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Dritter Band (1833) M bis R
Entstehung
Seite
272
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272 Niederländische Literatur und Kunst

auch brauchbar Lepeintre's Reise:Huntre mois Usus les ?a^8-Ras,. voMAezepisolliczues et eriti^ues lluvK ln Lelgigue et la Hollanlle" (2. Aufl., 3 Bde.).Gute Nachrichten über das neuere bessere Verwaltungssystem der niederländisch-ostindischen Colonien findet man in Joh. Olivier's4,snll-en ^.eetoFten iu l^e-llerlanlls InNie, Aelluun in lle Inren 181? tot 1826" (2 Bde., Amsterdam 18Z8,mit Kupfern). (7)

Niederländische Literatur und Kunst. Die innige Verbin-dung zwischen der Ausbildung der Wissenschaften und Künste unter einem Volkeund seinem politischen Austande, zeigte sich nie auffallender als bei den Niederlan-dern seit dem 16. Jahrhundert. Nach dem großen Kampfe aller niederländischenProvinzen gegen die spanische Gewaltherrschaft, der die Vereinigung der nördlichenLandschaften zu einer ruhmvollen Republik herbeiführte, wahrend die südlichenwieder unter das Joch der Hierarchie kamen, gab es in Belgien keine Nationalitatmehr, welche die unumgängliche Bedingung moralischer und geistiger Entwicklungist. Die Nationalliteratur verlor sich. In Flandern und Brabayt, wo die großeMehrheit des Volkes nur die niederdeutsche Sprache versteht und spricht, ist diesesIdiom immer mehr ausgeartet und fast ganz auf den gewöhnlichen Verkehr be-schrankt, während das Französische zur Schriftsprache geworden ist. Das einzigeWerk in der flandrischen Sprache, das in neuern Zeiten zu einiger Auszeichnungkam, war Leplat's Nachbildung derÄneis" in burlesken Versen. Während derZeil eines langen geistigen Schlummers haben sich .allerdings Einzelne durch ge-lehrte Forschungen rühmlich auegezeichnet, und Belgien ist stolz auf Männer, wieMean, van der Vynckt, de Nelis, Raepsaet, van Hultsen und Andere, aber esgab keine Elemente einer Nationalliteratur, und mehre in Belgien geborene aus-gezeichnete Gelehrte und Künstler verdankten ihre Erziehung, ihre Ausbildung,ihre geistige Richtung dem Auslande, besonders Frankreich. Wir erinnern unterden Künstlern an Gretry, Mehul, Gossec, die in der französischen Schule ibreBildung erhielten, und an den Prinzen de Ligne, der durch seine Studien gleich-falls dem Auslande angehörte.

Nichten wir dagegen unsere Blicke aus die nördlichen Provinzen, so sehenwir hier eine volkthümliche Literatur aus einer bestimmt ausgeprägten Nationali-tät hervorgehen und durch die Ausbildung des gesellschaftlichen Austandes begün-stigt, seit dem 16. Jahrhundert sich entwickeln, und wieder mit frischer Kraft aus-streben, seit das Band der Nationalität, aus einige Zeit zerrissen, sich von Neuemfester geknüpft hat. Wir bemerken raschen allgemeinen Fortschritt. Die Geschichteder niederländischen Literatur weist es nach, welche Vortheile die nördlichen Pro-vinzen, im Gegensatz der südlichen, der Ausbildung der Landessprache verdankenund wie der Holländische Dialekt zur Schriftsprache erhoben, durch Sprachforschergeregelt, durch geistreiche Prosaiker und Dichter gereinigt und aus eignem Grund-vermögen bereichert, zu einem geschickten Werkzeuge geistiger Mittheilung gewor-den ist, und welche Verdienste in neuerer Zeit sich Bilderdijk, van der Palm, vanDaren, die Baronin de Lannoy, Frau van Merken, Feith, Bellamy, SimonStijl um die Sprache erworben haben. Vorzüglich wirkte van der Palm, der nachder Revolution von 1795 die Leitung des öffentlichen Unterrichts erhielt, durchden Prediger Weiland zu Rotterdam und den Professor Siegenbeek zu Leyden un-terstützt, die Sprache in grammatischer und orthographischer Hinsicht an festereRegeln zu binden. Selbst der Tadel und der Widerspruch gegen diese Bemühun-gen, besonders durch Mecrman und Bilderdijk, waren für die Sprachbildungförderlich. Auszeichnung verdienen besonders auch Ppey, Professor in Groningen,der in seinerkekvopte Feseluellenis ller vellerlunllscüe tnle" (Utrecht 1812)ein gründliches Werk lieferte, Kinker, der die Prosodie neu begründete, und Wil-lems aus Antwerpen, der von 182624 seineVerknullelmg over lle veller-