edel, gesellig, aber für die Freuden der Tafel gelegentlich nur allzu empfanglich.Seine lyrischen Gedichte, welche tiefes Gefühl und Reichthum der Phantasie,Innigkeit und frisches Leben athmen, werden sein Andenken erhalten. Sein Nach-laß, der unter Anderm auch die oben erwähnten Vorlesungen enthalt, erschienunter dem Titel: literar^ remains" (London 1829). (5)
Neipperg (Albert Adam, Graf von), östreichischer Generalfeldmarschall-lieutenant, Ehrencavalier der Erzherzogin Marie Luise, Herzogin von Parma,zweiter Inhaber des Husarenregiments Erzherzog Ferdinand, stammt aus einemaltberühmten Geschlechte der schwabischen Ritterschaft des Kreichgaus und wardam 8. Apr. 1775 geboren. Sein Großvater, Graf Wilhelm von N., Feld-znarschall und Ritter des goldenen Vließes, schloß 1789 den unglücklichen belgra-der Frieden und verlor 1741 die erste Schlacht bei Mollwitz wider Friedrich II., dieSchlesiens Schicksal entschied. Dennoch blieb er bis an seinen Tod 1773 ein Lied-ling Franz I. und Maria Theresia's, Hofkriegsrath und Commandant von Wien.Graf N. trat mit dem Ausbruch des Revolutivnskriegs noch sehr jung unter dieöstreichischen Husaren, kam aber bald in den Genetalstab und zog durch edle Ge-stalt, Beredtsamkeit, Liebenswürdigkeit und kühnen Muth Aller Augen auf sich.In der Schreckenszeit in feindliche Gefangenschaft gerathen und für einen Emi-granten gehalten, verlor er durch wülhende Mißhandlung ein Auge, diente aberfortwahrend mit glänzender Auszeichnung in den Niederlanden und am Rheine,wo er bald das besondere Wohlwollen des Marschalls Wurmser gewann, bei denverschiedenen Versuchen zum Entsätze Mantuas tresslich wirkte, die besondere Liebeder Tiroler erwarb und im Apr. 1797 die insgemein dem General Laudon zuge-schriebene Befreiung Tirols bewirkte, bis Verona drang, den General Ballandin die Citadelle einschloß und den Ausbruch der Jnsurrection der venetianischenterra terma entschied. Im glorreichen Feldzuge von 1799 glänzte N.'s Namebei jeder Gelegenheit, bei Cassano und Novi, durch die romantische Einnahme vonEasale und die Wegnahme der Gebirgshöhen, besonders des 0o1 cke ?enes>trelle5.Gleiche Auszeichnung errang er im folgenden, durch die Schlacht von Marengobeendigten, italienischen Feldzuge von 1800. N. war mit dem Grafen Saint-Julien in Paris Auch auf ihn erstreckte sich das Mißfallen über den von Saint-Julien mit Talleyrand abgeschlossenen Präliminarfrieden, der in Wien nicht ge-nehmigt ward. Saint-Julien wurde nach der Festung Karlsburg, N. nach Man-tua verwiesen Er trat aus diesem Krieg als Befehlshaber des siebenten Husaren-regiments. Er vermählte sich 1800 nach langer unglücklicher Liebe mit einergeschiedenen Remondini aus Bassano, die ihm vier Söhne gebar, Alfred, Fer-dinand, Gustav und Erwin, alle im östreichischen Kriegsdienst. Sie starb1815. Im Kriege von 1809 stand N. beim Armeecorps des in das Großherzog-thum Warschau eindringenden, aber bald wieder daraus und selbst aus östreichischPolen vertriebenen Erzherzogs Ferdinand: die einzige Gelegenheit, bei welcherNiemand N 's Talent und Entschlossenheit wiedererkennen wollte und die einefast schmähliche Episode des, wenn auch unglücklichen, doch ruhmvollen Kriegsvon 1809 war. Er wurde 1811 Gesandter in Schweden, 1812 gerieth er zurZeit des französischen Feldzugs gegen Rußland, durch die nach langer Spannungendlich ausgebrochene offene Feindschaft in noch größere Gefahr, als durch jenenpariser Frieden. Sein rühmlicher Antheil an den Ereignissen vor und in derSchlacht bei Leipzig brachte ihm die Ehre, als Überbringer der Siegesnachricht inWien einzuziehen. In dem dreimonatlichen Feldzug in Frankreich gewann N.neue Lorbern. Es war gewiß ein scharfer Blick, der N. im Herbst 1814 zumOberhofmeister der von Napoleon getrennten Marie Luise erkor. Nach einerlangen, schmerzvollen Krankheit starb er am 22. Febr. 1829, ein Verlust, derzugleich mir jenem des Commandirenden in der Lombardei, Grafen Bubna, kür