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Dritter Band (1833) M bis R
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207
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Nagler

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theilig wirkte, indem er sich, ohne besondere Anhänglichkeit an den Schö-pfer seines Glückes kund zu geben, in seiner Stellung zu halten wußte; janoch an Bedeutsamkeit gewann, als auch Stein, welcher keine Vorliebe fürN. hatte, aus dem Ministerium schied, und der Freiherr von Altenstein, N.'sSchwager, mit dem Grasen von Dohna die Leitung der von allen Seiten bedräng-ten Staatsverwaltung übernahm. N. wurde nun dem Königspaare persönlichnaher bekannt, als er in dessen Gefolge 1809 die Reise nach Petersburg mitmachte,,indem er die Functionen eines Vicegeneralpostmeisters versah. Noch ehe der Könignach seiner Rückkehr von Petersburg sein Hoflager von Königsberg nach Berlinverlegte, ward N. zum geheimen Staatsrath ernannt. Als Hardenberg 1810 andie Spitze der preußischen Staatsverwaltung berufen wurde, schien seine vorigeVorliebe für N. erloschen zu sein. N. hatte in den nächsten 10 Jahren keinebedeutende öffentliche Wirksamkeit, aber er benutzte diese Muße zu Kunststu-dien, mit welchen er Vervollständigung herrlicher Kunstsammlungen verband.

Als sich 1821 der Generalpostmeister von Segebart zurückzog, wurdeN. Präsi-dent des Generalpostamtes, indem sich der Staatskanzler vorbehielt, dessen speciellerChef zu sein; nach dem Tode Hardenberg's aber ward er im Apr. 1823 zum Ge-neralpostmeister ernannt, nachdem er durch seine Anordnungen bewiesen hatte, wieer dem preußischen Postwesen nach wohlerwogenem Plane eine bisher nichtgekannte Ausbildung zu geben beflissen sei. Dieses geschah durch neue Belebungder ganzen Maschine, durch Beschleunigung und Sicherstellung aller Postexpeditio-nen, durch Vereinfachung des Geschäftsganges, durch Berücksichtigung begründe-ter Wünsche des Publikums, durch Anstellung tüchtiger Beamten, für deren Ge-haltsverbesserung in eben dem Maße mehr gesorgt ward, als ihre Geschäfte und ihreVerantwortlichkeit zunahmen, durch Vermehrung der Postcurse und deren genauesIneinandergreifen, durch zweckmäßige und bequemere Einrichtung der Postwagen,durch Übereinkünfte mit den Nachbarstaaten. Jede Verbesserung dieser Zweigeder Postverwaltung fand in herkömmlichen Misbräuchen große Schwierigkeiten,wozu noch mehre kamen, auf welche der Generalpostmeister nicht unmittelbar ein-wirken kann, z. B. auf die von den Provinzialbehörden häufig vernachlässigte Bes-serung der Heerstraßen und Postwege. Dieser Hindernisse ungeachtet ist wenig-stens das Ziel erreicht, daß jetzt kein Staat eine bessere Postverwaltung aufzuweisenhat als der preußische, welche betrieben wird von 2042 Postbehörden, nämlich von236 Postämtern, 960Filialpoftanstalten oder Postexpeditionen und von 846 Sta-tionen oder Postwärtereien; diese leiten den Postbetrieb von 2 Dampfschiffen,72 Schnellposten, 129 Reitposten, 334 Fahrposten, 181 Cariolposten, 315 Bo-tenposten und 758 Landfußbotenposten, mit welchen 1831 ungefähr versandt wur-den : 31 Mill. Briefe (in Frankreich gegen 70 Mill.), 28 Mill. Thaler in Golde,85 Mill. in Courant, 88 Mill. Papiergeld, 262 Mill. curshabende Papiere und3 Mill. Stück Packete, deren Gewicht etwa 160,770 Centner betrug. DieSchnelligkeit der Beförderung dieser Postsendungen auf den Hauptcursen gibt denMaßstab für die Leistungen in dieser Beziehung; so kommt ein Brief von Berlinnach Saarbrück, 103 Meilen weit, binnen 4 Tagen 4 Stunden; nach Köln, 83 Mei-len, binnen 3 Tagen 8 Stunden; nach Paris, 1574 Meilen, binnen 6 Tagen 12Stunden; nach Petersburg, 226 Meilen, binnen 7 Tagen 8 Stunden, wonachmindestens binnen 24 Stunden 24 Meilen zurückgelegt und dabei Expeditions-und Umspannzeit noch erübrigt werden müssen. Die im Apr. 1819 zwischenBerlin und Magdeburg begonnenen Schnellposten, welche nun nach allenRichtungen den preußischen Staat durchfahren und mehre Briefposten in sichaufnehmen, sind ein allgemein anerkannt preiswürdiges Institut, dessen fort-währende Ausbildung keinen Gegenstand unberücksichtigt läßt, um die Reisen-den schnell an das Ziel zu schassen. Dahin gehört fortwahrende Verbesserung der

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