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Dritter Band (1833) M bis R
Entstehung
Seite
311
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O'Connell

3N

sich erhob, 5er den Austand des Ackerbaues in Irland blühend genannt und behaup-tet hatte, es wäre kein Elend in den nördlichen Grafschaften. Im März löste ersein Wort, einen Angriff auf die Union zu machen, als er eine Bittschrift derStadt Drogheda übergab und unterstützte. Der ungünstige Erfolg seines Versu-ches entmuthigte ihn nicht, und er gründete alsbald einen Verein in Dublin, dersichdie Freunde Irlands von allen Glaubensbekenntnissen" nannte. In einemAufruf an das Volk, der zu einträchtigem Zusammenwirken ermahnte, stellte erdie Aufhebung der Union als das Mittel dar, allen Bedrückungen des Volkeß einEnde zu machen. Diese Bemühungen gaben der Zwietracht neue Nahrung. DerStatthalter, der Herzog von Northumberland, befahl die Auflösung des Vereins.O'C. ermahnte seine Freunde, dem Gebote zu gehorchen, und schlug die Stiftungeines neuen Vereins vor, der offen und auf dem Wege der Gesetzlichkeit sich bemühensollte, aus allen Gemeinden Irlands Bittschriften um Aufhebung der Union her-beizuschaffen. Er verfolgte seine Entwürfe auch nach der Bildung der neuen Ver-waltung unter Lord Grey, welche doch für die Verbesserung des gesellschaftlichenZustandesBürgschaften gegeben hatte. Als er nach der Vertagung des Parlamentsaus England zurückkam, hielt er bei mehren Gelegenheiten, besonders in Water-ford, aufreizende Reden und wies auf das Beispiel Belgiens hin, das sich von ei-ner ketzerischen Regierung losgerissen. Diese Schritte bewogen die Regierung,O'C. und einige seiner Freunde als Übertreter des Verbots friedenstörender Versammlungen am 18. Jan. 1831 verhaften zu lassen. Er wurde zwar gegenBürgschaft wieder entlassen, aber die gerichtliche Verfolgung gegen ihn eingeleitet.Einer seiner Freunde sprach gleich nach der Wiedereröffnung des Parlaments hef-tig gegen diese Maßregel, worauf Lord Althorp erwiderte, O 'C. führe Frieden undVersöhnung im Munde und thuc doch Alles, was er vermöge, Unzufriedenheit zuerwecken und zur Empörung aufzureizen. Bei dieser Gelegenheit kam auch dieAufhebung der Union wieder zur Sprache, und wahrend der Minister versicherte,daß die Regierung alles aufbieten werde, Irlands Zustand zu verbessern, behaup-tete er, daß die Vereinigung beider Länder mit getrennten voneinander unabhän-gigen gesetzgebenden Versammlungen nicht bestehen könne, und England werde eseher auf einen Bürgerkrieg ankommen lassen als in die Aufhebung der Union wil-ligen. Der Gerichtshof in Dublin eröffnete indeß die Untersuchung, und O'C.leugnete nicht die gegen ihn erhobenen Beschuldigungen; seine Freunde aber machtender Regierung Eröffnungen, um sie zu bewegen, die Anklage fallen zu lassen. Stan-ley (f. d.), der Secretair für Irland, erklärte zwar im Parlament, es werde keinVergleich stattfinden und die gerichtliche Verfolgung mit aller Strenge des Gesetzesihren Gang gehen, doch wurde die unbequeme Verwickelung glücklich gelöst, als derKönig wegen des Widerstandes gegen die Parlamentsreform im Apr. 1831 die Auf-lösung des Parlaments verfügte und dadurch das Gesetz, auf welches O'C.'s Anklagegegründet war, außer Kraft trat. Die gerichtliche Verfolgung wurde nach der Eröff-nung des neuen Parlaments nicht wieder aufgenommen, vielmehr suchte die Regie-rung den einflußreichen Mann, der bei den neuen Wahlen Abgeordneter der Graf-schaft Kerry geworden war, durch Auszeichnungen zu gewinnen und gab ihm imNov. den Vorrang vor allen Sachwaltern zunächst nach den Rechtsbeamten derKrone, wie der Lordkanzler in der Gerichtssitzung mit schmeichelnden Worten ihm an-kündigte. Diese Begünstigung gab den Gegnern der Minister zu lautem Tadel An-laß, und Lord Wellington machte ihnen im Febr. 1832 den Vorwurf, daß O'C.nicht nur durch die Nichternmerung des 1831 erloschenen Gesetzes der Strafe ent-ganzen sei, sondern auch eine größere Auszeichnung erhalten habe, als je einemSachwalter zu Theil geworden. Lord Grey gestand offen, es sei seine Absicht ge-wesen, den Weg der Versöhnung zu wählen, um O'C. von seinem bisherigen Be-nagen abzubringen, er habe sich aber in dieser Hoffnung getauscht. Wahrend der