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Dritter Band (1833) M bis R
Entstehung
Seite
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Müller (Kar! Otfried)

auf die besondern Fälle zu üben und für das Sprachstudium zu gewinnen. Nach-dem M. auch den Unterricht des verdienten Rectors Schmieder genossen hatte, be-zog er zu Ostern 1813 die Universttat Breslau. Hier hörte er Heindorf eifrig undbenutzte Schneider's Umgang. Die früh erwachte Neigung zur historischen Seiteder Philologie zog ihn Ostern 1815 nach Berlin, wo er durch Böckh's Vorlesun-gen und belehrenden Umgang, sowie durch Buttmann's anregendes Gespräch inseiner Ausbildung bedeutend gefördert wurde. In der letzten Halste seines Aufent-halts in Berlin promovirte er und gab als erstes Product seiner reichen mythologi-schen Studien 182? die^.eAinetica" heraus. In demselben Jahre wurde er andem Magdalenum in Breslau angestellt, wo das Parteiwesen, welches damalsdurch den Turngeist hervorgerufen worden war, ihn von manchen geselligen Ver-bindungen abhielt. Dagegen gährten in seinem lebendigen Geiste die mythologi-schen Ideen fort, und beschäftigten ihn, während die Schule ihn für grammatischeBehandlung der alten Sprachen in Anspruch nahm. Er machte den ersten Ver-such, ganze Mythenkreise zu analysiren und gleichsam bis zu ihren ersten Faden zuverfolgen, und betrachtete es als seine Aufgabe, die richtige Linie zwischen den bis-her vorwaltenden historischen und allegorischen Versahrungsweisen zu halten. Diesversuchte er in dem (1819 vollendeten) BuchÜberOrchomenos und die Minyer",welcher den ersten Band derGeschichte hellenischer Stämme und Städte" (Bres-lau 1820) bildet. Durch Heeren's Rath und Böckh's Empfehlung wurde er imSom-mer 1819 für das Fach derAlterthumskunde und zunächst derArchäologie derKunstnach Göttingen berufen. Ein angenehmer Aufenthalt in Dresden im Herbst 1819und eine Reise nach Frankreich und England im Sommer 1822 gewährten ihm dieerfoderlichen Anschauungen. Doch blieb ihm die Archäologie der Kunst immer mireine Seite der Alterthumskunde, die alte Kunst nur eine Erkenntnißquelle, in-dem eine organisch zusammenhangende, in warmer Individualität aufgefaßteKenntnis des Alterthums im Ganzen stets das Hauptziel seiner wissenschaftlichenBestrebungen ist, hinter welchen, als das Allgemeine, das Verstehen der ügnmmenschlichen Natur liegt. So suchte er auch durch seine mannichsaltig verbunde-nen Vorlesungen über Religion, praktisches und politisches Leben, Geschichte,Poesie und bildende Kunst des Alterthums, sowie neuerlich auch über die elastischenSprachen, zur Auffassung dieses Ganzen und zur Erforschung der zum Grundeliegenden Richtungen und Gesetze des menschlichen Lebens anzuregen. Das 1821herausgegebene Werk:Die Dorier", der zweite und dritte Band derGeschichtehellenischer Stämme", wovon kürzlich (Oxford 1830) eine englische Übersetzung er-schien, sollte das in sich wohl zusammenhängende und tüchtige Wesen eines griechi-schen Stammes in allen Kreisen menschlicher Thätigkeit ausgeprägt nachweisen,und bezeichnet damit einen Fortschritt der Alterthumskunde, wenn auch die Aus-gabe überhaupt zu hoch gestellt war. Die Aufnahme, welche dieses Werk fand,bestimmte ihn zu einer genauern Prüfung seines wissenschaftlichen Gebäudes. DieFortsetzung desselben, welche Athen betreffen soll, schob er für eine spätere Zeit ausJetzt wendete sich seine Thätigkeit der Mythologie zu. Das Resultat seines Nach-denkens waren dieProlegomena zu einer wissenschaftlichen Mythologie; miteiner antikritischen Zugabe" (Göttingen 1825), welche die Absicht hatten, Philo-logen gewöhnlicher Art durch eine rein historische, auf Beispielen und Induktionen sberuhende Untersuchung zu einer richtigen Auffassung der Mythen zu führen. Ndemselben Jahre erschien das BuchÜber die Wohnsitze, die Abstammung und dieältere Geschichte des makedonischen Volkes" (Berlin 1825); ein Werk gereifterForschung erschien dannDie Etrusker" (2 Bde., Breslau 1828) und dasHanl-buch der Archäologie der Kunst" (Breslau 1830), das erste Werk dieser Art, n>e>ches den Fortschritten in dieser Wissenschaft entspricht und die geistvolle Beherr-schung der Massen bewundern läßt. Wir haben nur die Hauptwerke dieses gers