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Dritter Band (1833) M bis R
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Mussinan

Mynster

wecken, der vielleicht schon heimlich sich freue und zu sich sage:Der Herr hat siein meine Hände gegeben".

Mussinan (Joseph, Ritter von), geboren am 13. Dec. 1766zuViech-tach im baltischen Walde, stammt aus der mailändischen Familie Mussinan»,von welcher ein Glied wahrend des dreißigjährigen Kriegs nach Baiern verschlagenward. In den Gymnasien zu Regensburg, Straubing und München und seit1785 aus der Hochschule zu Ingolstadt gebildet, betrat er 1787 die Laufbahn einespraktischen Rechtsgelehrten und wurde schon im folgenden Jahre als Regierungs-rath nach Burghausen in einen Wirkungskreis versetzt, der zugleich das städtischePolice!- und Schulwesen umfaßte. Zur Belohnung seiner ausgezeichneten Ge-schäftsführung erhob ihn der Kurfürst Karl Theodor als Reichskanzler 1792 inden Reichsadelstand, und als nach der Thronbesteigung Maximilians Verände-rungen in allen Zweigen der Verwaltung eintraten, kam M. zuerst als Regierungs-rath nach Landshut und 1802 als Hofgerichtsrath nach Straubing, bis er nachder Umgestaltung des Hofgerichts Appellationsgerichtsrath ward. Er verwaltetedieses Amt bis 1815, wo er als Obersinanzrath nach München kam; darauf warder 1817 Ministerialrath, 1826 zweiter Direttor des Appellationsgerichts zu Mün-chen, 1827 erster Appellationsgerichtsdirector zu Landshut, im Apr. 1830 abernach mehr als 50jährkger Dienstzeit in Ruhestand versetzt. Schon 1825 wurde M.von der Classe der Gutsbesitzer im Jsarkreise zum Ersatzmann erwählt und kam 1828als Abgeordneter in die Ständeversammlung, wohin er 1880 aufs Neue berufenward. Er sprach stets mit edler Freimüthigkeit für die wichtigsten Volksinteressenund namentlich für die Verbesserung der Rechtspflege, für Öffentlichkeit undMündlichkeit des Gerichtsverfahrens, für die Trennung der Justiz von der Police!,für die Aufhebung des Lotto, und 1831 stimmte er, selber Katholik, mit Nach-druck für die vorgeschlagenen Maßregeln gegen die katholischen Geistlichen, welcheder Trauung bei gemischten Ehen gesetzwidrige Hindernisse entgegensetzen würden.Bei dem Schlüsse des Landtags ward er von den Mitgliedern des ständischen Ge-setzgebungsausschusses zum Vorstand erwählt. Von seinen meist die Geschichteund die Staatsverhältnisse Baierns betreffenden Schriften nennen wir:Geschichteder herzoglich niederbakrischen Linie Straubing-Holland" (Sulzbach 1820);Ge-schichte der französischen Kriege in Deutschland, vorzüglich in Baiern" (4 Bde.,Sulzbach 1825 30);Historische Abhandlung über das Schuldenwesen inBaiern" (München 1831).

Mynster (Jakob Peter), geboren 1775 in Kopenhagen, wo sein VaterJnspector bei dem Friedrichshospital war, studirte Theologie auf der Universitätseiner Varerstadt und wurde darauf Lehrer im Hause des verstorbenen Staats-ministers Grafen Moltke, dessen Sohn, den jetzigen dänischen Finanzminister, ererzog. Er wurde 1801 Prediger in einem Dorfe Seelands, wo er, noch unver-heirathet, 10 Jahre in abgeschiedener Ruhe gelehrten theologischen Studien ne-ben seinen Amtsgeschäften oblag. Als Schriftsteller trat er 1806 gegen einen un-reifen, von Mächtigen aber unterstützten und daher viel Aufsehen erregenden Vor-schlag zu einer Veränderung der bisherigen gottesdienstlichen Gebräuche auf. DerScharfsinn und die Gründlichkeil dieser auch durch kraftvollen und freimüthigenTon sich auszeichnenden Streitschrift zog die Aufmerksamkeit des Publicums aufihn; noch mehr aber eine 1810 von ihm herausgegebene Sammlung Predigten,die ihm den Ruhm eines hochbegabten Kanzelredners verschafften und zur Wiederer-weckung des religiösen Sinnes wirksam beitrugen. M. wurde 1811 als zweiter Pre-diger an der Frauenkirche zu Kopenhagen angestellt, 1817 zugleich zum Mitgliedder Direction der Universitäten und gelehrten Schulen und 1828 zum Hof- undSchloßprediger, mit Beibehaltung seiner Stelle als Mitglied der Schuldirection,fmannt. Er gab 1817 auf Veranlassung des Reformationsfestes eine Samny

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