Niederlande seit dem Jahre 1829
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Machte ging in Erfüllung. *) Ein vereinigtes englisches und französisches Ge-schwader segelte am 4. Nov. von Spithead zur Blockade der hollandischen Küste achund am 6. wurden englische und französische Cabinetsordres erlassen, wodurch diehollandischen Schisse mir Embargo belegt wurden. Am 15. Nov. rückte die fran-zösische Nordarmee in Belgien ein. Die belgische Armee blieb in neutraler Stel-lung; die niederländische stand beobachtend an der Grenze, und Preußen stellte imInteresse des deutschen Bundes ein Beobachtungsheer an der Maas auf. DerAngriff galt blos die Citadelle von Antwerpen. Damit nun General Chasse keinen.Grund habe, die Stadt zu bombardiren, ward die Citadelle nicht von dieser, son-dern von der andern Seite angegriffen. Am 30. Nov. erfolgte des französischenMarschalls Gerard Auffoderung zur Übergabe, und an demselben Tage beganndas Feuer. 'Auch auf der Scheide kam es zu einem Kampfe zwischen der hollan-dischen Flottille und den Franzosen auf den Deichen und Forts von Calloo undvon der Kruisschanze. Bei der letztern wurde der hollandische Contreadmiral Lewevan Aduard getödtet. Endlich, nach der Erstürmung der Lunette St.-Laurentund nach der Zerstörung der Hauser, Casernen und Magazine der Citadelle durchdas Bombardement, als am 23. Dec. die Bresche zuganglich war, mußte der67jahrige General Chasse, nach dem ausdrücklichen Willen seines Königs, capi-tuliren. Am 24. besetzten die Franzosen die rauchenden Trümmer des Schelde-bollwerks. Der ConiNiandant der Flottille, Capitain Koopman, wollte nicht ander Capitulation Theil nehmen; sein Plan, die sechs besten Kanonenböte zu retten,gelang jedoch nicht; 11 wurden von ihrer Besatzung theils verbrannt, theils ver-senkt, und das 12. siel in die Hände der Franzosen. General Chasse, CapitainKoopman und die tapfere Besatzung wurden nicht als Kriegsgefangene, sondernals Geißeln bis zur Übergabe der durch die Überschwemmung geschützten FortsLillo und Liefkenshoek, deren freiwillige Räumung der König der Niederlande ver-weigerte, nach Frankreich geführt, wohin die französische Armee vom 26. Dec.an zurückkehrte. Belgier besetzten den Schutthaufen der Citadelle, und die Scheideblieb für Antwerpen gesperrt, wie vorher. K
Noch vor dem Beginne dieses blutigen Kampfes hatte der König der Nieder-lande, in einigen Punkten nachgebend, die Hand zur Ausgleichung geboten, abernichts erlangt, weil er in den Hauptpunkten nicht nachgab. Er brauchte übrigenskeine Gegenmaßregeln, und beschränkte sich durch die Verfügung vom 16. Nov.darauf, daß alle englischen und französischen Schisse das Reich verlassen und keinezugelassen werden sollten. Nunmehr erklärten sich aber die drei großen Landmachtesehr bestimmt gegen jede fernere Anwendung von Zwangsmitteln wider Hollandzu Gunsten der Belgier, und die Letztern durften ebenso wenig das Schwert ziehen,um sich aus ibrer zwangvollen Lage zu befreien. Selbst in England sprach die öf-fentliche Stimme des Handelsstandes nachdrücklich zu Gunsten Hollands. DieVerbindung Englands mit Frankreich war antinational, noch mehr war es dasauf die holländischen Schiffe gelegte Embargo. Schon am 13. Nov. hatten dielondoner Kaufleute und Bankiers Beschlüsse wider die Fortsetzung des Kriegs ge-gen Holland gefaßt. Thomas Baring fragte: Was habe Holland gethan? Habees ein Embargo auf englische Schisse gelegt? Habe es den Handel Englands ge-kränkt? Im Gegentheil; es habe erst neulich die Abgaben von englischen Waaren
*) Sie mußten wol zu Zwangsmitteln schreiten, da sie in ihrer Erwartung, denWillen des standhaften Königs durch ihre Verbindung zu beugen, sich getäuschtsahen.
**) Diese zweimalige Intervention Frankreichs in der belgischen Sache, im Aug.18Z1 und im Nov. 1LZ2, will ein Publicist im „lournal 6es stebats ^ mit denWorten rechtfertigen: „1>a force n'a ete tlans ces steux occasivns yue i'instru-ment leZitime et Necessaire cie ia paix europeenne."