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deutender Theil der Steuern einstweilen erlassen, sondern auch die Erlaubniß ge-geben, die übrigen in Getreidesorten zu einem für die Abgabepflichtigen vortheil-haften Preis abzutragen. Zugleich wurde diese Art der Abgabenentrichtung dazubenutzt, eine bessere Behandlung des Getreides und dessen sorgfältiger Reinigungund Trocknung hervorzurufen, indem man den Preis nach der verschiedenen Güteund dem Gewicht des Getreides berechnete und schlechtes gar nicht annahm. Hier-durch, sowie mittels gut eingeleiteter Handelsverbindungen und Benutzung gün-stiger Umstände im Auslande, hat das danische Getreide einen größern Credit alsvorher auf fremden Platzen gewonnen. Wie bei seinem Vorgänger Schimmel-mann fanden Wissenschaft und Kunst auch stets bei M. eifrige Unterstützung.Viele Gegenstände dieser Art (z. B. Ausgaben wissenschaftlicher und artistischerWerke, Reisestipendien, die unter dem berühmten dänischen Astronomen Schuma-cher vorgenommene Gradmessung w.), sowie mehre gemeinnützige bedeutendeArbei-ten, Häfen und Wege, Anlagen, Verfügungen zur Sicherheit der Seefahrenden ?c>,kamen während seines Ministeriums durch Unterstützungen aus der Staatskasse zuStande. Als in dem ersten Bande der „Mnemosyne" (Kopenhagen 1831) ei-nige unrichtige Äußerungen eines englischen Schriftstellers über den Zustand derdänischen Finanzen angeführt wurden, ward M. dadurch veranlaßt, eine Berichti-gung jener Äußerungen und dabei einige Erörterungen über den wirklichen Zustandim zweiten Bande jener Schrift mitzutheilen. Am Schlüsse des Jahres 1831legte er, bereits in vorgerücktem Alter, sein Amt nieder. Er ist geheimer Staats-minister und Mitglied des Staatsraths. Auch nimmt er noch an den Geschäftender Pensions- und Witwenversorgungsanstalten thätigen Antheil. (4)
Müffling (Friedrich Karl Ferdinand, Freiherr von), sonst Weiß genannt,aus einer früher in der Oberpfalz angesessenen Familie, preußischer General derIn-fanterie, commandirender General des siebenten Armeecorps, ward am 12. Jun.1775 zu Halle geboren, wo sein Vater, der 1809 als Generalmajor in Neisse starb,damals alsHauptmann bei dem Infanterieregimente Anhalt-Bernburg stand. Seineerste wissenschaftliche und militairische Ausbildung erhielt M. in Halle, wo er zurZeit des holländischen Feldzuges als Junker in das Füselierbataillon von Langelaireingeschrieben wurde, und marschiere als Offizier mit seinem Regiments 1790 nachSchlesien und 1792 nach dem Rhein. M. gehörte zu denjenigen, damals noch ingeringer Anzahl vorhandenen Offizieren der preußischen Armee, welche die klareAnsicht gewonnen hatten, daß die neuere Kriegskunst, wie sie sich eben zu entwickelnbegann, höhere Ansprüche an den Offizier mache, als Kamaschendienst und Parade-taktik sie seither gemacht hatten. Mit großem Eifer, von einer glücklichen, natür-lichen Anlage unterstützt, beschäftigte er sich vornehmlich mit der höhern Geodäsie.Sein Talent und seine Arbeiten blieben nicht unbemerkt und der Oberst von Le Cocqzog ihn 1798 zu den Vermessungen Westfalens, wo er an dem trigonometrischenNetze arbeitete, Minden und Ravensberg aufnahm und hierdurch einen schönenBeitrag zu der berühmten Le Cocq'schen Karte lieferte. Er wurde 1802 als Pre-mierlieutenant in das Regiment Wartensleben versetzt und Herrn von Zach bei derGradmessung in Thüringen zugetheilt. Zur Anerkennung der dabei ausgeführtenArbeiten wurde M. 1804 als Capitain und Quartiermeisterlieutenant in den Ge-neralstab versetzt und machte als solcher den Feldzug von 1806 unter dem Herzogvon Weimar mit, bei welchem er den Posten als Chef des Generalstabes versah.Er schloß nach dem ebenso kühn als glücklich ausgeführten Rückzüge der von demHerzoge geführten Truppen mit den französischen Generalen Rivaud und Tilly dieConvention von Rattkau bei Lübeck, welche jedoch von französischer Seite nicht ge-halten wurde. Die in diesem Feldzuge gewonnenen Erfahrungen theilte M. in ei-ner kleinen Schrift: „Operationsplan der preußisch-sächsischen Armee 1806"(Weimar 1806), unter der Namenschisser C. v. W. mit, welche er auch bei seinen
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