Neumann (Karl Friedrich)
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1818, wo er in vi? preußische Militairadministration eintrat, in welcher er jetztden Posten eines Intendanturraths bekleidet. Er lieferte 1805 und in den folgen-den Iahren Beitrage zu den von Adalbert von Chamisso und Varnhagen von Enseherausgegebenen Musenalmanachen, gab 1808 mit Letzterm gemeinschaftlicheinen Band „Erzählungen und Spiele" heraus (Hamburg) und arbeitete 1807in Gemeinschaft mit Varnhagen von Ense und Andern in Folge einer scherzhaftenVerabredung an dem 1808 anonym erschienenen, jedoch unvollendet gebliebenenRoman „Karl's Versuche und Hindernisse". Eine Übersetzung von Macchiavelli's„Florentinischen Geschichten" erschien 1809 (2 Bde., Berlin). Er redigirte 1811eine Zeit lang den „Preußischen Vaterlandsfreund" und gab 1818 mit Fr. Baronde la Motte Fougue gemeinschaftlrch die Zeitschrift „Die Musen" heraus. Nacheiner durch Berufsgeschäfte herbeigeführten langen Unterbrechung seiner literari-schen Thätigkeit hat er seit 1828 Gedichte und zahlreiche Aufsatze schönwissenschast-lichen und andern, vornehmlich kritischen Inhalts in mehren Zeitschriften, z. B. inHitzig's „Zeitschrift für die Criminalrechtspflege in den preußischen Staaten",Dessen „Annalen der auslandischen Criminalrechtspflege", den „Jahrbüchern fürwissenschaftliche Kritik :c.", den „Blattern für literarische Unterhaltung" gelie-fert. Der Charakter seiner schriftstellerischen Erzeugnisse ist echter Gehalt mitfeiner Bildung vereinigt. Dies gilt von seinen Gedichten wie von seiner Prosa,von seinen lyrischen wie von seinen kritischen Arbeiten; Alles, sowol in jenenals in diesen, hat eine feste Grundlage, ist eigenthümlich bewahrt und-gestaltet,ohne je in blos klingende Phrasen abzuschweifen oder unverarbeitete Gedankenhinzugeben. Ein seltenes Talent launiger Auffassung und scherzhafter Darstellung,das unter Anderm in dem oben erwähnten Roman sich durch meisterhafte Nachbil-dungen des Styls und der Manier von Johannes Müller, von Jean Paul Rich-ter und Andern dargethan, scheint in der spätern Zeit wenig Gelegenheit der Aus-übung gefunden zu haben. Dagegen sind sein Scharfsinn und Takt in Erfassungdes Individuellen für den Werth seiner kritischen Arbeiten mehr und mehr bedeu-tend geworden, die auch überall verdiente Anerkennung gefunden haben. DurchBesonnenheit, verständige Einsicht, klare, gebildete Sprache, treffendes Urtheilund schrckliche Freimüthigkcit reihen sich seine Recensionen den besten Kritiken unse-rer Literatur an. Man fühlt es gleich beim Lesen derselben, daß ihm bei Beurthei-lung deS Einzelnen stets die Beziehung auf ein größeres Ganzes des literarischenBildungszustandes gegenwärtig ist, und daß auch wieder dieser letztere ihm miteinem höhern geistigen Gesammtleben zusammenhängt.
Neu mann (Karl Friedrich) ward am 22. Dec, 1798 zu Reichmannsdorfunweit Bamberg geboren, wo seine Altern, wie dies bei Landjuden Sitte ist, durchHansirhandel und Krämerei sich kümmerlich ernährten. Sein Vater gab sich alleMühe, ihn zu einem tüchtigen Handelsmann auszubilden, und entschloß sich erst,nachdem alle Versuche verunglückt waren, ihn auf die jüdische Lehranstalt nachFürth zu schicken, um dort den Talmud zu studiren. Auch hier rhat N. nicht langegut; er ward in einigen Dörfern Frankens jüdischer Schullehrer und Ochsentrei-- bcr, Beschäftigungen, die ehemals nicht selten in einer und derselben Person ver-einigt waren. Er kam 1812 nach Frankfurt am Main, wo ein Oheim sich seinerväterlich annahm, erhielt bald Beschäftigung in einem Handelshause und wendeteseinen geringen Verdienst und seine wenigen Mußestunden dazu an, die großenLücken seiner frühern Erziehung und Bildung auszufüllen. Vom Frühling 1818bis zum Herbst 1817 studirte er zu Heidelberg, und ging von da nach München, woer zur evangelischen Kirche übertrat. In München setzteer seine Studien fort, machtedas Examen für das höhere Lehramt und ging dann auf ein Jahr nach Göttingen.Er wurde 1821 als Lehrer an einem Gymnasium angestellt und ein Jahr daraufnach Speier versetzt, wo er bis 1325 blieb, da er im Mai dieses Jahres seimc