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Dritter Band (1833) M bis R
Entstehung
Seite
261
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Niederlande seit dem Jahre 1829 261

Waffenruf, um den Ruhm ihrer Vater rächen und behaupten zu können. Ver-geblich kam der östreichische Geheimrath Freiherr von Wessenberg als Vermittlervon Seiten der Conferenz nach dem Haag. Das niederländische Cabinet bliebbei seiner Ansicht, es sei für Holland unmöglich, die 18 Artikel anzunehmen.

Von diesem Augenblicke an trat des niederländische Staat in eine kriegerischeStellung. Die Begeisterung der Nation für das Recht und die Ehre des Vater-landes zeigte sich in allen Standen. Einen glänzenden Beweis gab die Heldenthatdes Lieutenants van Spijk, der sich (am 4. Febr. 1831) mit seinem an den Strandgetriebenen Kanonenboote in die Lust sprengte, um den Belgiern nicht in die Händezu fallen. Der König legte einen bedeutenden Abzug von seiner Eivilliste auf denAltar des Vaterlandes. Durch Anleihen und freiwillige Beiträge wurden die au-ßerordentlichen Rüstungskosten bestritten, sodaß das Heer, welches bereits 70,000Mann zahlte, bis auf 100,000 Mann, worunter 6000 Mann Cavalerie und25,000 Milizen, gebracht werden konnte. Die allgemeine Volksbewaffnung, anwelcher alle Hollander mit dem lebhaftesten Eifer Antheil nahmen, stand unter derLeitung des Generallieutenants Eort-Heiligers. Auf der Scheide lagen 44 hollän-dische Kriegsschiffe, und die Flotille vor Antwerpen befehligte der tapfere CapitainKoopman. *)

Der König ernannte jetzt den Prinzen von Dramen zum Oberbefehlshaberdes Heers, und der Baron van Zuvlen van Nyevelt eröffnere der Conferenz, daßder König die Unterhandlungen über billige Scheidungsmaßregeln im Sinne desProtokolls vom 27. Jan., Anhang fortsetzen wolle, zugleich aber auch entschlos-sen sei, sie mit den Waffen in der Hand zu unterstützen Allein das englische unddas französische Cabinet glaubten so wenig, daß Holland sich gegen den Willen vonEngland und Frankreich zu einem Kriege entschließen werde, daß die Conferenz viel-mehr in einem Schreiben vom 25. Jul. auf neue Unterhandlungen antrug. Da-gegen sah Holland nur im Kriege-sein Heil. Also erließ der König am 1. Aug. einManifest, in welchem er unter Anderm sagte.Wir haben keine Mittel unver-sucht gelassen, um unter Erhaltung des allgemeinen Friedens Bedingungen derTrennung von Belgien zu erlangen, die mit der Ehre und den Interessen des ge-treuen Nordniederlands vereinbar waren. Wir haben als solche die Bedingungenbetrachtet und auch sogleich angenommen, welche uns zu diesem Ende von den ver-mittelnden Machten vorgeschlagen und verbürgt worden waren; da wir aber mFolge der jüngsten Ereignisse die Erfüllung unserer gerechten Erwartung von derVerwirklichung eines solchen Arrangements wiederum auf die schmerzlichste Weiseverschoben sehen, und wir unsere Unterthanen nicht langer können fruchtlos drückenlassen von den Lasten und Kosten, welche sie seit neun Monaten tragen, so bleibtuns zur Erhaltung des Vaterlandes keine andere Wahl übrig, als mit Vertrauenauf Gort und die Gerechtigkeit unserer Sache mir der Macht der Waffen die Un-terhandlungen zu unterstützen, um diejenigen Bedingungen der Trennung zu erlangen, die von den vermittelnden Machten als billig erkannt worden und zur Be-festigung der abgesonderten Nationalexistenz von Nordniederland unentbehrlichsind." Ein Schreiben des Ministers des Auswärtigen, Baron Verstolk van See-len vom 1. Aug. zeigte der Conferenz an, daß der König die Unterhandlungen überden Abschluß eines Schlußvertrags auf die zuerst angenommene Grundlage zwarerneuern, aber sie zugleich durch militairische Mittel unterstützen wolle, weil PrinzLeopold durch die Annahme der belgischen Constitution Hollands Territorialrechteverletzt habe. An demselben Tage erließ der Prinz von Oranien aus seinem Häupt-el Die belgische Armee zahlte 68,000 Mann und »0,000 Burgcrgardistur; al-l in nur an der Scheide uns an der Maas waren größere Truppencorps zasam-mengezogen; die übrigen standen zerstreut, und das Kriegswesen war in schlechtemZustande.