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Niederlandische Literatur und Kunst
ausging, wie denn die auch in dieser Hinsicht wohlthatig wirksame GesellschaftmW van't rd^emeen von einem mennonitischen Prediger, Jan Nieuwen-huizen, gestiftet wurde. Nicht wenig hat zu der angedeuteten Umwandlung derDenkart die Revolution von 1795 beigetragen, indem sie die Kirche von demStaate schied, und allen Bürgern ohne Unterschied des Glaubens gleiche Rechteund Ansprüche gewahrte. Der auch in der neuen Verfassungsurkunde anerkannteGrundsatz der Rechtsgleichheit aller Glaubensbekenntnisse hat auf die reformirteGeistlichkeit machtig eingewirkt und die Versuchungen eines übertriebenen Eifersund eines weltlichen Ehrgeizes von ihr abgehalten. Dies wirkte auch auf denGeist der theologischen Studien in welchen auf allen Universitäten allmälig einebedeutende Verbesserung sichtbar geworden ist; besonders aber haben sich in dieserHinsicht Hcllebeek und Broes in Leyden, Heringa in Utrecht, van Voorst in Ley-den und Muntinghe in Groningen große Verdienste erworben. Der Frise Borgerwurde zu schnell einer Laufbahn entrissen, wo er schon Ausgezeichnetes geleistethatte. Aus van Voorst's Schule gingen van Hengel, Royaards und Kist in Am-sterdam, Utrecht und Leyden hervor. Diese neue Richtung des theologischen Stu-diums hat auch auf die praktische Wirksamkeit der Prediger aller protestantischenBekenntnisse wohlthätigen Einfluß gehabt, und sie zeigen mit wenigen Ausnah-men in ihren Predigten wie in der Seelsorge echt evangelischen Geist. DiesenFortschritten sind auch die katholischen Geistlichen in Holland nicht ganz fremd ge-blieben, und unter ihnen steht Professor Schrant in der ersten Reihe. Unterden neuen theologischen Werken zeichnen sich durch Umfang und wissenschaftlicheGründlichkeit aus Ppey's und Deracout's „<7escl»iedems der nederlandsebe ker-virmde und Ppcy's „Xerkelsike Aescüiedenis der 18de eeuvv". In den
südlichen Provinzen, wo das Volk in Bigoterie versunken war, hat die Verbin-dung mit Frankreich viel Irreligiosität verbreitet, wiewol eben diese Mjährige Ver-bindung allerdings auch den günstigen Einfluß hatte, vielen Einzelnen eine geistigeAnregung zu geben, wozu besonders auch der Kriegsdienst beitrug, und es war eineFolge dieses Einflusses, daß nach der Vereinigung Belgiens mit Holland die nie-derländische Regierung in ihren Bemühungen, das Volk heranzubilden, bei meh-ren aufgeklarten und patriotischen Mannern in Belgien eine eifrige Mitwirkungfand Die Verbesserung des Erziehungsystems machte glückliche Fortschritte, die spa-ter auch ausdasStudium derTheologie einen heilsamenEinfluß gehabt haben würden.Die Revolution hat diese Hoffnungen zerstört oder doch entfernt, und eine ehrgeizigeund herrschsüchtige Geistlichkeit, die Napoleon's kräftige Hand niederhielt, und diespäter die versöhnenden Maßregeln der neuen Regierung unterstützen zu wollen schien,hat ihren ganzen alten Einfluß wieder gewonnen und den alten Aberglauben wie-der unter ihren Schutz genommen.
Das Studium der Rechtswissenschaften wurde in neuern Zeitendurch zwei Schulen gefördert, deren Stifter van der Keessel und Cras wa-ren, und deren jede ihre eigenthümlichen Vorzüge hatte, aber auch einer ei-genthümlichen Richtung folgte. Beide haben sich jetzt in ihren Zöglingen im-mer mehr genähert und dadurch einen wohlthatigen Einfluß auf die Verbesse-rung des akademischen Unterrichts gehabt. Jene logische Scharfe, die den Schriftender römischen Rechtsgelehrten eigen ist, in der alten französischen und der ihr sichanschließenden holländischen Schule fortgepflanzt und von van der Keessel mit glän-zenden Erfolge wieder erweckt wurde, verbinden die neuern holländischen Rechts-lehrer mit dem freien und besonnenen philosophischen Geiste, welcher in der vonCras gestifteten Schule lebte. Auch das neue Licht, das besonders in Deutschlandder Wissenschaft angezündet ward, ist ihnen nicht fremd geblieben und war durch dieErrichtung der neuen Universitäten auch in die südlichen Provinzen gedrungen.Diese Keime gediehen schnell. Die alte juristische Schule zu Löwen war nicht ohne
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