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Dritter Band (1833) M bis R
Entstehung
Seite
285
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Nikolaus l. (Kaiser von Rußland) 285

er. R.

^ wissenschaftlichen Zwecke seines Unternehmens ausführen zu können, und in',>> Leinfelden Jahre kehrten zwei russische Schiffe von einer Erdumsegelung heim, nach-^m sie den großen Archipel der Karolineninseln untersucht, die Küste von der Be-xjngstraße bis Kamtschatka aufgenommen und reiche naturhistorische Schätze ge-sonnen harten. Wenn mit selchen Bestrebungen, durch Bildung die Finsterniß-u erhellen, die noch auf einem großen Theil dcs ungeheuren Reichs liegt, andereMaßregeln in einen auffallenden Gegensatz traten und jene zu hemmen schienen,^ eis^ war die Erklärung in derselben Furcht vor der Verbreitung revolutionnairesZdeen zu suchen, die schon unter Alexander's Regierung, wel nicht ohne verdäch-"MilkT, tigende äußere Einwirkung, zu einer argwöhnischen Beobachtung der Bibelgesell-schasicn geführt hatte. Es wurde nicht nur die Censur schon 1826 durch strengeund in den folgenden Jahren hinsichtlich der vom Auslande eingebrachten Büchergeschärfte Verfügungen zu einer Hemmung des literarischen Verkehrs, sondern5 auch 1827 vom Kaiser verordnet, auf den russischen Universitäten die Lehrstühle'ölKM der Philosophie zu schließen. Die Regierung beschäftigte sich viel mit den Ange-legenheiten der protestantischen und katholischen Glaubensparteien. Durch eineVerordnung vom 3. Zun 1828 erhielt die evangelisch-prorestantische Kirche eine neueEinrichtung, die nicht blos in der den Geistlichen spater vorgeschriebenen alterthüm-lichen AmtStracht an eine Zeit erinnerte, welche der fortgeschrittene Geist des Prote-stantismus in Deutschland längst hinter sich gelassen bat, da sie zugleich die Unabän-derlichkeit der Dogmen als Grundsatz aufstellte und die Formen eines hierarchischenKirchenregiments begünstigte. Die katholische Kirche erfreute sich eines gesetzlichenSchutzes, aber es wurde 1829 hinsichtlich der Ablegung der Klostergelübde einneues Gesetz gegeben, um der Verleitung der unerfahrenen Jugend vorzubeugen,und 1830 die herrschende griechische Kirche durch eine strenge Verordnung gegenden Bekehrungseifer der katholischen Geistlichkeit geschützt.

Wahrend der Krieg gegen Persien fortdauerte und die Zwistigkeiten mit denTürken eine Entscheidung durch das Schwert immer wahrscheinlicher machten, suchteder Kaiser den kriegerischen Geist zu beleben und dem Nationalstolz zu schmeicheln,ivorauf besonders die Anlage der sogenannten Heldengalerie im Winterpalast zuPetersburg berechnet war, welche, außer den Bildnissen Alexander's und derFeldmarschalle Kutusoss und Barclay de Tolly, mit den Abbildungen von 34t) rus-sischen Generalen, den Namen der 12 Hauptschlachten in den Feldzügen von 1812,1813 und 1814 prangte und am 6. Jan. 1827 feierlich eingeweiht wurde. Als derKrieg gegen die Türkei im Apr. 1328 erklärt war, verließ der Kaiser Petersburg,um dem Udergange seines Heers über die Donau beizuwohnen. Er war Zeugeder Verheerungen, die der blutige Kamps und Krankheiten unter dem russischenHeere anrichteten, und manchen Gefahren ausgesetzt. Im Aug. kam der Kaiservon der Armee nach Odessa, wo seine Gemahlin sich aufhielt. Zu Anfange desSept. schiffte er sich nach Varna ein, hatte aber mit widrigen Winden zu kämpfen,die ihn in große Gefahr brachten und ihn zur Rückkehr nach Odessa nöthigten, wor-auf er über Jsakcscha und Kovarna zu dem Belagerungsheere reiste. Als Varnavach tapfern Stürmen, wozu des Kaisers Gegenwart ermunterte, im Oct. ge-fallen war, kehrte er vom Kriegsschauplatze nach Petersburg zurück, um sich zudem neuen Kampfe zu rüsten, den Diebitsch in Europa und Paskewilsch in Asien1829 zur Entscheidung führten, während der Kaiser ihre Siege und den Friedenvon Adrianopel in feiner Hauptstadt feierte. Noch ehe der Kampf geendigt war,Und sich der russische Nationalstolz durch die Gesandlschaft dcs persischen PrinzenKhosrew Mirza geschmeichelt, den sein Großvater nach Petersburg schickte, umUeErmordung des russischen Gesandten Gribojedow ls. d.) zu entschuldigen,und der nach einem von dem Kaiser selbst vorgeschriebenen Ceremoniel in feierlicherAudienz empfangen wurde.