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Neureuther
Nicander
Stelle enthoben wurde, weil angeblich bei seinem Geschichtsunterrichte in religiöserBeziehung zu freie Äußerungen vorgekommen sein sollten. Von 1825— 27pri-vatisirte er in München, und ging alsdann nach Venedig, um in dem armenischenKloster auf S.-Lazaro Armenisch zu lernen. Von hier aus ging er 1828 nachParis, wo er seine orientalischen Studien fortsetzte, und sich nun vorzüglich auf dasChinesische legte. Einen Theil des Jahres 1829 brachte N. in London zu, undseine Sprachkenntniß eröffnete ihm die Aussicht, auch einen Theil Indiens undChina zu sehen. Er kehrte jedoch, bevor er die Seereise unternahm, nach Mün-chen zurück, ging von da nach Berlin und im Febr. 1830 wieder nach London.Im Apr. desselben Jahres reiste er nach China, landete unterwegs auf Java undzu Singapore und kam zu Anfang Sept. 1830 in Kanton an. Sein Streben warvorzüglich, sich hier im Chinesischen zu vervollkommnen und eine chinesische Bü-chersammlung, woran es in Deutschland ganzlich fehlte, anzukaufen. Er war soglücklich seinen doppelten Zweck zu erreichen. Seine chinesische Bibliothek ist nahean 10,000 Bande stark und umfaßt alle Fächer der Literatur. Das preußischeMinisterium übergab ihm bei seiner Abreise 1500 Thaler, um dafür in KantonBücher anzukaufen, und N. lieferte nach feinerRückkehr 1831 für diese Summe derköniglichen Bibliothek zu Berlin über 2400 Bande. Den Rest seiner Sammlunghat N. mit sich nach München genommen, wo er eine Professur erhalten hat. Seinechinesische Bücherfammlung ist nach dem Urtheil der Kenner, wie Klaproth und Sta-nislaus Julien, in ihrer Art einzig in Europa. Er hat weder von einer Regierungnoch von einem Privatmanne irgend eine Unterstützung zu seinen Reisen und andernUnternehmungen erhalten noch je nachgesucht. Zu seinen eignen Werken gehören:„Rermn Oeticarum spocimeit" (Göttingen 1820); „über die Staatsverfassungder Florentiner von Leonardus Aretinus" (Frankfurt a. M. 1822); „HistorischeVersuche" (Heidelberg 1825); ,,/^ristoteüs rejindlioarum kra^meuta" (Heidel-berg 1826); „Nörnoire Sur la vie et les ouvrae;«- cke David, jiküosopllo arme-nie» (tu cinc;»ieine sieele de notre ere" (Paris 1829). Er übersetzte aus demChinesischen: „ cküe cateellisin ok tüe 8üamans" (London 1831); „Distor^ oktlle pirates" (London 1831); aus dem Armenischen: ,,'IAe llistoi^ ok Varwa k>^LIisäus" (London 1830); und „Vaüram's eüroniele ok tüe armenian lvingdoinin Cüicia" (London 1831).
Neureuther (Eugen), geboren zu München am 6. Febr. 1806, einesMalers Sohn, wurde durch das Studium der Pflanzenwelt und durch die darinherrschende, immer in Freiheit sich verlierende Architektonik auf ein Feld geführt,auf welchem sich in neuerer Zeit, seit Runge, kein Künstler mit gleichem Glückebewegt hat. Nachdem er lange Zeit unter Cornelius' Leitung an den Arabesken inder Glyptothek gearbeitet, unternahm er die Herausgabe einer Sammlung Göthe'-scher Lieder mit Randzeichnungen, die ihm nicht nur die teilnehmendste Aufmerk-samkeit des Dichters selbst, sondern auch den Beifall des größern Kunstpublicumserwarben. Sie erschienen zu Stuttgart 1829 — 30; den darin herrschenden Cha-rakter, das Fortspinnen des im Gedicht enthaltenen Gedankens auf neue eigen-thümliche Weife, bezeichnet Göthe selbst höchst prägnant als eine neue Melodie, inder er sich, wiewol verjüngt, wiederfinde. Darnach ging N. im Auftrag vonCotta nach Paris und zeichnete für ihn die französischen Revolutionslieder mitDarstellungen aus der Juliusrevolution in arabeskenartiger Form: „8ouven !rdu29, 30, 31 stallet ete." Neuerdings gibt er heftweis Dichtungen aller deut-Classiker mit seinen Randzeichnungen heraus, die eine ganz besondere Aufmerksam-keit des Publicums verdienen. (13)
Nicander (Karl), geb. am 20. Marz 1799 in Strengnas, wo sein Va-ter Conrector der Trivialschule war, bezog 1817 die Universität zu Upsala, und tratzuerst unter dem Namen August als Dichter in dem dort erscheinenden Taschenbuch/
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