198 Munro Murray (John)
Munro (Sir Thomas), britischer Generalmajor, der zweite Sohn einesKaufmanns zu Glasgow, ward am 27. Mai 1761 geboren. Auf der Hoch-schule seiner Geburtstadt erhielt er seine Geistesbildung und entwickelte früh seineausgezeichneten Fähigkeiten. In seinen Mußestunden las er solche Werke, dieseinen ohnehin schon feurigen upd unternehmenden Geist noch mehr anfachten, unddie Folge davon war eine entschiedene Vorliebe zum Kriegerstande. Sein kräftigesÄußere eignete ihn noch mehr zu diesem Berufe, und er übertraf alle seine Jugend-genofsen an körperlichen Fertigkeiten, wie er ihnen in geistiger Hinsicht beiweitemüberlegen war. Erst 18 Jahre alt, trat er in die Militärdienste der indischenCompagnie und machte 1780 den Feldzug gegen Hyder Ali mit. Von 1780—84möchte schwerlich eine Schlacht vorgefallen sein, der er nicht beigewohnt hatte.Seine Tapferkeit und sein gutes Benehmen erwarben ihm den Beifall seiner Obern.Er beschäftigte sich 1784 — 88 hauptsächlich mit dem Studium der Sprachen undEinrichtungen Indiens. In dem Feldzuge gegen Tippu Saheb zeichnete ersich so aus, daß er von Lord Cornwallis zum Mitcommissair des Obersten Readernannt ward, um in Baramahl, das Tippu 1792 der Compagnie abgetretenhatte, die Verwaltung einzurichten. Hier blieb er sieben Jahre, bis ein neuerKrieg mit dem Sulran ihn zum Heere rief. Nach dem Kriege mußte er die neueroberte Provinz Canara ordnen, kein leichtes Werk in einem öden Küstenstricheund bei einem ganz verwilderten Volke; aber seine weisen Maßregeln und sein klu-ges Benehmen brachten ihn im Laufe eines Jahres an das Ziel. Auch in den vomNizam 1800 abgetretenen Ländern, die noch in größerer Unordnung als Canarawaren, gelang es ihm durch Festigkeit und weise Schonung alle Schwierigkeitenzu überwinden. Nach einem Aufenthalt von 27 Jahren in Indien kehrte M.1807 nach England zurück, um seine durch Anstrengungen geschwächte Gesundheitzu stärken. Er blieb sechs Jahre in der Heimat und heicathete 1814 eine durchAnmuth und Bildung ausgezeichnete Frau. Bald nachher ward er zum Vorstandder Commission ernannt, welche das System der Rechtspflege in Indien unter-suchen sollte, und er kehrte nach Madras zurück. Der Hauptzweck seiner Sendungwar, den Eingeborenen mehr Antheil an der innern Verwaltung zu verschaffen.Cr war zwei Jahre hindurch eifrig bemüht, nicht sowol die Anordnungen vorzu-bereiten, die zur Erreichung dieses Zweckes dienen konnten, sondern den Wider-stand, den man seinen Maßregeln und jeder Verbesserung des alten Zustandes ent-gegensetzte, durch Gründe zu besiegen. Diese Hindernisse vereitelten zum Theilseine wohlthätigen Entwürfe zu Gunsten der gedrückten Hindus. Der Maratten-krieg rief ihn von diesen Arbeiten 1817 wieder ins Feld. Nach beendetem Feldzugelegte M. seine Befehlshaberstelle nieder und kehrte nach England zurück; dochmußte er wenige Monate darauf auf Canning's Wunsch als Gouverneur nach Ma-dras gehen. Er hatte bereits 1823 um seine Entlassung gebeten, um den Restseines Lebens ruhig in dem Vaterlande zuzubringen und er wiederholte dieses Ge-such 1826 nach dem Kriege gegen die Birmanen. Im Frühjahre 1827 machte ereine Reise nach den vom Nizam abgetretenen Bezirken, die seiner ordnenden Ver-waltung so viel verdankten, ward aber in Putticondah am 6. Jul. von der Choleraergriffen und starb noch an demselben Tage. Es ward ihm in Madras ein Denkmalerrichtet. M. zeichnete sich durch glänzende Talente, vielseitig gebildeten Geist unddie edelsten Eigenschaften des Privatmanns aus. Schätzbar für die Kunde seinesCharakters und seiner rühmlichen Wirksamkeit ist Gleig's Werk: „l'üe Ute vimajor general 8ir l'kowas Alunro" (2 Bde., London 1830), mit reichhaltigenAuszügen aus seinen Briefen in die Heimat. (12)
Murray (John), einer der ersten Buchhändler in London, trat um 1809mit entschiedenem Glück in den Kreis des literarischen Verkehrs, wozu der glän-zende Erfolg des in jenem Jahre begonnenen „yuarterl^ revievv" nicht wenig