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Dritter Band (1833) M bis R
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Odeleben

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Loos, am Abende des verhängnißvollen 14. Ott., als noch Auftrage ihn auf demSchlachtfelde zurückhielten, und sein Pferd verwundet wurde, durch die Hufarendes neunten französischen Hufarenregiments gefangen gemacht, um gleich den übri-gen sächsischen Offizieren am folgenden Morgen vor den Kaiser Napoleon gebrachtzu werden, worauf sammtkiche Offiziere auf ihr Ehrenwort wieder entlassen wurden.Die Auflösung eines großen Theils der Cavalerie und die eingetretenen Veränderun-gen brachten bei Vielen eine große Niedergeschlagenheit hervor. Man sah unruhigder Zukunft entgegen. Die politischen Ereignisse hatten auch auf das Schicksal derFamilien den wesentlichsten Einfluß; so wurde durch die Wendung der Dinge inSachsen und durch dringende Vorstellungen seines Vaters, dessen Alter sich im-mer mehr trübte, O.'s Entschluß herbeigeführt, 1807, als die neue Aera für diesächsischen Truppen noch nicht begonnen hatte, aus dem Militärdienst zu scheidenund sich der Bewirthschaftung eines kleinen Gutes zu widmen. Als jedoch nach dembald erfolgten Tode seines Vaters i>er Zustand aller Begüterten in Sachsen undnamentlich auch der mit großen Lasten beschwerten Familie O. durch die Fortdauerdes Krieges immer bedenklicher wurde, so erwachte die alte Neigung zu dem frü-hern Stande, und O. trat 1812, kurz nach dem Ausbruche des Krieges gegenRußland wieder in Militärdienste, indem er nach seinem frühern Patent alsRittmeister eine Anstellung im Generalstabe erhielt. Er wohnte dem Feldzuge inVolhynien beim siebenten Armeecorps unter Reynier bei, ward von diesem erfahre-nen Feldherrn häufig zur Aufnahme jener wenig gekannten Gegenden gebraucht undnahm Antheil an allen Gefechten, wo Reynier's Kenntniß die sächsischen Truppenoft so tresslich leitete, oft aber auch großer Gefahr aussetzte. Im März 1813,nachdem der Ausgang des Feldzugs die sächsischen Krieger wieder auf den heimat-lichen Boden zurückgeführt hatte, erhielt O. nach erfolgter Ernennung zum Ma-jor die Bestimmung, den Kaiser Napoleon, welcher einen sächsischen Offizier zuseinem unmittelbaren Dienste verlangt hatte, auf dessen Feldzug in Sachsen zu be-gleiten. Durch den Marschall Duroc am 30. März in Paris dem Kaiser vorge-stellt, blieb er nunmehr wahrend des ganzen Feldzugs in dessen Gefolge und wardurch seine persönlichen Dienstleistungen bei Napoleon, zugleich als in^enieur xea-grelle, die Mittelsperson zwischen dem kaiserlichen Hauptquartier und den sachsi-schen Behörden. Als Mitglied der maisou 3e 1'empereur war er ag den Groß-marschall Duroc und späterhin an den Großstallmeister Caylainconrt gewiesen undstand mit dem topographischen Cabinet in Verbindung. Er nahm an allen Schlach-ten und Marschen Napoleon's in jenem entscheidenden Feldzuge theil und blieb andas Schicksal des großen Mannes gefesselt, bis nach der Schlacht bei Leipzigund dem Rückzüge über Weissensels, wo ihn dann auf sein besonderes AnsuchenNapoleon von Erfurt aus mit Beweisen und mit dem Ausdrucke wahrhaftenWohlwollens sowie unter glänzenden Zusagen entließ. Obschon O. der Vorschlaggemacht ward, Napoleon noch weiter zu begleiten, so hielt er sich doch streng anden ihm ertheilten Auftrag und wünschte, da er wahrend des Feldzugs zum Oberst-lieutenant und königl. Flügeladjutanten befördert worden war, die Befehle des Kö-nigs zu vernehmen. Der König von Sachsen war aber bereits als Gefangenernach Berlin abgeführt; und als die Angestellten der provisorischen Regierungeines nach Berlin adressirten Schreibens sich bemächtigt hatten, ward O., derohnehin wegen seiner Verhältnisse im französischen Hauptquartier den russischenBehörden verdächtig erschien, bei Nacht verhastet, nach Leipzig abgeführt unddort über seine Verhältnisse vernommen. Er blieb eine lange Zeit unter speciellerAufsicht, vorzüglich weil ihm der Transport der topographischen Aufnahme Sach-sens nach Paris vor dem Beginn des Feldzugs anvertraut worden war. DurchUmsicht, Verschwiegenheit und Einverstandniß mit einem hohen diplomatischenBeamten wurde dieser Schatz, von welchem O. nur 17 Blätter in Paris abgege-