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Dritter Band (1833) M bis R
Entstehung
Seite
305
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O'Connell

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km die Erlangung aller bürgerlichen und politischen Rechte zu sichern. Die Wi-dersacher der Emancipation setzten diesen Bemühungen ähnliche Verbindungen ent-^gen, unter welchen 1815 besonders eine in Dublin gebildete Gesellschaft thatigwar. O'C. nannte sie in einer heftigen öffentlichen Rede einen bettelhaften Verein,und wurde dadurch in einen Zweikampf verwickelt, in welchem er seinen Gegnertödtete. Auch mit Peel, wahrend dieser unter dem Herzog von Richmond Secre-tair für Irland war, gerieth er in einen politischen Zwist, der zu einer Herausfo-derung führte. Als die Behörde Nachricht erhalten und den Zweikampf verhinderthatte, verabredeten beide Parteien, sich auf dem Festlande zu treffen, O'C. aber wardbi' m London verhaftet und mußte dem Gerichte der Kingsbench Bürgschaft leisten.^ Vor der Ankunft Georg IV., dessen Besuch (1821) die Hoffnungen der Ka-tholiken neu belebte, war O'C. eifrig bemüht, zwischen den protestantischen undkatholischen Parteiführern in Dublin Versöhnung zu stiften, und er war es, derdem König bei seiner Landung eine Krone von irlandischem Lorber überreichte.Jene Hoffnungen wurden getauscht, und 1823 verband sich O'C. mit seinemFreunde Shiel, den katholischen Verein zu erneuern, und ihm die kraftige Hal-tung zu geben, welcher man die spatern Erfolge verdankte. Der politische undreligiöse Parteigeist ward immer heftiger und drohte alle Bande der Gesell-schaft aufzulösen. Eifrige Protestanten setzten dem katholischen Verein oranischeGesellschaften (urem^e socwties) entgegen. Die Regierung verbot endlich 1825die Zusammenkünfte dieser Vereine. Die oranischen Vereine unterwarfen sich demGesetze, der katholische Verein aber erhielt nur eine andere Gestalt, ohne seineThätigkeit aufzugeben, und O'C., der laut erklart hatte, keine Parlamentsacte werdedie Wirksamkeit des Vereins zu hemmen vermögen, bot Alles auf, sein Wortwahr zu machen, was ihm um so leichter wurde, da die Regierung nichts zur kraf-tigen Vollziehung des Gesetzes that, so sehr der Friede des Landes gefabroet war.Wahrend Canning's kurzer Verwaltung waren die Katholiken ruhig, weil sie, un-geachtet der Meinungsverschiedenheit unter den Ministem, auf seinen Beistandrechneten, wenn er am Ruder bliebe, wie denn auch ihre erprobtesten Freunde imParlament es vermieden, ihn zu irgend einer bestimmten Zusage zu drangen, umseine wankende Stellung nicht zu erschüttern. Als Lord Goderich an die Spitzeder Verwaltung kam, ward ihr Vertrauen schwacher, obgleich er ihnen gewogenwar, mit Wellington's Erhebung aber schwand ihre Hoffnung ganzlich, da sie inder Zusammensetzung des neuen Ministeriums ein machtiges Hinderniß der Be-friedigung ihrer Ansprüche sahen und Wellington selbst, wie Peel, der Repräsen-tant des Widerstandes der englischen Hochkirche, ihre erklarten Gegner waremDer katholische Verein trat nun entschlossen gegen die neuen Machthaber in dieSchranken, und seine Führer begannen den Kampf in Worten und Thaten O'C.,der große Aufreger (tke Areat gchtmar), stand an der Spitze, und bot Alles auf,das Nationalgefühl der Jrlander zu reizen. Die Parlamentswahlen hatten den ka-tholischen Parteiführern gezeigt, wie viel Einfluß sie auf die Stimmen der Freisassenbei den Wahlen in den Grafschaften ausüben konnten. Die Entscheidung dieser:Wahlen hing nach der bestehenden Verfassung von den kleinen Gutsbesitzern ab,welchen eine jahrliche Rente von 40 Schillingen Skimmberechtigung gab; meistdurstige und unwissende Landleute, fast ganz abhangig von den Grundherren,leicht erregbar und den Priestern blind ergeben. Der katholische Verein beschloß,sich der Stimmen dieser Leute zu versichern und dadurch die Wahlen in den Graf-schaften zu beherrschen, um Repräsentanten zu erlangen, die sich verpflichtetenallen Maßregeln jeder Verwaltung entgegenzutreten, die sich nicht zur Gewährungunbedingter Emancipation verstehen wollte. Es wurden wandernde Redner aus-

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