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Dritter Band (1833) M bis R
Entstehung
Seite
228
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228 Naturforscher-Versammlungen

so wurden doch alle Vorkehrungen zum Empfange der Fremden getroffen. Diehöchsten Staatsbehörden gaben zu allen Einrichtungen ihre thaligste Unterstützung.Es wurden Anordnungen getroffen, den Fremden in Beziehung auf die Zollämteralle Unannehmlichkeiten und Beschwerden zu ersparen und sie von aller persönlichenBerührung mit der Polices zu befreien. Der große Saal der neuen Universitätwurde zu den allgemeinen Versammlungen bestimmt und in demselben Gebäudewaren für die Sitzungen der Sektionen besondere Zimmer eingeräumt, zu denMittagstafeln wurden die beiden Säle im Augarten, zu den Abendversammlungender Casinosaal ausgewählt. Es wurden dreierlei Aufnahmskarten vertheilt. Diefür die eigentlichen Mitglieder bestimmte war als Aufenthaltschein und als Ein-trittskarte zu der Mittagstafel und den Abendversammlungen und zugleich zu denwissenschaftlichen und artistischen Sammlungen gültig; die zweite Art von Kartenwurde an Diejenigen vertheilt, welche blos als Zuhörer den allgemeinen Versamm-lungen beiwohnen wollten, aber nach späterer Anordnung auch für die Sitzungender Sektionen gültig gemacht, die dritte Gattung an Solche, die an bestimmten Ta-gen an den Mittagstafeln Theil zu nehmen wünschten. Man fand diese Einrich-tung so angemessen, daß die Beibehaltung derselben bei künftigen Versammlungen,besonders in größern Städten, gewünscht wurde. Die Zahl der bis zum 17. Sept.eingeschriebenen eigentlichen Mitglieder betrug 418, da aber in den folgendenTagen noch mehre ankamen, welche Aufnahmskarten von der ersten Gattung er-hielten, so betrug die Gesammtzahl der eigentlichen Mitglieder über 460. Dar-unter waren aus der östreichischen Monarchie 333, und unter diesen aus Ungarn33, aus Böhmen 15, aus der Lombardei 10, aus Mähren 9; aus den übrigeneuropäischen Staaten 82, unter welchen, aus Preußen 26, aus Baiern 10, ausHanover 5, aus Sachsen 5, aus Hamburg 6, aus Großbritannien 6, aus Frank-reich 3 waren. Drei außereuropäische Gaste, vom Vorgebirge der guten Hoffnung,von Montevideo und aus Baltimore, waren zugegen. Die physikalisch-chemischeSektion zählte 105, die mineralogische 50, die botanische 52, die zoologische 64,die medicinisch-chirurgische 243 Mitglieder. Die Zahl der aufgenommenen Zuhö-rer und Gaste betrug bis zum 17. Sept. 339. Die Versammlung ward am 18.durch eine Rede vom Freiherrn von Jacquin eröffnet, und die beiden andern allge-meinen Versammlungen wurden am 22. und 26. gehalten; die Sitzungen einigerSektionen aber dauerten bis zum 29. Die Sectionsversammlungen wurden, au-ßer den drei zu allgemeinen Versammlungen bestimmten Tagen, täglich gehalten.In den allgemeinen Versammlungen zählte man 10 wissenschafrüche Vorträge, inden verschiedenen Sektionen aber über 330 ausführliche oder kürzere Mittheilun-gen. Zwei Sitzungen der medicinisch-chirurgischen Sektion waren blos zu Bespre-chungen über die Cholera bestimmt. Die in Hamburg erhobene Frage über eineallgemeine deutsche Nationalpyarmakopöe kam bei abweichenden Meinungen nochnicht zur Erledigung. Zum nächsten Versammlungsort wurde, obgleich für Pyr-mont und Bonn sich Stimmen erhoben, Breslau bestimmt, und der GeheimrathMendt und Professor Otto daselbst wurden zu Geschäftsführern erwählt. Die Ab-schiedsrede in der letzten allgemeinen Versammlung hielt Lirtrow, worauf Ebelingaus Hamburg und Graf von Sternberg dankten. Die ausländischen Mitgliederrichteten überdies eine Zuschrift an die beiden Geschäftsführer, worin sie ihrenDank für die großartig gastliche Aufnahme aussprachen. Was geschehen war, denFremden ihren Aufenthalt angenehm zu machen, übertraf die höchsten Erwartun-gen. Außer der Bibliothek und dem Mineraliencabinct, die täglich den Mitglie-dern der Versammlung offen standen, waren ausschließend für sie an drei Wochen-tagen das zoologisch-botanische Cabinet, das brasilische Museum und die Ge-mäldegalerie in Belvedere geöffnet. Zur Bequemlichkeit der Gäste standen täglichWagen bereit, sie nach den« Augarten zur Mittagstafel gegen policeilich bestimmt