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Dritter Band (1833) M bis R
Entstehung
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231
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Naumann (Karl Friedrich) Naumann (Moritz Ernst Adolf) 231

München. Preußen hat gegenwärtig fast in allen Welttheilen Reisende; Schiedeund Deppe sammeln in Mexico und Peru, Meyen in China. Ebenso schickteFrankreich Duvaucel und Diard nach Ostindien, und eine ganze Gesellschaftjunger Leute unter Bory de St.-Vincent nach Griechenland. Die Englanderunterhalten bestandig Sammler in Amerika, Neuholland und Ostindien, wo siebesonders vom Garten zu Kalkutta ausgehen. Für Oestreich ist Natterer noch im-mer in Brasilien; für Leyden Maclot in Südindien. Die ostindische Compagmehat ihren Pflanzenschatz mit allen Botanikern Europas getheilt. Auf diese Weileist eine Masse von Naturalien, besonders Pflanzen und Thieren, binnen 80 Jah-ren in Europa aufgehäuft worden, hinter welcher die Sammlungen der frühernJahrhunderte weit zurückbleiben. Die Zahl des Neuen ist so ungeheuer, daß vieleJahre vergehen werden, ehe Alles beschrieben und abgebildet ist. Es wird kaumeinen Zweig des Wissens geben, in welchem seit dem Anfang dieses Jahrhundertsso viel gearbeitet und geleistet worden ist, als in der Naturgeschichte. (85)

Naumann (.Karl Friedrich), ältester Sohn des ehemaligen KapellmeistersNaumann in Dresden, wurde 1798 geboren, verlor seinen Vater frühzeitig undverdankt seine erste Erziehung hauptsächlich einer trefflichen Mutter, welche derAusbildung ihrer Söhne jedes Opfer zu bringen wußte. Er bezog 1812 die Für-stenschule zu Pforta, ging von da 1816 auf die Bergakademie zu Freiberg, umMineralogie, Geognosie und andere Zweige der Naturwissenschaft zu studiren, ver-ließ sie jedoch nach Werner's Tode und studirte 2^ Jahr lang unter manchen stö-renden Verhältnissen philosophische und Naturwissenschaften zu Leipzig und Jena,promovirte am letztern Orte, ging nochmals nach Freiberg, besonders um Mohszu hören, und machte 1821 22 eine wissenschaftliche Reise nach Norwegen.Bei dem Mangel jeder Aussicht zu einem Wirkungskreise auf der vaterlandischenUniversität, habilitirte sich N. 1828 in Jena, wo eine Professur der Mineralogieund ein reich ausgestattetes mineralogisches Museum bestand, wurde jedoch späterveranlaßt, um eine außerordentliche Profcssur der Philosophie an der UniversitätLeipzig anzuhalten, und habilitirte sich daselbst im Herbst 1824. Als 1826 Mohsden Ruf nach Wien angenommen hatte, wurde N. an der Bergakademie zu Frei-berg als Professor der Krystallologie angestellt, zugleich auch mit der specialen Dis-ciplinaraufsicht und den currenten Expeditionsgeschäften in allgemeinen bergakade-mischen Angelegenheiten beauftragt, in welcher Stellung er sich noch gegenwartigbefindet. Von selbständigen Arbeiten hat N. außer mehrfachen Beitragen zu Jour-nalen geliefert:Beiträge zur Kenntniß Norwegens" (2Theile, Leipzig 1824);Versuch einer Gesteinslehre" (Leipzig 1824);Grundriß der Krystallographie"(Leipzig 1825);Lehrbuch der Mineralogie" ^Berlin 1828);Lehrbuch der rei-nen und angewandten Krystallographie" (2 Thle , Leipzig 1880). Neuerdingsist ihm provisorisch die Bearbeitung der aeognostischen Landesuntersuchung des Kö-nigreichs Sachsen übertragen worden.

Naumann (Moritz Ernst Adolf), Professor der Medicin in Bonn, ge-boren zu Dresden am 7. Oct. 1799, Bruder des Vorigen, genoß bis zum Be-suche der höhern Elassen der Kreuzschule in Dresden größtenteils den Unterrichtvon Hauslehrern und bezog 1816 die Universität Leipzig, nachdem er sich für dasStudium der Medicin entschieden hatte. Bis 1822 befleißigte er sich desselben ab-wechselnd in Leipzig und in Berlin; an letzterm Orte war er ein fleißiger Schülerdes berühmten Klinikers Berends, der ihm sein Vertrauen schenkte und ihn näheran sich zog. N. erhielt 1820 zu Leipzig die medicinische Doctorwürde, und habi-litirte sich daselbst 1824 als Prisatdocent, wurde jedoch 1825 als außerordentlicherProfessor nachBerlin berufen. Seit 1828 ist er als ordentlicher Professor der Medicinin Bonn angestellt. Außer vielen kleinen, in Journalen zerstreuten Aufsätzen hat erfplgende Schriften geliefert:Kritische Untersuchungen der allgemeinen Polaritäts?