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Niederlande seit dem Jahre 1829
bewerbung dcr Akademie der EruSca gekrönt; ihm folgten, dem griechischen My-thus entlehnt, „Jno und Themisto", „Medea und Odipus im Haine der Eumeni-den"; dann „Mathilde" (ein Sujet aus der Zeit der Normannenherrschaft in Si- !cilien), „Nabucco (ein rätselhaftes, ohne des Dichters Namen zu London erschie-nenes Drama, welches Napoleon und seine Zeit in fremdem Gewände darstellt)uns „Antonio Fosca im". Durch die letztere, dcr venetianischen Geschichte entnom-mene Tragödie, welche überall, wo man sie auffuhren durfte, den größten Enthu-siasmus erregte, wurde N.'s Ruhm aus immer begründet. Sein neuestes drama- >tisches Werk ist „Johann von Precida", zuerst 1830 in Florenz gespielt, das anbegeisterndem Schwünge, an Glut der Leidenschaft und dem hinreißenden Feuereiner kraftvollen melodischen Sprache und wohlklingender Verse den besten Erzeug-nissen des italienischen Theaters gleichzustellen ist, dem aber leider wie dem „Fosca-rini" politische Befürchtungen den Zugang zu fast allen Bühnen untersagen. Eingeschichtliches Werk über die sicilische Vesper sowie eine neue Tragödie ausder florentinischen Geschichte werden schon seit einiger Zeit von ihm erwartetVon einer Gesammtausgabe von N.'s Schriften erschienen 1831 in Florenzdrei Bande, die Trauerspiele und lyrischen Poesien und die prosaischen Aufsatzeenthaltend. (58)
Niederlande (Königreich der) seit demIahre 1829. Dieser kleine ,Staat, der ohne Belgien und Luxemburg einen Flachenraum von nur .538 s^M. mit1,445,000 Bewohnern umschließt, hat in der jüngsten Zeit eine Kraft des Wider-standes gegen Unrecht und Gewalt entwickelt, welche ihm die Achtung und Bewun-derung der Mir- und Nachwelt erwerben müßte, wenn er diese Achtung und Be-wunderung nicht schon in einem fast dreihundertjährigen Leben als ein unvergäng-liches Erbgut seiner Vater besäße. Nordniederland war das Kind des Fleißes, desGesetzes und der Bildung der Freiheit. Es ist zu einem starken Mann aufgewach-sen, der einst Ludwig XIV. Siegeslauf hemmte und den britischen König (Karl ll )aus seiner wollüstigen Ruhe aufschreckte, der eine Zeit lang zwar, durch innere iParteiung geschwächt, von dem Waffenstnrme Frankreichs und von Napoleon'sMachtwillen gebeugt werden konnte, der aber bei dem ersten Aufruf zur Unabhän-gigkeit sich mit Jünglingsmmh erhob, und um aller Parteiung durch die Einheitentgegenzuwirken, das alte Schirmhaus der niederländischen Freiheit, sein gelieb-tes Fürstenhaus Oranien, mit der monarchischen Würde bekleidete. Nun verei-nigte zwar die Staarskunst des wiener Congrcsses das herrenlose Belgien, mit Ein-schluß von Lüttich, und das allgermanische Herzogthum Luxemburg, als ein Grof-herzogthum des deutschen Bundes, zum Ersatz für die von dem Hause Oranien inDeutschland an Preußen und Nassau abgetretenen Familienländer, mit Nordnie-deriand unter Einem Souverain, als König, wogegen Holland seine an Englandabgetretenen Eolonien nicht wiedererhielt: allein diese Verbindung Südniedeulands mit Nordniederland war für das junge Königreich eine verhängnißvolle Au?- ^stattung. Denn um Frankreichs Nordwestgrenze mit einem Bollwerke zumSchutze Europas zu umschanzen, erhielt der König der Niederlande die Bewachungund Unterhaltung einer betrachtlichen Zahl von Festungen. *) Weit nachteiligerwar für die innere Vereinigung der gesummten Niederlande die religiöse, sprach- sliche und sittliche Abneigung der meisten Belgier gegen das protestantische Hol-land. **) Man tadelt den Cengreß, als ob er dadurch, daß er keine getrennte Ver-waltung für Belgien festsetzte, einen politischen Fehler degangen und den Grundzu der spätem Revolution selbst gelegt habe; allein, wer die Bewohner der bclgi-
>) Die Vereinigung Hollands mit Belgien nannte Lord Abcrdeen im Parlamenteam 25. Jan. 18Z2 „NN cwraiiAement. kor All Lluropeem odsect".
") Dies zeigte sich schon D15 in Brüssel bei dcr Abstimmung über daß geme'n-
schasiliche Grundgesetz.