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Heerstraße herzustellen, und zu diesem Zwecke die Felsen zu sprengen, einen festenDammweg längs dem Bergftrom anzulegen und eine Brücke zu bauen. DieBauern hielten diesen Vorschlag für ganz unausführbar, aber O.'s Worte wirktenso mächtig, daß sie endlich ihren Widerstand aufgaben und die schwere Arbeit be-gannen, bei welcher er ihnen Anführer und thätiger Helfer war. WohlthätigeFreunde in Strasburg unterstützten ihn, und 1770 war eine schöne Brücke überdie Bceusch gebaut, ?<mt <Ie clmrite genannt, und die Verbindung mit Strasburgeröffnet. Dieser glückliche Erfolg erhöhte das Vertrauen der Landleute zu ihresPfarrers wohlthätigen Anstrengungen. Sein nächstes Werk war die Anlegungvon Straßen zwischen den Dörfern seines Kirchspiels. Hatte er am Sonntage mitdem Ernst und der Wärme, die seine Seele erfüllten, seine Pfarrkinder belehrtunverbaut, so sah man ihn am Montage mit der Hacke auf der Schulter an derSpitze von LOO muntern Arbeitern zum Straßenbau hinausziehen. Ein großerTheil seiner Einkünfte, die sich nicht über 1000 Francs beliefen, verwendete erzur Ausführung seiner Plane. Er legte einen Vorrath von den nöthigen. Werk-zeugen, die nur mit Zeitverlust aus Strasburg herbeigeholt werden konnten, inÄaldbach au, und gab den Käufern Eredit, wahrend er zugleich eine Leihanstaltgründete, welche die pünktliche Zurückzahlung der Anleihen zur Bedingung machte,von deren Erfüllung die Gewährung weiterer Darlehne abhing. Mehre der ge-wandtesten jungen Leute schickte er nach Strasburg, um dort bei Maurern, Zim-merleuten, Wagenbauern, Schmieden und Glasern die Lehrjahre auszuhalten,die dann nach ihrer Rückkehr in die Heimat Andere anlernten. Nach einigen Jah-ren sah man statt der elenden Wohnungen, die zum Theil in die Felsen gehauenoder in die Bergwände gegraben waren, bequeme Hütten, und es waren tiefe Kel-ler angelegt, die Kartoffeln gegen den Frost zu schützen. Auf die Verbesserung desBodenanbaus richtete O. gleiche Sorgfalt. Er ließ Samenkartosseln aus Lothrin-gen, der Schweiz und Holland kommen, weil die einheimischen ausgeartet waren,gab Anweisung zum Anbau verschiedener nährenden und arzneilichen Pflanzen,führte den Kleebmi ein und beförderte den Flachsbau, indem er rigaer Leinsamenherbeischaffte. Laßt nichts verloren gehen, war einer seiner Lieblingsprüche. Ergab seinen Pfarckindern Anleitung, aus Blättern, Binsen, Moos und Schwarz-holznadeln Dünger zu bereiten, und gewährte kleinen Kindern Preise, wenn sieWollenlumpen und alte Schuhe zu demselben Zwecke benutzten Vorzüglich aberwirkte er durch sein Beispiel. Er verwandelte einen verödeten Garten, der zumPfarrhause gehörte, in eine Baumschule, einen andern in eine Obstanlage, undals diese Pflanzungen unter seiner sorgfältigen Pflege gediehen, wurde so viel Nach-eiferung erweckt, daß bald alle Hütten ein Kranz von Obstbäumen und wohl ge-pflegten Gärten umgab. Der glückliche Erfolg dieser Unternehmungen machte dieBewohner des Steinthals für umfassendere Entwürfe empfänglich. O. veran-laßt? die Ackerbauer, Stattfütterung einzuführen und die weniger einträglichenWeiden in Pflugland zu verwandeln, um ihren Getreidebedarf selber erzeugen zukönnen. So große Schwierigkeiten der steinige Boden entgegensetzte, auch dieseBemühungen hatten glücklichen Erfolg, und im 11. Jahre seines Pfarramts stiftele O. eine Ackerbaugesellschaft in seinem Kirchspiele, die mit dem Vereine zuStrasburg in Verbindung trat und von diesem eine jährliche Summe zu Preis-verlheilungen an fleißige Obstpflanzer erhielt.
Es war eine glückliche Fügung für den trefflichen Mann, daß seine schwärme-rische Gemüthsrichtung nicht blos auf religiöse Interessen geleitet ward, und schwer-lich waren Seele und Leib so gesund und rüstig geblieben ohne die Vereinigung sei-ner wohlthätigen Wirksamkeit für irdische Zwecke und seines frommen Eifers. Stießrr auf einem Wege bei Manchem an, so versöhnte er Alle auf einem andern. Seinegemeinnützigen Entwürfe waren Ableiter feines feurigen Geistes und hatten die