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Dritter Band (1833) M bis R
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Mühlenfels

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die ehrenvollste Auszeichnung war. Nach dem Abschlüsse des pariser Friedens 1815blieb M. in dem Hauptquartier des Herzogs Wellington bei der Occupationsarmeeund brachte die Wintermonate 1815,1816 und 181? in Paris zu. Seine frühereNeigung zu Messungen ward durch wissenschaftlich gesinnte Freunde aufs Neue an-geregt und fand nun Gelegenheit, sich bis zur Erdmessung zu erheben. Man ver-dankt ihm die Längengradmessung zwischen dem Seeberge bei Gotha und Dünkir-chen, die 1820 vollendet wurde, wie wir aus den darüber erschienenen öffentlichenMittheilungen wissen. Über den Feldzug des Jahres 1815 und namentlich überdie Schlachten von Ligny und Belle Alliance schrieb M.Geschichte des Feldzugesder englisch-hanövrisch-niederländisch und braunschweigischen Armee unter demHerzog von Wellington und der preußischen unter dem Fürsten Blücher im Jahre1815" (Stuttgart 1815).

Von dem Congreß zu Aachen 1818 begab er sich in diplomatischen Auftragennach Brüssel, wo er fünf Monate verweilte. Er wurde 1820 zum Chef des Ge-neralstabes der Armee ernannt und hielt sich mehrentheils in Berlin auf. Auchdiese Stellung benutzte M. zur weitern Ausführung der Gradmessungen. Er legteviele große Dreiecke von Berlin zur Oder, von da über Schlesien zur östreichischenGrenze, sodaß die Verbindung bis Wien zu Stande kam. Nach Osten hin wur-den die Dreiecke bis zur Weichsel erweitert und mit Rußland die Verbindung bisPetersburg über Dorpat verabredet. Die Verbindung der Gauß'schen und Schu-macher'schen Gradmessung, sowie der dänischen großen Messung war von Sachsenaus bewirkt worden. Diese Gradmessungen sowol, als eine Menge anderer aus-gezeichneten militairischen Arbeiten des preußischen Generalstabs gaben demselbeneinen, durch ganz Europa verbreiteten Ruf, und die vielseitigen und gründlichenschriftstellerischen Arbeiten der Offiziere dieses Corps in allen Richtungen des mili-tairischen Wissens erhoben Berlin zu einem Centralpunkte kriegswissenschaftlicherBildung. M. wurde in dieser Zeit neben seinen gewöhnlichen jahrlichen Reisenmit Auftragen und Sendungen mancher Art beehrt, und fügte in der neuesten Zeitseinem anerkannten Rufe als General auch noch den eines ausgezeichneten Diplo-maten hinzu, indem er den, mit großen Schwierigkeiten verbundenen Auftrag, vonSeiten des Königs von Preußen als Vermittler zwischen dem Kaiser von Nußlandund der Pforte 1829 nach Konstantinopel zu gehen, mit großer Beharrlichkeit undmit dem glücklichsten Erfolge ausführte. Auf der, mit großer Anstrengung ver-bundenen Landreise zu Pferde von Smyrna bis Scutari in der heißen Jahreszeit,wurde er vom Sonnenstich befallen, sodaß er in Konstantinopel sehr leidend ankam.Dennoch ließ er wegen der Dringlichkeit seiner Austrage sich durch seine Krankheitnicht abhalten, an der Vermittelung des Friedens der beiden kriegführendenMachte zu arbeiten. Kaum nach Berlin zurückgekehrt, wurde er zum commandi-renden General des siebenten Armeecorps ernannt und begleitete im Jan. 1830den Prinzen Albrecht von Preußen nach Petersburg. Von seinen literarischen Ar-beiten sind noch zu erwähnen:Beiträge zur Kriegsgeschichte der Jahre 1813 und1814. Die Feldzüge der schlesischen Armee" (2 Thle., Berlin 1824);Betrach-tungen über die großen Operationen und Schlachten u. s.w." (Berlin 1825);Napoleon's Strategie im Jahre 1813" (Berlin 182?). Im März 1832wurde M. zum General der Infanterie ernannt. (26)

Mühlenfels (Ludwig von) wurde um 1?92 in Pommern geboren, nachvollendeten Universitätstudien, nachdem er 181314 unter Lützow's Corps ge-fochten hatte, als königlicher Beamter zu Köln angestellt, dann aber in die Unter-suchungen gegen staatsgefährliche Umtriebe und Verbindungen verwickelt, welchesich im Jahr 1819 eröffneten, und im Jul. 1819 verhaftet. Nach Beendigungder vorläufigen Untersuchung zu Köln erging ein Befehl des Policeiministeriums,ihn nach Berlin zu schassen und dort der Jmmediatuntersuchungscommission zu