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Dritter Band (1833) M bis R
Entstehung
Seite
229
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Naturforscher-Reisen 229

Preise zu fahren. Am 22. waren sämmtliche eigentliche Mitglieder zu dem Für-sten von Metternich zu einer Abendversammlung und am 28. zu einer Mittags-tafel geladen. Am 25. wurden sie vom Kaiser, der dem Grafen von Wurmbrandden Empfang der Gaste aufgetragen hatte, im Luftschlosse Laxenburg prachtvollbewirthet. Am 23. fuhren sämmtliche Mitglieder nach Buden, wo der Stadtrathund die Bürgerschaft ihnen ein Mittagsmahl bereitet hatten. Bei dieser Gelegen-heit wurden sie zugleich dem Erzherzog Karl in der Weilburg vorgestellt und vondem Erzherzog Anton in seinem Palast zu Baden empfangen. Am 2?. gab ihnender oberste Kanzler und Präsident der Studienhofcommission Graf von Mittrowskyeine glanzende Mittagsmahlzeit, bei welcher Gelegenheit jedes Mitglied ein Exem-plar der Denkmünze erhielt, welche die Stadt Wien hatte prägen lassen. Siezeigte auf der Hauptseite die Schutzgöttin der Stadt mit der Mauerkrone und dieInschrift Vin6ob«>na ?ü^0lo^is; auf der Kehrseite in einen Kranz aus den ver-schiedenen Gattungen der von Pohl in Brasilien gefundenen Francisceen das Wort(Gruß). S.Bericht über die Versammlung der deutschen Naturforscherund Aerzte in Wien", von Freiherrn von Iacquin und Lüttow (Wien 1832, 4.)sowieIsis", 1833, Heft 4 6.

Auf diese Weise ist diese Versammlung aus einem schwachen Keim ohne ge-schäftige Einmischung und Regelung zu einem großen, wohlgestalteten, blühendenund reichlich Frucht tragenden Baume in kurzer Zeit gediehen, welcher bereits an-fängt, seine Äste über ganz Europa zu verbreiten, sodaß es dessen Früchte in deneignen Gärten zu pflücken vermag.

Die günstigen Erfolge dieser Versammlungen, welche mehre britische Natur-forscher bei den Zusammenkünften in Berlin und Hamburg durch eigne Anschau-ung kennen lernten, gaben Aufsoderung, einen ähnlichen Verein zur Förderungdes naturwissenschaftlichen Studiums in Großbritannien zu stiften, und ungeach-tet sich anfänglich selbst berühmte Naturforscher dagegen erhoben und öffentlicheBehörden ihre Mitwirkung versagten, gelang es doch, die erste Versammlung imSept. 1831 zu Nock zu halten. Der Vicepräsident der dortigen gelehrten Ge-sellschaft, William Vernon Harcourt, und der Secretair derselben, Philipps,hatten die Geschäftsführung übernommen. Lord Milton wurde auf Brewster'sVorschlag zum Präsidenten der Gesellschaft erwählt. Die Zahl der Mitglieder be-trug gegen 350 und am 30. Sept. wurden die öffentlichen Sitzungen geschlossen,an welchen auch der Erzbischof von Pork, als Mitglied des Vereins, eifrigen An-theil nahm. Die zweite Versammlung ward im Iun. 1832 zu Oxford gehal-ten. Der berühmte Geolog Professor Buckland hatte als Vorstand und ProfessorDaubeny als Secretair des zur Geschästsleitung ernannten Ausschusses die vorbe-reitenden Einrichtungen gemacht. Alle zur Universität gehörenden Gebäude wur-den bereitwillig eingeräumt, und die wissenschaftlichen Anstalten den Gästen zurBenutzung geöffnet. Das große Gebäude der Elarendon-Druckerei, deren Pressenschon vor längerer Zeit in einem Neuen Hause ihren Platz erhalten hatten, wurde zuden Versammlungen eingerichtet. Am 19. IuN. fand die Eröffnung der Ver-sammlung unter Buckland's Vorsitz statt. Sie trennte sich in vier Sectionen, fürMathematik und Physik, für Chemie und Mineralogie, für Geologie und Geo-graphie, für Naturgeschichte. Unter mehren Vorlesungen erregte besonders Buck-land's Vortrag übet das Gerippe des gigantischen Vorweltthiers, des Megathe-riums, das kurz zuvor aus Südamerika nach England war gebracht worden, dieTheilnahme der zahlreichen Versammlung. Die nächste Versammlung soll inCambridge gehalten werden. (85)

Naturforscher-Reisen. Reisen, besonders in fremde Welttheile, umNaturalien zu sammeln und zu beobachten, sind seit der Entdeckung Amerikasviele unternommen worden, aber nur von Einzelnen, obgleich sie auch von R»