ilde-toi, le ciol t'aicleru, deren erste Sitzungen in dem Haufe des abge-setzten Professors und jetzigen Abgeordneten Dubois gehalten wurden; O.-B. wurdeMitglied des Ausschusses. Auch nahm er Antheil an der 8<>ci«tL Ues sciencesnwrale« et pc>!iti<p«es, einer ursprüglich wissenschaftlichen Gefellschaft, worin aberbereits zwischen ihm und Comte einerseits, und andererseits Broglie, Guizot undandern Doctrinaires jene Meinungsverschiedenheit sich zeigte, die seitdem von derfriedfertiger» Theorie in die heftigere Ausübung überging. Unter Martignac'sMinisterium wurden im Marsfaale jene berühmten reunians electarales gehal-ten, deren Zweck war, freisinnige Candidaten für die Wahl zu bezeichnen, und O.-B.ward Viceprasident dieses Vereins. Unter Polignac endlich, als die Negierungsich zu dem Staatsstreiche vorbereitete, versammelten sich die ausgezeichnetstenMitglieder der Opposition, 7800 an Zahl, zu einem Gastmahl in dem SaaleVendanges df Bourgogne; O.-B. hielt eine Anrede, stellte die politische Umwälzungals unvermeidlich dar, bezeichnete die Mitglieder, die nöthigenfalls zur pariser Mu-nicipalität berufen werden könnten, und die von ihm bezeichneten Manner bildetenzwei Monate später die Municipalcommission im Stadthause. Als die Ordon-nanzen erschienen waren, befand sich O.-B. am 27. Iul. in derDeputirtenversamm-lung, welche bei Cadet-Gasft'courr den Aufstand organisirte, drang am 29. bei Laf-sitte auf die Bildung der Municipalcommission, wurde von den Abgeordneten zumSecretair derselben erwählt, begab sich nach dem Stadthause, war eins der thätig-sten Mitglieder der genannten Commissi'on und wurde von Lafayette zu den nun-mehr im Palast Bourbon vereinigten Abgeordneten geschickt, um zu erklären, daßvor Erwählung des Reichsstatthalters die Rechte der Nation stipulirt werden soll-ten. Er wurde darauf vom Herzog von Orleans beauftragt, KarlX. nach Cherbourzzu geleiten, und brachte es durch seine Klugheit dahin, den noch von 19,090 Sol-daten und 49 Kanonen umgebenen König zum Abzüge von Rambouillet und zurAbdankung zu bewegen. Als er noch in Cherbourg war, ernannteihn die Regierungzum Präsecten des Seinedepartements, welchen Posten Alexandre de Laborde provi-sorisch bekleidete. Er kehrte nach Paris zurück, fand unterwegs in Saint-Lo denverhafteten Polignac, der ihn um eine Unterredung ersuchte und ihn zu seiner Ver-teidigung auffoderte; als Präfect und Staatsrath aber konnte O.-B. auf diese Bittenicht eingehen. Zur Präfectur gelangt, bemühte er sich, viele Misbrauche undSinecuren abzuschaffen. Es gelang ihm, zur Stillung der Unruhen bei Vincen-nes und in Paris während des Processes der Exminister viel beizutragen. DieMinister wurden neidisch auf ihn. Als er bei dem Auflauf am Palais royal einenAufruf an das Volk erließ, worin er dasselbe zur Ruhe auffoderte, allein zugleichdas Verfahren des Ministeriums als inappoi tun bezeichnete, verlangte das Mi-nisterium die Abfetzung des Präfecten mit der Drohung, es werde sonst selbst ab-danken. Der König wollte aber den Präfecten nicht entsetzen, Guizot und Periertraten daher aus der Verwaltung, und Lafsi'tte wurde Präsident des Conseils. DerKamps des Präfecten gegen Guizot und die Doctrinaires dauerte in der Kammerfort; mit zermalmenden Worten bezeichnete er dort Guizot's Quasi'legimität, underhob sich für die Bildung einer Nationalgarde in den Cantonen, für die Erwäh-lung von Municipalräthen durch das Volk, für alle Maßregeln, welche den Doctri-!>ailes zuwider waren, der Regierung aber die Volksgunst verschaffen konnten.Nun brachen im Febr 1831 die karlistischen Unruhen in derKircheSt.-Germain