Druckschrift 
Dritter Band (1833) M bis R
Entstehung
Seite
187
Einzelbild herunterladen
 

Müller (Peter Erasmus)

187

UM

SM

Mi '

reichen Gelehrten angeführt; überblickt man noch die Menge reichhaltiger Abhand-lungen über Alterthumskunde (hierzu gehört auch die SchriftNinervae ^oliaäisSacra et seckem in arce ^tlienarurn illustravit etc.", Göttingen 1820), dieAufsatze und Beurtheilungen in in- und auslandischen Journalen und gelehrtenZeitungen, die Beitrage zu fremden Werken (z. B. Völkel'sArchäologischerNachlaß", von ihm herausgegeben), welche er geliefert hat, und erwagt den Um-fang und die Sorgfalt seiner akademischen Wirksamkeit, welche einen bedeutendenKreis von Schülern um sich versammelt, so muß man die seltene Verbindung vonwissenschaftlichem Fleiß und Eifer, umfassender Gelehrsamkeit und überall ein-dringender Genialitat bewundern, wodurch es diesem Manne gelungen ist, sichschon in solchen Jahren einen allgemein anerkannten europaischen Namen zuerwerben. Auch in seinen äußern Verhältnissen lebt M. beglückt, umgeben voneiner liebenswürdigen Familie (er ist Schwiegersohn des berühmten Rechts-gelehrten Hugo), von vielen Freunden hochgeachtet und von seiner Regierunggeehrt. ' , (68)

Müller (Peter Erasmus), Bischof im Stifte Seeland, geboren 1776 inKopenhagen, wo sein Vater Conferenzrath war. Nachdem er mit Auszeichnungden akademischen Cursus vollendet hatte, ging er auf Reisen, besuchte einige derberühmtesten Universitäten Deutschlands, hielt sich fast ein Jahr theils in Frank-reich, theils in England auf, und wurde 1801 zum Professor der Theologie an derUniversität Kopenhagen ernannt, wo er 1803 die theologische Doctorwürde er-hielt. Seitdem ist er durch mehre die Theologie sowie die Geschichte, vorzüglich diealtnordische, betreffende Werke rühmlich bekannt. Unter seinen theologischenSchriften nennen wir:Christeligt Moralsystem" (System der christlichen Mo-ral, Kopenhagen 1808);Christelig Apologetik eller videnskabelig Udvikling afGrundene for Christendommens Guddommelighed :c." (Christliche Apologetik,oder wissenschaftliche Entwickelung der Gründe für den göttlichen Ursprung derchristlichen Lehre, Kopenhagen 1810), undSystem i den christelige Dogma-til (Kopenhagen 1826). Bereits 1806 erschien seine erste Schrift über nordischeGeschichte und Alterthümer; eine Untersuchung über jene merkwürdigen goldenenTrinkhörner, die vor vielen Jahren in der Erde gefunden und in dem königlichenMuseum zu Kopenhagen aufbewahrt, aus einer entfernten Vorzeit herrührten(Antiquarisk Undersögelse over de ved Gallehuus fundne Guldhorn"). Diese vonder kopenhagener Gesellschaft der Wissenschaften gekrönte Preisschrift, die vonAbrahamson dem Altern ins Deutsche übersetzt wurde, eröffnet die Reihe der wich-tigen Werke M.'s in diesem Fache, von denen nur einige hier zu erwähnen sind.So schrieb er 1813:Om det islandske Sprogs Vigtighed" (Von der Wichtig-keit der isländischen Sprache), undUber den Ursprung und Verfall der islän-dischen Historiographie, nebst einem Anhange über die Nationalität der altnordi-schen Gedichte", verdeutscht von Sander, dtr auch eine Übersetzung der SchriftÜber die Authentie der Edda Snorro's und die Echtheit der Asalehre" lieferte.Durch M.'sSagabibliothek", mit Anmerkungen und einleitenden Abhandlungen(3 Thle., Kopenhagen 1816 18), wurde nicht nur für das Studium des nor-dischen Alterthums ein vortreffliches Hülfsmittel gegeben, sondern auch der grö-ßern Lesewelt der Autritt zu jenen merkwürdigen Alterthümern geöffnet. Von nichtgeringerer Bedeutung und mit gleichem kritischen Scharfsinn und fleißiger For-schung ausgearbeitet sind folgende zwei Schriften, die eigentlich zusammengehören:Kritisk Undersögelse af Danmarks og Norges Sagnhistorie" (Kritische Unter-suchung der Sagengeschichte Dänemarks und Norwegens, oder über die Glaub-würdigkeit oer Quellen Saxo's und Snorro's, Kopenhagen 1823), wozu dieletzte Hälfte erst 1830 kam;Kritisk Undersögelse af Saxo's Histories syv sidsteBöger" (Kritische Untersuchung der letzten sieben Bücher der Geschichte Saxo's).