230
Naturforscher-Reisen
gierungen unterstützt waren. So von Hernandez, Marcgrave, Feuillee, P. BrownEatesby, Aublet, Löffling, Swartz, Molina, besonders Jacquin, Ruitz und PavonAzara, Humboldt und Bonpland, Prinz Max von Wied, Lesueur, Auguste deSt.-Hilaire, Mawe, Koster und Swainson, Pöppig nach Amerika; Bomius,Rhede, Rumph, Kämpfer, Burmann, Loureiro, Thunberg:c. nach Ostindien;Alpinus, Kolbe, Sparrmann, Levaillant, Bory de St-Vincent, Palissot, Lich-tenstein, Salt, Burchell, Rüppell nach Afrika; Belon, Turnefort, Forskal, Pal-las nach dern Orient und nach Sibirien. Aber erst in der neuern Zeit und fasterst seit dem Anfange dieses Jahrhunderts haben die Regierungen, besonders diefranzösische, englische und russische, eigne Schiffe ausgerüstet, um die Welt zu um-segeln und Naturalien zu sammeln. Es ist nicht möglich, alle Reisen der Art aus-zuführen. Cook's wiederholte Weltumsegelungen sind bekannt, ebenso die von Kcu-senstern. Diejenigen, welche am meisten zurückgebracht haben, sind die Expedi-tion nach Ägypten und die von Baudin nach Neuholland, worauf sich Peron be-fand. Dann folgen an Wichtigkeit die Expeditionen unter Freycinet, Duperreyund d'Urville, sowie die Reisen der Englander unter Roß und Parry nach demNordpol, worüber besonders von Richardson ein schönes Werk vorhanden ist. AuchRumjänzoff hat durch ein eignes Schiff die Welt in dieser Hinsicht umsegeln lasten.Am zuträglichsten hat man es am Ende gefunden, in den entfernten Ländern eigneReisende zum Einsammeln und Beobachten der Naturgegenstände auf öffentlicheKosten zu halten, worin besonders die englisch-ostindische Compagnie viel gethanhat, durch Roxburgh, Buchanan, Hamilton, Wallich u, v. a. Raffles undHorsfield haben für Java Unglaubliches geleistet; auch hat die holländische Re-gierung wiederholt Naturforscher dahin geschickt, die aber meistens unglücklich wa-ren, bis auf Reinwardt, Blume und Siebold; Kuhi, Hasselt, H. Boie sind unter-legen. Für Neuholland haben Labillardiere und R. Brown sehr viel geleistet. DerKaiser von Ostreich, der König von Baiern und der Großherzog von Toscanaschickten Reisende nach Brasilien, von welchen besonders Natterer, Spix und Mar-tius und Raddy viel mitgebracht haben. Preußen schickte Ehrenberg und Hcmp-rich nach Ägypten, deren Werk gegenwärtig erscheint. Thienemann war in Is-land ; Fr. Boie in Norwegen; Graba auf den Faröern; Tilesius, Ehamisto, Esch-scholtz, Erman haben verschiedene Reisen um die Welt mitgemacht; Ledebour,Eichwald reisten in Rußland. '
Außer den gelehrten Naturforschern, welche theils auf eigne, theils aufRechnung von Regierungen entfernte Reisen machten, um die Naturalien nichtblos zu sammeln, sondern auch zu beobachten, zu beschreiben und abzubilden,gingen meist junge Leute entweder aus Handelsspeculation oder abgesandt vonreichen Freunden der Naturgeschichte, von Regierungen, Universitäten undActiengesellschaften unterstützt, in alle Welt aus, blos um Naturalien zu sam-meln und dieselben in Europa verkaufen zu lassen. Der Graf von Hoffmannseggwar der Erste, der einen Reisenden in Südamerika hielt; darauf folgte Sieber ausPrag, welcher selbst in Ägypten und Neuholland gesammelt hat, und sodann mehreGehülfen nach andern Welttheilen schickte, von denen Hilsenberg starb, Bojer nochauf der Insel Mauritius lebt. Er hat eigentlich die Idee zu den Actienvereinen andie Hand gegeben, deren gegenwärtig mehre in Deutschland sind, worunter vor-züglich der eßlinger Verein unter Steudel und Hochstetter thätig ist, der beson-ders junge Botaniker nach allen südlichen Ländern Europas, selbst nach der Levanteund kürzlich Schimpern nach Algier geschickt hat. Freireiß und Sellow aus Frank-furt sammelten lange in Brasilien, desgleichen Bescke, der Vater, aus Ham-burg und Ackermann aus Freiburg; Hering aus Dresden in Surinam; Lhotskiaus Wien in Südamerika; Bescke, der Sohn, am Senegal. Ludwig am Eapschenkt Naturalien nach Stuttgart; Brehm am Eap, Kollmann auf Java nach
^!!I