Nikolaus l. (Kaiser von Rußland)
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die Fehler der Kriegsanführer, die auf das Schicksal Polens so verderblichen Ein-fluß hatten, sprach er stets mit Freimüthigkeit und Nachdruck, und als der Reichs-tag sich endlich entschloß, gegen Skrzvnecki ernste Maßregeln zu ergreifen, ward ereingeladen, die Bevollmächtigten zu begleiten, die zu jenem Zwecke in das Lager vonBolimow gesandt wurden, und er stimmte für Skrzynecki's Zurückberufung. AlSuach dem 18. Aug. die Regierung ihre Gewalt in die Hände der Reichsversamm-luna niederlegte, zog sich N. von den Geschäften zurück. Nach dem Fall von War-schau begleitete er das Heer nach Modlin, und war noch zu Plock, als der Entschlußgefaßt wurde, über die Weichsel zu gehen, um sich in der Woiwodschaft Krakau mitden übrigen Kriegsvölkern zu vereinigen Von Beschwerden erschöpft, ließ er sichdurch seine Freunde bewegen, über die preußische Grenze zu gehen, um sich nachFrankreich zu begeben. Nahe an der Grenze aber ward er von einem Haufen her-umschwärmender Kosacken gefangen, die ihn nach Warschau zurückbrachten, wo ereingekerkert ward. Auf seine Weigerung, einen Unterwerfungsbrief an den Kaiserzu schreiben, ward er der außerordentlichen Commission übergeben, die unter demVorsitze des Generals Witt gebildet wurde. N. gehört zu den vorzüglichstenSchriftstellern Polens. Außer seinen auf dem Reichstage gehaltenen Reden undmehren Gedichten und polemischen Aufsätzen in Zeitschriften ist bis jetzt nur seine„Theorie der repräsentativen Verfassung" in zwei Bänden gedruckt worden.
Niko la u s l. (Paulowitsch), Kaiser von Rußland, geboren am 7. Iul. *)1796, ist der dritte Sohn Paul l. von dessen zweiter Gemahlin Maria Feodo-rowna (Sophia Dorothea Augusta), Prinzessin von Würtemberg. Unter den Au-gen seiner geistreichen und klugen Mutter, bei thatiger Einwirkung des KaisersAlexander, ward er mit seinem am 9 Febr. 1798 geborenen Bruder Michael vondem General Lamsdorf erzogen und von dem Collegienrath Storch in der Geogra-phie, Statistik und den Staatswissenschaften, von dem Staatsrath von Adelungin den Sprachen und der neuem Literatur unterrichtet. Er machte unter dieserLeitung durch Fleiß und Anstrengung glückliche Fortschritte, und beschäftigte sichauch mit den Kricgswisscnschaften, besonders mit der Befestigungskunst. In sei-ner Kindheit, erzahlt man, sei er sanft und lenksam gewesen, wiewol nicht ohneAnwandlungen von Laune und Hartnäckigkeit, und man rühmt, daß er in der rei-fern Zugend durch strenge Beobachtung der Grundsätze eines sittlichen Wandelssich ausgezeichnet habe. Als seine Erziehung vollendet war, bald nach dem Ab-schluß des allgemeinen Friedens, besuchte er mehre Länder Europas, und war 1816in England, wo er sich sorgfältig mit den großartigen Einrichtungen des Landesbekannt machte und durch seine ungemeine Freigebigkeit Aufsehen erregte. InBerlin lernte er die älteste Tochter des Königs von Preußen, Friederike Luise Char-lotte Wilhelmine, geboren am 13. Iul. 1798, kennen, und wechselseitige Nei-gung knüpfte ein Band, das den Wünschen des Kaisers Alexander entgegenkam.„Wie glücklich ist mein Bruder! Er wird eine Prinzessin Heirathen, die der Ge-genstand seiner Wahl ist, deren Herz er gewonnen hat. Sie werden ein glücklichesPaar sein und ich freue mich über das Ereigniß." So sprach Alexander, als dieUnterhandlung abgeschlossen war. Nach Petersburg zurückgekehrt, machte derGroßfürst N. eine Reise durch Rußland, um eine genaue Kenntniß von dem Zu-stande und den Einrichtungen der verschiedenen Provinzen des Reiches zu erlangen.Äm Iul. 1817 wurde in Petersburg seine Vermählung mit der Prinzessin vonPreußen vollzogen, die vorher zur griechischen Kirche übergegangen war und denNamen Alexandra Feodorowna angenommen hatte. Er bewohnte seitdem denprachtigen Palast Anitskoi in Petersburg, wo er im Genüsse eines häuslichen
*) Er ward eigentlich am 6. geboren, da aber dieser Tag im 13. Jahrhundertnach dem russischen Kalender dem 7. im IS. Jahrhundert entspricht, so wird dieserals des Kaisers Geburtstag gefeiert.