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wohlthatige Folge, ihn in dem eigenthümlichen Kreise seiner Thätigkeit zu halten.Selbst die Eigenheiten, die eine Wirkung seiner Gemüthstimmung und seiner frü-hern Bekanntschaft mit pietistischen Parteien waren, wurden in solcher Verbindungunschädlich. So hatte er die Gewohnheit, bei allen Lebensereignissen, wo ihm dieEntschließung schwer wurde, die Entscheidung dem Loose zu überlassen, und in die-ser Absicht trug er stets eine Dose bei sich, welche zwei Loose enthielt, das eine mitJa, das andere mit Nein bezeichnet, von welchen er dann nach andachtigem GebetGebrauch machte. Es war eine Folge dieser Gewohnheit, daß er bei Allem, was erthat, die vollkommene Beruhigung hatte, keinen Fehler begangen zu haben. Inder ersten Zeit seiner amtlichen Wirksamkeit that er in wohlwollender Absicht denMisgriff, einige seiner Pfarrkinder zu einer religiösen Gesellschaft zu vereinigen,die besondere andachtige Versammlungen hielt. Dies erweckte Unzufriedenheitund gab sogar zu ungünstiger Nachrede Anlaß. Nach anderthalb Jahren lösteO. die Gesellschaft wieder auf, welche, wie es scheint, nicht ganz frei von metho-distischen oder herrnhuthischen Einrichtungen war. Weniger Einfluß auf das Le-ben hatten manche ihm eigne Meinungen. Er glaubte z. B. an eine genaue Ver-bindung zwischen unserm Zustande auf Erden und unserer Wohnung nach dem Le-ben, und nach der Einrichtung des jüdischen Tempels und einigen Stellen der Offen-barung hatte er die Karte der andern Welt gezeichnet, die er stechen und in seinerKirche aufhangen ließ. In seinem bildenden Einflüsse auf die jugendlichen Gemü-ther erscheint O. in seinem hellsten Lichte. In allen Dörfern seines Kirchspiels wa-ren Schulhäuser gebaut. Früh hatte er die Nachtheile bemerkt, welchen die jün-gern Kinder ausgesetzt waren, wahrend die altern Geschwister ihre Schulstundenhatten und die Altern ihre taglichen Berufsarbeiten besorgten, und er richtete Be-wahranstalten für sie ein, wol die erste Kleinkinderschule, da sie vor 1784 gestiftetward. Unter der Mitwirkung seiner Frau wurden in jeder Gemeinde Aufseherin-nen gewählt, unter deren Leitung die Kinder von zwei bis sechs Jahren beschäftigtund durch Einwirkung auf Verstandesentwickelung für die öffentlichen Schulenvorbereitet wurden. In den Schulen wurden außer den gewöhnlichen Grund-kenntnissen auch die Grundlagen der Ackerbaukunde und die Astronomie gelehrtund Auszüge aus den besten Schriftstellern über Landwirthschaftkunde undBaumzucht gemacht. Selbst die Pflanzenkunde ward in den Kreis der Unterrichts-gegenstände gezogen, da das Steinthal reich an Pflanzen ist und fast ein Sieben-theil der ganzen französischen Flora enthält, und ehe die Kinder confirmirt wurden,mußte bescheinigt werden, daß sie zwei junge Obstbäume gepflanzt hatten. Durchseine Freunde unterstützt, ließ O. nützliche Bücher für seine Pfarrkinder drucken,schaffte eine Elektrisirmaschine und andere physikalische Instrumente an, und grün-dete eine Sammlung von gemeinnützigen Büchern, die von Haus zu Haus geschicktwurden, indem jedes Dorf sie drei Monate behielt. Zu den Schriften, die er her-ausgab, gehörte auch ein Kalender, der von allen abergläubigen und ungehörigenZuthaten gereinigt war.
Der Tod seiner Frau, die er im 16. Jahre seiner Ehe verlor, beugte ihntief. Eine Waise, in seinem Hause erzogen, die er später an Kindesstatt annahm,Luise Schepler, wurde die Pflegerin seiner jüngern Kinder und übernahm dieSorge für sein Hauswesen. Während der Revolution verlor er, wie die übrigenGeistlichen, sein dürftiges Einkommen. Seine Pfarrkinder veranstalteten eineSammlung zu seinem Unterhalt, die aber in der Folgezeit nicht über 400 Francsstieg, welche sein ganzes Einkommen ausmachten, da er keine Stolgebühren nahm.Während der Schreckensregierung war das Steinthal ein Zufluchtsort, und selbstin der furchtbaren Zeit, wo aller Gottesdienst unterbrochen war, ließ man O'swohlthätiges Werk und seine Schulen ungestört. O. war den Grundsätzen der Re-volution aufrichtig ergeben und richtete 1794 an seine jungen Pfarrkinder einen