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Nilderländ^sche Literatur und Kunst 273
jsnclscke tsal- en letterlruntle opTigteHK 6e 2ui6eli^ke provineien" herausgab.Die niederländische Sprache ist durch diese glücklichen Bestrebungen zu einer dergebildetsten geworden, die sich ebenso sehr durch ihren Neichrhum als durch ihreKlarheit und Bestimmtheit auszeichnet. Ein correcter und gebildeter Styl wirdimmer strenger von Jedem gefedert, der als Schriftsteller auttritt. Die einzelnenwissenschaftlichen Gebiete überschauend, finden wir unter den Rednern van derPalm wieder in der ersten Reihe, der durch Lehre und Beispiel für die Erhebungder Kanzelberedtsamkeit erfolgreich gewirkt und in seinem Schüler, des Amorievan der Hoeven, einen tresslichen Nacheiferer erhalten hat. Auch auf der Tribüne? und in den Gerichtshöfen sind diese Forlschritte der öffentlichen Beredtsamkeit sicht-et dar. Die Sprache wird reiner, edler, reicher. Wir nennen vorzüglich van Maa-^ nen, die Abgeordneten Kemper, d'Escury, den verstorbenen Advocaten van derMersch im Haag, und den Rechtsgelehrten und Abgeordneten de Jonge. In der""Z Poesie ist der Fortschritt noch sichtbarer. Seit Bilderdijk der Literatur entrissenist, glänzen-umer den Lebenden außer Tollens vorzüglich Looks, ein kühner patrioti-scher Sanger, Wiselius, van Walre, van Halmael, Simons, Thöne. Withuijs, van's Gravenweert, van Lennep, Willems in Antwerpen und van Loo in Gent.
Des alten Ruhmes, welchen die hollandischen Gelehrten durch gründliches Stu-dium der klassischen Literatur erworben haben, ermangeln auch die Zeitge-nossen nicht; und an die Bildnisse der großen Lehrer der Hochschule in dem Saalezu Leyden, von welchem Niebuhr treffend sagt: „Es gibt außer Italien und Grie-chenland für den Philologen keinen heiligern Ort", werden sich auch geehrte Na-men aus der Gegenwart reihen. Wyttenbach hat zahlreiche Schüler hinterlassen,und da man in Holland das Studium der klassischen Literatur noch immer als dieGrundlage einer liberalen Erziehung betrachtet, so hat sich der Einfluß seinerSchule auch außer dem Kreise der Gelehnenwelt unter den gebildeten Ständenverbreitet. Unter seinen eigentlichen Jüngern glänzen zwei Namen, van Heusdein Utrecht und Bake in Leyden hervor. Jener beschäftigt sich besonders mit denDenkmalern des Alterthums, mit der Geschichte der griechischen Philosophie, vor-züglich mit Platon, dem er schon zu Anfange dieses Jahrhunderts seine Studienzuwendete; Dieser hat sich das Studium der Werke Eicero's zur Hauptaufgabegemacht und ist einer der ersten Kenner der lateinischen Sprache. Neben ihneuwirken in Utrecht und Leyden van Goudoever und de Geel, den alten Ruhm dieserLehranstalt fortzupflanzen. Unter den jüngern Zöglingen der holländischen philolo-gischen Schule ist auszuzeichnen Groen van Prixrerer, jetzt Cabinetsecretair desKönigs, der Verfasser des geachteten Werkes „lttatonicu ;»i-<>L"s»'z;rnj,hiÄ" (Ley-den IL'^Z). Auch die berühmte Burmann'sche Schule, die besonders die Erklä-rung der Dichter sich zur Aufgabe machte, hat sich bis auf unsere Tage erhalten,und an ihrer Spitze stehen jetzt van Lennep in Amsterdam und Hofman Peerl-kamp in Leyden. Beide gehören zu den besten lateinischen Dichtern der neuestenZeil, unter welchen auch Hoeusst, d'Escury van Heusenoord und de Bosscha einenausgezeichneten Rang behaupten. Das Studium der morgenländischen Literatur,deren Geschichte die großen Namen Erpenius, Golius, Warner, Schultens,Scheidius, Rau bewahrt, wird fortdauernd auch in Beziehung auf daS Stu-dium der biblischen Exegese gepflegt. Muntinghe in Gröningen, Pareau in Utrecht,Ällmet in Amsterdam erhielten den alten Ruf der holländischen Gründlichkeit,än der Spitze der biblischen Exegeten steht van der Palm, und neben ihm hat Ha-waker dem Studium des Arabischen in Leyden einen neuen Schwung gegeben undgute Schüler gebildet. In dem Studium der Theologie zeigen sich in mehren Rich-tungen erfreuliche Fortschritte, ^ektengeist und Unduldsamkeit weichen immermehr der christlichen Philanthropie, die nach den heftigen theologischen Streitig-sten des 16. und 17. Jahrhunderts zuerst von Remonstranten und MennonitettEonv.-Lex. der neuesten Seit und Literatur. III. 18