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Dritter Band (1833) M bis R
Entstehung
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Naturforscher-Versammlungen

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mit Freuden an, und wählte den Oberbürgermeister vr. Bartels und Nr. Frickezu Geschäftsführern. Bericht über die Versammlung in derIsis", 1830, Heft5 7, auch ein amtlicher Bericht von den Geschäftsführern, und tägliche Berichtein verschiedenen Zeitungen.

Versammlung zu Hamburg 1830. Obschon das Spätjahr 1830sehr unruhig gewesen und daher keine Fremde aus Frankreich, den Niederlandenund selbst aus mehren Kreisen Deutschlands sich von Hause entfernen konnten, sowar doch die Zahl der Naturforscher und Ärzte nicht geringer als 417, worunter 154Hamburger; besonders waren wieder viele aus Schweden, Dänemark, Rußland, Po-len, Ostreich, England und selbst aus Amerika da. Die Vorkehrungen und Ein-richtungen waren ebenso sinnreich und wohlwollend getroffen, als in Berlin undHeidelberg, und der Senat sowol als die Gelehrten und die ganze Bürgerschaft ha-ben Alles aufgeboten, um die Zwecke der Versammlung zu befördern und ihr denAufenthalt angenehm zu machen. Man hatte sogar den guten Einfall, eine Topo-graphie Hamburgs mit einem Plan der Stadt verfertigen zu lassen und dieselbeden Ankommenden zu übergeben. Zimmer waren vorher gemiethet, mit der Po-lice! hatte man nicht besonders zu thun, und die Säle sowol zur Versammlung alszur Unterhaltung waren so geräumig, daß sie Alle fassen konnten; auch war zumersten Mal der Wunsch berücksichtigt, während der Versammlungswoche keine Ga-stereien zu geben, wodurch sämmtliche Mitglieder alle Abende beisammengehaltenwurden, wo sie volle Muße hatten, sich wechselseitig aufzusuchen oder sich den Ver-gnügungen anzuschließen, welche von den Honoratioren mit ihren Familien denFremden in einem von den Sprechzimmern abgesonderten Saale dargeboten wur-den. Der Senat gab in dem großartigen botanischen Garten der Gesellschaft un-ter Zelten ein fröhliches Frühstück und rüstete ein Dampfschiff aus, worauf die Na-turforscher eine Fahrt nach Helgoland machten, welche drei Tage dauerte, und aufwelcher sie alle Annehmlichkeiten und Unannehmlichkeiten der Seefahrer erlebten,nur mit dem Unterschiede, daß sie überall freundlich, laut und feierlich begrüßt undempfangen wurden. Diese in der Geschichte der Gelehrsamkeit einzige Fahrt wirdAllen unvergeßlich bleiben. Ein andermal folgte man der Einladung der BrüderBooth in ihren reichen Garten zu Flottbeck, wo sie eine Nachbildung der Rasslesiain Wachs ausgestellt hatten. Der Bürgermeister Bartels eröffnete die Versamm-lung mit einer freundlichen Anrede; Tiedemann sprach die Dankworte. Die Mit-tagstafel würzte wiederholt die Sängergesellschaft unter der Leitung von Methfessel.Die allgemeinen Versammlungen dauerten 8 Tage, die besondern aber 11; es wur-den nicht weniger als 210 Vorträge gehalten. Harleß trug auf eine gemeinschaft-liche Bearbeitung einer allgemeinen Pharmakopöe Deutschlands an, was mit Bei-fall aufgenommen wurde. Loos hatte wieder eine Münze auf die Hamburger Ver-sammlung geprägt und zugleich die von Berzelius eingeschickt. Die Tribunen wa-ren bei den allgemeinen Versammlungen wie in Heidelberg mit Zuhörern ange-füllt, vorzüglich mit Frauenzimmern. Bei der Wahl des nächsten Ortes erklärteder Graf von Sternberg, daß er von dem Kaiser von Ostreich den Auftrag habe,die Versammlung nach Wien einzuladen. Dasselbe äußerten Freiherr von Jacquinund Professor Littrow. Diese ehrenvolle Einladung erregte allgemeine Freude undman stimmte mit Enthusiasmus für die Kaiserftadt. Bericht in derIsis", 1831,Heft 8 10; auch ist ein amtlicher Bericht von den Geschäftsführern erschienen,überdies tagliche Berichte in den Hamburger und andern Blättern,

Die für die Versammlung zuWien erwählten Geschäftsführer Freiherr vonJacquin und Professor Littrow erließen im Aug. 1831 eine Bekanntmachung, daßdie Versammlung wegen der durch die Cholera verbreiteten Besorgnisse auf dasnächste Jahr verschoben werden sollte, aber ungeachtet im Frühjahr 1832 dieKrankheit in Wien wieder ausgebrochen war und selbst im Sommer noch würhete,

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