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Niederlande seit dem Jahre 1829
quartiere zu Breda einen Aufruf an das Heer und am 2. Aug. einen Aufruf andie Belgier, worin er bekannt machte, daß er an der Spitze des Nationalheecsder Niederlande den belgischen Boden betrete, nicht um zu erobern, sondern umdie Bedingungen der Trennung von Holland und Belgien zu sichern, welche durchdie vermittelnden Machte als billig erkannt worden seien. Auch General Baronvon Chasse kündigte durch ein Schreiben vom 1 Aug. an den Befehlshaber derBelgier in Antwerpen den durch die Übereinkunft vom 5. Nov. 1830 bestimmtenWaffenstillstand zwischen der Citadelle und der Stadt Antwerpen förmlich auf;es würden demgemäß auf diesem Punkte die Feindseligkeiten in dreimal 24 Stun-den, am 4. Aug. um 9? Uhr Abends, wieder beginnen. Die Sachlage und dieBeweggründe des Kriegs wurden den am 5. Aug. zusammengetretenen General-staaten eröffnet, auch hatte das haager Cabinet den einzelnen Höfen der fünfMachte davon Anzeige gemacht und deren Beistand aufgerufen. Der Kampf selbstwar national. „Müssen wir fallen", rief in der Kammer de Jonge, „so fallenwir als brave Manner!"
Das Heer des Prinzen von Oranien, unter welchem der Herzog Bernhardvon Sachsen-Weimar, Meyer, Cort-Heiligers, van Geen, van Boekop, Ledelund Andere befehligten, ging, 70,000 Mann stark, auf der ganzen Linie vonKadzand bis Mastricht am 2. Aug. über die Grenze. Der Brigadegeneral De-stombes erstürmte am 3. Nachmittags das befestigte Turnhout, und der Generalde Kock in Staatsflandern die wichtigen Punkte Kapitalendam und die SchleußtVerlaet. Nun waren die Hollander Meister der Deiche, um Überschwemmungenzu veranstalten; sie behaupteten hier eine drohende Stellung, wahrend ihre Haupt-armee in südöstlicher Richtung durch das Limburgische gegen Südbrabant und Lüt-tich vordrang. Dieser Angriff überraschte den König Leopold, der d«e fünf Machteals Bürgen des Waffenstillstandes betrachtet hatte, und sein Kriegsminister warnicht im Stande, entschlossen und klug zu handeln. Leopold foderte daher dieConferenz, Frankreich insbesondere, zum schnellsten Beistande auf, und die Ver-mittelung des französischen Gesandten, General Belliard, sicherte wenigstensAntwerpen durch eine Verlängerung des Waffenstillstandes bis zum 9. Aug. Unterdiesen Umständen wurde die Schiffahrt der Schelde auss Neue gesperrt, und ist esseitdem geblieben bis zur Vollziehung des londoner Präliminarvertrags vom21. Mai 1833. Die französische Nordarmee, unter dem Marschall Ge'rard, zogjetzt, als Hülfsmacht der Conferenz, in Eilmärschen am 9. über die Grenze nachBrüssel; und eine englische Flotte sollte gegen Holland auslaufen, während dieConferenz selbst am 5. Aug. dem holländischen Minister anzeigte, daß sie ausden Verhandlungen die Erneuerung der Feindseligkeiten nicht verstanden hätte, derKönig der Niederlande werde sich daher bewogen finden, die Feindseligkeiten einzu-stellen und seine Truppen in die frühern Stellungen zurückkehren zu lassen. DerMinister antwortete am 8. in dem Sinne des vom Könige angenommenen undvon der Nationalrepräsentation einstimmig anerkannten Systems. Zugleich er-klärte er am 11. den Generalstaaten: „Sollte eine französische Kriegsmacht inBelgien einrücken, so wird die der Niederlande auf ihr altes Gebiet zurückkehren".Unterdessen hatte der König Leopold sein Heer auf dem linken Ufer der Geete auf-gestellt. Die holländische Armee war nämlich in verschiedenen Abtheilungen überGeel und Beeringen, in der Richtung zwischen Hasselt und Löwen, nach einemvon den Schutters bei Houthalen zurückgeschlagenen Angrisse der Belgier nachHeusden, Diest, Haelen und Herck vorgerückt. Die Vorhut des holländischenHeers wurde am 7. Aug. bei Kermpt von 3000 Belgiern vergeblich angegriffen;der Feind mußte sich in wilder Flucht nach Hasselt zurückziehen, und der Weg nachSt.-Trond stand den Hollandern offen. Durch diese rasche Bewegung wurden diebeiden feindlichen Armeen, die Schelde- und die Maasarmee, voneinander abge-
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