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Dritter Band (1833) M bis R
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Neander <Johann August Wilhelm)

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20jährigen Praxis sich erworben zu haben. Schon 1829 erhielt die Sphäre seinesWirkens eine bedeutende Ausdehnung durch die Ernennung zum ersten General-superintendenten der Provinz Brandenburg und Director des Consi'storiums. EineAnerkennung treu geleisteter Dienste von Seiten des Königs war die Verleihungder Würde, eines Bischofs der evangelischen Kirche, die er 1830 erhielt. In Jah-resfrist folgten zwei neue ausgezeichnete Berufungen, bei denen man die Zeit, inder sie geschehen, nicht übersehen darf, die Ernennung zum Mitglied des Ober-censurcollegiums (Nov. 1830), zum Mitgl-ied des Staatsrathes, Nov. 1831.Hierzu kamen noch manche stadtische Verwaltungsgeschäfte, wie die Mitgliedschaftin der berliner Armendirection w., der unzahligen einzelnen Veranlassungen, zudenen die Theilnahme eines Mannes in seiner Stellung gewünscht wird, nicht zugedenken. N. ist im Besitze oer seltenen Kunst, auf diese vielfachen, zum Theilsich durchkreuzenden, zum Theil ausschließenden Geschäftskreise, ein gleiches Maßvon Kräften zu vertheilen, sodaß in jedem einzelnen Zweige der ganze Mann wirkt,und er dabei alle Zeit das Ganze mit seinem Blick überschaut und durchdringt.Uberall stellt er sich dar als Mann des Gesetzes und der Ordnung, als welcherer selbst den Gegnern Anerkennung abzunöthigen gewußt hat. Schriftstellerischtrat N. zuerst hervor mit einem in psychologischer Beziehung interessanten Buche:Die erste merkwürdige Geistererscheinung des 19. Jahrhunderts" (Dresden1804). Ihr folgten von 1810 23 eine Reihe einzelner Casualpredigten.Bei einer Wirksamkeit, wie sie ihm zu Theil geworden, würde eine literarischeThatigkeit theils das rechte Maß überschreiten, theils müßte sie auf seine Ämternachtheilig durch die Kraftzersplitterung wirken. Dennoch konnte es ihm gelingenPredigten über auserlesene Stellen der heiligen Schrift" (2 Bde., Berlin1826) herauszugeben, als deren Charakteristisches Klarheit des Gedankens, Ge-diegenheit der Form ausgezeichnet werden dürften. Aus dem angeführten Grundeist sein Antheil an demJournal für Prediger", welches er mit Bretschneider undGoldhorn edirt, ein verhältnismäßig geringer. Das, was er hier gegeben, läßt inder That bedauern, daß er abgehalten ist, seine literarische Muße der Theologie,vorzüglich ihrem kritischen Theile, zuzuwenden. (86)

Neander (Johann August Wilhelm), ordentlicher Professor der Theolo-gie zu Berlin, Consistorialrath in dem königlichen Consistorium der Provinz Bran-denburg, wurde geboren zu Göttingen am 16. Jan. 1789 und verlebte den größ-ten Theil seiner Jugend in Hamburg. In dieser Stadt, die er als seine eigentlicheHeimat ansieht, erhielt er seine wissenschaftliche Vorbildung auf dem Gymnasiumund Johanneum, welches damals unter Gurlitt's Leitung blühte, dessen Wohlwol-len sich N. in besonders hohem Grade zu erfreuen hatte. Seine akademischenStudien begann er in Halle 1806*), beendigte dieselben in Göttingen, vorzüglichunter dem ehrwürdigen Planck, dem N. noch kürzlich ein Opfer seiner Pietät dar-gebracht hat. Nach einem kurzen Aufenthalt in Hamburg begab er sich 1811 nachHeidelberg, und bestieg dort den theologischen Lehrstuhl mittels Vertheidigungseiner Schrift:De stäei Almseos^uo istene, ml se mvieem ut^ue all zchi-losoptüum reserätur, ratione, secnncliim mentem dementis ^lexemstrini"(Heidelberg 1811). Schon im folgenden Jahre wurde er außerordentlicher Pro-fessor der Theologie in Heidelberg. Er gab jetzt seine durch lebendige Frische derDarstellung und wahrhaft geistvolle Behandlung gleich ausgezeichnete Schrift:Über den Kaiser Julianus und sein Zeitalter" (Leipzig 1812), heraus, in welcherer sich alsbald als Meister in diesem Zweige der Kirchengeschichte ankündigte, undwelche auch eine merkwürdige Entwickelungsftufe seiner Denk- und Betrachtungs-weise bezeichnete. Im folgenden Jahre erhielt N. einen Ruf an die Universität zu

*' Kurz vorh r war er von dem Iudenthum zum christlichen Glauben überge»fttten D. Sieb

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