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Dritter Band (1833) M bis R
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Naturforscher - Versammlungen

regung zu diesen Vereinen gab Oken durch eine Auffoderung in derIsis" (1822^Umschlag zu Heft 5 und 8). Obschon damals Viele, durch den politischen ZustandDeutschlands eingeschüchtert, nicht glaubten, daß die Regierungen solche Versamm-lungen gern sehen würden, so setzten doch diejenigen Manner, welche ihrer reinenAb-sichten sich bewußt waren, sich über diese Bedenklichkeit hinaus und meldeten sich zueiner Versammlung in Leipzig auf den 18. Sept. Man wählte diese Zeit, weildann die Universitäten Ferien haben und doch die Professoren Reisen machen; manwählte Leipzig, weil es ziemlich in der Mitte Deutschlands liegt, der Mittelpunktdes literarischen Verkehrs ist, und weil die bevorstehende Messe das Reisen begün-stigte. Es fanden sich jedoch nur Wenige ein: der Leibarzt Formey und vr.Schultz aus Berlin, die Professoren Carus und Reichenbach aus Dresden, derObermedicinalrath von Froriep aus Weimar, Herr von Heyden aus Frankfurt,jetzt Senator daselbst, Hofrath Oken aus Jena, Garnisonsprediger Winkler,Secretair der naturforschenden Gesellschaft aus Altenburg, und einige böhmi-sche Gelehrte, die aber aus Furcht sich nicht auf die Liste setzen ließen. VonLeipzig nahm Niemand Theil als die Professoren Schwägrichen, Kunze und Gil-bert und vr. Thienemann (jetzt in Dresden). Viele blieben weg, welche sich ge-meldet und früher die Sache selbst am eifrigsten betrieben hatten. Diese Scheuvor der That, welche dem deutschen Charakter eigen ist, und das Abwarten des Ge-lingens der wenigen in der Gefahr Hervortretenden ließ jedoch das kleine Häufleinden Muth nicht verlieren. Die Wenigen setzten sich in ihr Kammerlein zusammen,wählten Schwägrichen und Kunze zu Geschäftsführern und entwarfen die Statu-ten der Versammlung, welche in derIsis", 1823, Heft 1, und 1830, Heft 5,abgedruckt sind. Man wollte dabei die Bewegung der Theilnahme so frei alsmöglich erhalten und keine förmliche oder geschlossene, nur durch Wahl den Zu-tritt erlaubende Gesellschaft bilden; Jeder, der sich wissenschaftlich mit der Natur-kunde oder der Medicin beschäftigt, kann an den Versammlungen Theil nehmenund mitsprechen; Stimme jedoch haben nur die Schriftsteller. Die Versammlun-gen fangen jährlich am 18. Sept. an und wechseln den Ort sowie die Geschäfts-führer, welche immer am Versammlungsorte wohnhast sein müssen. Sammlun-gen werden nicht angelegt, auch keine Diplome ertheilt. Nachdem die Versamm-lung drei Tage gedauert, und Carus, Reichenbach und Thienemann einige Vor-trage gehalten hatten, beschloß man die nächste Versammlung in Halle zu hal-ten. Bei der geringen Theilnahme der deutschen Gelehrten war es nämlichrathsam, in der Nähe Derjenigen zu bleiben, von Denen man wußte, daß sie wie-derkommen würden. Wie gering die Theilnahme und der Sinn in Deutschlandfür diese Sache war, zeigt der Umstand, daß für die Ankündigung der Versamm-lung in einigen politischen und sogar gelehrten Zeitungen Einrückgcbühren be-zahlt werden mußten, während sie von Sitzungen in Paris w. lange Berichtelieferten. Blumenbach, der zufällig nach Dresden reiste und einmal in eine Sitzunggeführt wurde, stellte es nachher, als die Zeitungen davon redeten, in Abrede, daßer zur Versammlung gereist wäre. Der Bericht über diese steht in derIsis",1823, Heft 6.

Versammlung zu Halle 1823. Nachdem die neuen Geschäfts-führer, die Professoren Sprengel und Schweigger, ihrer Regierung die Anzeigegemacht und von derselben die Antwort erhalten hatten, daß sie nichts dagegen hätte,so wurde die Versammlung zu Halle auf den 18. Sept. 1823 ausgeschrieben.Die Zahl der Theilnehmer war nicht viel größer: Carus, Döbereiner, Ficinus,Fleck, von Froriep, Geinitz, Kiefer, Koch (aus Magdeburg), Kunze, Naumann,Oken, Reich, Ritgen, Roloff, Schlechtendal, Thienemann, Wilbrand. Die natur-forschende Gesellschaft zu Breslau hatte ihren Secretair, vr. Müller, die natu'for-schende des Osterlandes Maitz und Winkler als ihre Stellvertreter geschickt. Von