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Dritter Band (1833) M bis R
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275
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Niederländische Literatur und Kunst

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Verdienste, und in Beziehung auf das juristische Studium hatte Belgien durch dieVerbindung mit Frankreich, wo das eigentliche Civilrecht immer die sorgfaltigstePflege fand, bedeutend gewonnen. Nach der Vereinigung Hollands mit Frank-reich waren zwei holländische Rechtsgelehrte, Reuvens und de Bije, ausgezeich-nete Mitglieder des Cassationsgerichts zu Paris, das damals vielleicht der gelehrteste Gerichtshof in Europa war. Durch die seit der Verbindung Belgiens mitHolland gestifteten Lehranstalten wurde der akademische Unterricht auch in demGebiete der Rechtswissenschaften so wesentlich verbessert, daß die Belgier hoffen konn-ten, sich ihren Landsleuten in den nördlichen Provinzen bald würdig anzureihen.In beiden Landestheilen machte die Wissenschaft rasche Fortschritte, und man darfbehaupten, daß in dieser Beziehung die Verschmelzung derselben fast vollendet war.Einen wohlthätigen Einfluß hatte, wie auf das gesammte Unterrichtswesen, ins-besondere auf das Studium der Rechtswissenschaften der Minister Falck. Nichtminder wirkte, wiewol in ganz entgegengesetzter Art, der Justizminister van Man-nen Der treffliche Geist, der den akademischen Unterricht überall beseelte, wurdegehemmt und gebunden, ja zuweilen entmuthigt durch den Geist des ministeriellenWirkens. Die Lehrfreiheit wurde zwar nicht angetastet, und die Universitäten, dieaußer dem Bereich des Justizministeriums lagen, litten nicht unmittelbar; aberder ebenso unpolitische als ungehörige Einfluß, der mehr oder minder offen auf dasRichteramt in den südlichen Provinzen ausgeübt wurde, und unglückliche, durchRanke oder Gunst bestimmte Wahlen erschütterten immer mehr das Ansehender Richter und das Vertrauen aus ihre Entscheidungen. Die verzögerte Verbes-serung der Gesetzgebung, die immer vertagte Einrichtung der Gerichtsverfassung,trotz der im Grundgesetze gegebenen Zusage, die Erfolglosigkeit der gründlichenVorarbeiten, die zu jenem Zwecke unternommen wurden, hatten auf die Wissen-schaft einen ebenso nachtheiligen Einfluß als auf das allgemeine Wohl, und dieSchuld dieser Verlängerung eines schwankenden Rechtszustandes war nicht demZufall, sondern dem Ministerium zuzuschreiben. Seit Kemper's Tode gibt es un-ter den Rechtslehrern auf den Universitäten keinen, der wie jener so entschieden ander Spitze stände, doch zeigt sich überall ein löblicher Wetteifer, der viel für die Zu-kunft hoffen laßt. Tydemann in Leyden, Nienhuis in Gröningen verdienen besondereErwähnung. Meyer, Advocat in Amsterdam, hat den Ruhm des gelehrtesten prakti-schen Rechtsgelehrten in Holland, und neben ihm sind van Hall, van der Linden,Präsident des Tribunals zu Amsterdam, Clout, der den Sachwalterberuf aufgege-ben hat, de Fremery und de Jorlge im Haag mit Auszeichnung zu nennen.

Auch dieArzneiwissenschaft war bei der Trennung der nördlichen undsüdlichen Provinzen überall in gleichmäßigem Fortschreiten. Das Studium der Heil-kunde hat den alten Ruhm bewahrt, den es seit einem Jahrhundert in Holland ge-nießt, und auch die neuen Universitäten in den südlichen Provinzen singen an densel-ben zu theilen. In dem rühmlichen Wetteifer, der überall hervortrat und mehr inpraktischer Tüchtigkeit als in schriftstellerischem Rufe sein Ziel suchte, sind Bernard,seit Kurzem in Leyden angestellt, Pruys van der Hoeven und Broers, beide Lehrer>n Leyden, vorzüglich auszuzeichnen. Die Chirurgie hat in Holland wie in Bel-gien die großen Fortschritte benutzt, welche die Wissenschaft den französischenWundärzten verdankt. In Belgien ist Kluyskens auszuzeichnen, in Holland sindvorzüglich Logger und Wächter geachtete Namen. Die vortrefflichen Einrich-tungen, welche auf den Zustand der Pharmacie, zuerst in Holland, später inBelgien, den wohlthätigsten Einfluß gehabt haben, verdankt man hauptsächlichBrügemans. Die Anatomie, die Sandifort in Leyden mit so glänzendem Er-folge lehrte, wird jetzt von seinem Sohne und andern Gelehrten zu Leyden undUtrecht erfolgreich gepflegt. Unter den praktischen Ärzten sind der unlängst zu Ley-en verstorbene Cuypers, van Stipriaan Luiscius zu Delft, de Roy zu Amster-

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