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Neuster
Neumann (Friedrich Wilhelm)
NM Nationalsinn, der rein von jeder Beimischung ist; die Schweiz kann inihrer neuen Organisation kein fremdartiges Element mehr dulden; Neuenburgmuß entweder ganz preußisch oder ganz schweizerisch werden; zu diesem Zweckeführt aber nur ein Weg, der Weg der Gerechtigkeit und der Achtung allseitigerRechte. (29)
Neusfer (Christian Ludwig) wurde zu Stuttgart, wo sein Vater Consisto-rialregistrator war, am 26. Jan. 1769 geboren und erhielt seine erste Bildung aufdem damals ziemlich dürftig ausgestatteten Gymnasium seiner Vaterstadt. Mit sel-tener Treue besorgte die Erziehung des Sohnes die fromme Mutter, geborene Pelar-gus, aus einer Familie griechischer Flüchtlinge stammend. Sie suchte den Sinn fürdas Schöne und Gute früh in ihm zu wecken. Die Liebe zur Dichtkunst wuchs mitdem Knaben auf, und der Jüngling ward frühzeitig mit dem damaligen Pflegerund Oberpriester der schwabischen Musen, Gotthold Staudlin, bekannt und vonihm zuerst in die deutschen Clasfiker eingeführt. Im Herbst 1786 bezog er dastheologische Seminar zu Tübingen, war in den Collegien unfleißig und studirtenach eigner Wahl, besonders elastische Literatur; unter feine poetischen Jugend-genosten gehörte besonders auch Hölderlin. N. bearbeitete schon damals eine me-trische Übersetzung der „Äneis", von welcher Proben in Wiclano's „Merkur"erschienen. Nachdem er 1791 die Universität verlassen, ward er Vicar und balddarauf Waisenhausprediger in Stuttgart, wo ihm eine Professur an der Karls-akademie nur durch den Tod ihres Gründers entging. Mit vaterlicher Liebe nahmihn gleich beim ersten Besuche der eben seiner Haft auf Hohenasperg entlas-sene Schubart auf, dem er nun an seiner berühmten „Chronik" arbeiten hals.Seine Hand drückte dem Sterbenden die Augen zu. Mit doppeltem Eifer legtesich N. aufsein Lieblingstudium, als Heyne einige Bruchstücke seiner „Äneis" sehrgütig aufgenommen hatte. Aber der Tod seiner Geliebten, welche seine Gedichte un-ter dem Namen „Ida" feiern, machte ihn lange für alle anstrengenden Arbeiten un-tauglich. Inzwischen errichtete er eine Erziehungsanstalt für Madchen, welche überErwartung gedieh, nicht mehr untergegangen und als der erste Keim des jetzt soblühenden Katharinenstifts zu betrachten ist. Indessen hatten die Stürme der Revo-lution alle Bande des geselligen Lebens loser gemacht. N. selbst wurde verdachtigt undvertauschte seine sonst angenehme Lage, indem er als Diakonus mit seiner jungenGattin nach dem Stadtchen Weilheim an der Teck zog (1803); er vertauschte aberdieses Amt in der Folge mit der Dorspsarre zu Zell unter Aichelberg und wurde endlich1819 nach Ulm zur Stadtpfarrei am Münster und zum Schulinspectorat berufenauch 1821 Mitglied des ehegerichtlichen Senats für den Donaukreis. N. ist alsLyriker besonders glücklich in der Horazischen Epode; als Jdyllendichter trat er mitAuszeichnung in die Fußstapfen vonVoß; als metrischer Übersetzer der „Äneis"und mancher Horazischen Oden ist er unsern classischen Schriftstellern beizuzahlen.Seine Hauptschriften sind: „Der Tag auf dem Lande" (Bremen 1802; un-ter Voß' Namen nachgedruckt 1805; Ausgabe letzter Hand, Leipzig 1828); „Ge-dichte" (Stuttgart 1805); Verdeutschung von Virgil's „Äneis" (Norden 1616,umgearbeitet 1830); „Günther", episches Gedicht (1816); „Die Herbstseier"(Stuttgart 1802, umgearbeitet 1828); Übersetzung des Sallust (Leipzig 1819);„Poetische Schriften" (2 Bde., Leipzig 1827—28); „Gedichte" (2 Bde., Hild-burghausen 1829). Eine Verdeutschung des Hora; bereitet er in Verbindungmit Professor Schwab vor. (43)
Neumann (Friedrich Wilhelm), geboren den 8.. Jan. 1781 zu Berlin,wo sein Vater Kaufmann war, widmete sich, da er seine Altern früh verlor, gegenseine Neigung dem Kaufmannsstande, kehrte jedoch in seinem 24. Jahre ganz zuden Wissenschaften zurück, denen er schon früher seine Nebenstunden gewidmethatte. Philologische und kameralwissenschastliche Studien beschäftigten ihn bis
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