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Nota
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von Nizza ernannt und bekleidet gegenwartig dasselbe Amt in der piemontesl'schenProvinz S.-Remo, wo er in der Zurückgezogenheit den Pflichten seines Standesund den Wissenschaften lebt. Der Beginn seines Mannesalters siel in eine derinteressantesten und bewegtesten Epochen der italienischen Geschichte, wo mehr alsjeder Kampf des Alten mit dem Neuen sichtbar ward, die Leidenschaften aufsÄußerste angeregt wurden und große Talente und Charaktere sich zeigten; wo alsoauch für den Beobachter ein weites Feld geöffnet war, Zeit und Menschen kennenzu lernen. Diese Umstände konnten für die Entwickelung des dramatischen Ta-lents, das sich schon bei dem Jünglinge zeigte, nicht anders als vortheilhaft sein;seine Stellung, die ihn mit den höhern Standen in Berührung brachte, und diewiederholten Reisen, welche er durch die verschiedenen Theile seines Vaterlandesunternahm, trugen überdies wesentlich zu seiner Ausbildung bei, und halsen ihmden literarischen Ruhm erwerben, dessen er gegenwartig als der vorzüglichste Lust-spieldichtcr des heutigen Italiens genießt. Der allgemeine Charakter der LustspieleN.'s, welche in einen Zeitraum von mehr als 25 Jahren fallen, ist der des Ern-sten. Seine eignen, zum Theil widrigen Lebensschicksale, namentlich eine un-glückliche Ehe, sollen sehr dazu beigetragen haben, seinen ursprünglich ernsthaftenCharakter noch mehr zu verdüstern. Das komische Element ist bei diesem Dich-ter schwach und ein großer Theil seinerLustspiele kann in dieser Hinsicht kaum auf ei-nen solchen Namen Anspruch machen. Die Jntrigue ist meist sehr einfach, die Ereig-nisse sind aus dem gewöhnlichen Leben genommen; Verwechselungen und dadurchherbeigeführte Misverstandnisse, ein gewöhnlicher Nothbehelf der Goldoni'schenKomödie, kommen selten vor. Aber N. hat große Vorzüge, welche den Beifall,den man ihm trotz manchen gegen ihn gerichteten Cabalen in ganz Italien schenkt,erklaren und rechtfertigen. Als Charakteristiker ist er ausgezeichnet. Er entwickeltdie verschiedenen Temperamente mit einer Wahrheit und Wirklichkeit, die auchselbst im Kleinsten überrascht, und laßt uns hausig volle Blicke in das Innere derPersonen thun, die er vorführt. Die Schilderung ungewöhnlicher Charaktere istihm nicht minder gelungen, und er hat die abweichendsten Naturen mit einerFeinheit auszuführen gewußt, welche auch die leisesten, zur Hebung dienendenNuancen nicht vergessen hat. Seine Plane sind geschickt und klar entwickelt, undführen oft überraschende Situationen herbei Zu den besten Charakterstückengehören: „Die Ehrsüchtige" (1810), „Die Kokette" (1818), und „Der Projec-tenmacher" (1809). In diesen gibt der Titel schon den Hauptcharakter an. Andieselben schließen sich, mit größerm Spielraum indeß für die Jntrigue, „Derneue Reiche" (1809), „Die Proceßsüchtigen" (1811), „Der Eheseind" (1811),„Der Kranke in der Einbildung" (1813) und „Der Büchernarr" (1822). Ineinigen seiner Werke hat sich N. jenem Sentimentalismus hingegeben, welchernach französischen und deutschen Mustern die Bühnen Italiens eine Zeit lang mitseinem Wasser überschwemmt hat und noch jetzt nicht von denselben gewichen ist.Von dieser Art und völlig im Geschmacke Jffland'scher Familiengemalde sind:„Der Unterdrücker und Unterdrückte" (1804), „Die Herzogin von Lavalliere"(1806), „Die ersten Schritte zum Verderben" (1808) u. s. w. Lustspiele, indenen die Jntrigue vorherrscht, sind: „Der Jahrmarkt" (1826), ein ansprechen-des und unterhaltendes Sittengemalde, welches überdies das lebendigste und ab-wechselndste unter seinen Stücken sein möchte, und „Die Verliebten" (1820).Nimmt man Verbesserung der Sitten als Hauptzweck des Lustspiels an, so mußman N.'s Arbeiten bedeutenden Werth zugestehen, doch darf man wenigstens inden bessern kein langweiliges Moralisiren erwarten. Nicht ohne Grund tadeltman, daß er fremde Erfindungen benutzt hat, namentlich Moliere und Goldoni,mit denen er dann nicht eben zu seinem Vortheile die Vergleichung aushalten muß.Man muß bei diesem Dichter keine kühne Phantasie, keine reiche Erfindungsgabe