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Dritter Band (1833) M bis R
Entstehung
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des Steinthals eröffnete den Zug und trug ein Kreuz, das Luise Schepler ihm darge-reicht hatte, es aufdas Grab zu stellen, mit derJnschrist:Vater Oberlin". Als dieSpitze des Augs auf dem Kirchhofe zu Fouday ankam, war das Ende desselben nochvor dem Pfarrhaufe, eine Stunde entfernt. Katholische Frauen, in Trauer gekleidet,knieten rings um den Begrädnißplatz in stillem Gebete, und mehre katholische Geist-liche in ihrer Kirchenkleidung saßen unter den Mitgliedern des protestantischen Con-ststoriums in der Kirche. Bald nach seinem Tode wurden in Frankreich Beiträgezu einer milden Stiftung gesammelt, die O.'s Namen führen und zur Befriedigungder physischen und moralischen Bedürfnisse der Bewohner des Steinthals be-stimmt, den Einfluß seiner Wohlthaten und das Beispiel seiner Tugenden derNachwelt überliefern soll. S. Lutherot's ,M>tice sur 1. Obenin" (Paris1836, deutsch von Krasst, Strasburg 1836);Stöber'sVie üe ?r. Ober-lin" (Strasburg 1881);Nemnirs ot'Ivlln ^recleric Oberlin" (London 1836);Schubert'sZüge aus dem Leben Oberlin's" (4. Aufl., München 1833).

O'Connell (Daniel), geboren um 1775, stammt aus einer irländischenkatholischen Familie in der Grafschaft Kerry, welche die Genealogen von den allenKönigen oder Häuptlingen von Jvera, die ihr Gebiet in jener Grafschaft hatten,ableiten wollen. Er selbst besaß dort schon ein ausgedehntes, wiewol wenig ein-trägliches Grundeigenthum, ehe er die Güter seines Oheims, des Hauptes seinesvielverzweigten Stammes, erbte. Zum geistlichen Stande bestimmt, ward er infrüher Jugend in das Jesuitencollegium zu Saint-Omer geschickt, wo die Söhneder angesehenen irländischen Katholiken ihre Erziehung erhielten, da die kurzsichtigeUnduldsamkeit der ältern Strafgesetze der Gründung einheimischer Lehranstaltenentgegen wirkte und dadurch der römischen Hierarchie es erleichterte, ihren Einflußauf die gesellschaftlichen Verhältnisse des katholischen Irlands zu erweitern. Derlebendige Geist des Jünglings mochte bald fühlen, daß er nicht dazu bestimmt war,sich in eine Klosterzelle zu begraben, und da seine Rückkehr nach Irland grade indie Zeit siel, wo die Katholiken (seit 1790) einige Rechtsgewährungen und na-mentlich die Befugnis erhielten, als Sachwalter vor den Gerichten zu erscheinen,so mochte selbst die Neuheit der Lausbahn, die sich seinen Glaubensgenossen öffnete,ihn reizen, in das öffentliche Leben zu treten, zu welchem der innere Beruf ihntrieb. Als er das Studium der Rechte vollendet hatte, ward er 1798 als Sach-walter in Irland aufgenommen, und erlangte bald den Ruf eines der ausgezeich-netsten gerichtlichen Redner in Dublin, indem er eine gründliche praktische Rechts-kenntniß mit seltener Gewandtheit vereinigte, die sich besonders bei den Verhand-lungen in den Geschworenengerichten und wo er als Vertheidiger auftrat, glänzendgezeigt hat. Ein warmer Freund seines hart gedrückten Vaterlandes, seinen Glau-bensgenossen eifrig ergeben, konnte er sich mit den Gewährungen, welche die bri-tische Regierung, meist durch äußere Veranlassung gedrängt, ihnen nur nach undnach ertheilte, um so weniger begnügen, da sein feuriger Ehrgeiz in den Ausschlie-ßungen, die selbst nach den 1793 den Katholiken bewilligten Rechten noch übrigblieben, peinlich hemmende Schranken fand, und sein Nationalstolz nur durch völ-lige Rechtsgleichheit befriedigt werden konnte. Kräftig und entschieden trat er siühin den politischen Versammlungen auf, die sich in Irland gebildet hatten, um durchvereinte Bestrebungen dieses Ziel zu erreichen. Seine genaue Kenntnis des irlän-dischen Volkscharakters, seine Kunst, die Leidenschaften der Zuhörer zu erregen,verschafften ihm einen mächtigen Einfluß, und er war bald der einflußreichste Füh-rer der irländischen Katholiken, seit 1809 ein thätiges Mitglied des katholischenVereins (Ontllolie ussocintion), dessen Anfänge, ältere Vorbilder schon ausdem 17. Jahrhundert abgerechnet, bis 1756 hinaufreichen, und der seitdemsechsmal erneuert und wiederbelebt wurde, bis er endlich Personen aus allenStänden und selbst Protestanten umfaßte, die gemeinsam arbeiteten, den Katholi-