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Mortemart
Werke schrieb, fand er in Mußestunden noch Zeit, die herrlichsten Messen und Hf-fertorien, darunter das tressliche „^n^elus Barnim", neun Cantaten, verschiedeneAnetten, Canzonen, Romanzen und Anakreontische Lieder für die deutsche, franzö-sische und italienische Sprache zu componiren. Seine neueste Arbeit ist ein Frag-ment aus dem 33. Gesang der „Hölle" von Dante, für Baßstimme mit Pianoforte-begleitung, im Dec. 1832. Von keinem jetzt lebenden Tonsetzer wird M. im rich-tigen Ausdruck der Textworte Übertrossen. Vor Rossini's Epoche stand er an derSpitze der dramatischen Componisten in Italien, wußte aber besser als Dieser demGeschmack der Zeit und der Mode zu huldigen, ohne zum Tändelnden und Klein-lichen herabzusteigen. Sein Genins weiß den schönen italienischen Gesang undden Reichthum der Melodie, der seine Schöpfungen auszeichnet, mit der vol-len Instrumentation, welche der deutschen Schule eigenthümlich ist, zu ver-schmelzen und dabei dem Ganzen die effectreiche Wirkung des italienischen Mu-sikcharakters einzuhauchen. Bei vielseitiger Bildung und einem glühenden Ei-fer für die Kunst hat er sich auch als Mensch 1826 durch die Begründung einesWitwenfonds für die Mitglieder der königlich sachsischen Kapelle, welcher alljährlichdurch die unter seiner Leitung am Palmsonntage aufgeführten Meisterwerke alt-classischer Musik vermehrt wird, ein bleibendes Denkmal gestiftet. Was M. aberüber die meisten seiner Kunstgenossen erhebt, ist der edle, großartige Charakter, wo-mit er fremdem Verdienste nicht nur die vollste Anerkennung zollt, sondern, gegensich unerbittlich streng, gegen nahe und ferne sich bildende und schon ausgebildeteMusiker das nachsichtsvollste Wohlwollen übt und, frei von kleinlicher Eifersucht, inanspruchloser Bescheidenheit die wahre Künstlergröße birgt. (8)
Mortemart (Casimir Louis Victurnien de Rochechouart, Herzog von),Pair von Frankreich, Nesse des Marquis von Mortemart und Enkel des Herzogsvon Brissac, der mit den Gefangenen zu Orleans niedergemetzelt ward, geboren zuParis am 20 März 1787, erhielt seine erste Bildung in England, wo er mit sei-nem emigrirten Vater lebte, und vollendete sie in Paris, wohin er 1801 zurück-kehrte. Seit 1806 Unterlieutenant im ersten Dragonerregiment, machte erdenpreußischen und polnischen Feldzug mit, nahm an den Kämpfen zu Pultusk undGolymin Theil, wurde in der Schlacht bei Heilsberg verwundet und gewann beiFriedland, wo er mit Beharrlichkeit die Angriffe der Russen aushielt, den Ordender Ehrenlegion. Er machte dann 1809 als Lieutenant und Adjutant des Gene-rals Nansouty den östreichischen Feldzug, schlug sich tapfer bei Regensburg, Eß-lingen und Wagram, wurde 1810 von Napoleon zu seinem Ordonnanzoffizier er-nannt und mit mehren wichtigen Missionen beauftragt, unter andern mit derGeneralinspection an den Küsten Hollands und Dänemarks. Er begab sich darauszum Kaiser, den er in Posen fand, und zog mit nach Rußland. Seine Tapserkeilbei Leipzig verschaffte ihm das Offt'zierkreuz der Ehrenlegion. An dem Winterseld-zuge von 1814 nahm er keinen Antheil, und war einer der Ersten, welche die Ab-setzung Napoleon's unterzeichneten. Ludwig XVlII. gab ihm 1814 dasCommandoder hundert Schweizer seiner Garde; dieselbe Stelle, die vor der Revolution sei»Großvater, der Herzog von Brissac, bekleidet hatte. Zu gleicher Zeit wurde M,Pair von Frankreich. Am 20. März 1815 escortirte er die Bourbons mit seinemTruppencorps bis Bethune. Er war zur Zeit der Schlacht bei Waterloo in Gentund kam mit dem König nach Paris zurück. Im Ott. 1815 ward er Generalma-jor der pariser Nationalgarde, legte aber die Stelle 1818 nieder. Im März 18'^wurde M., als Ferronnays das Ministerium der auswärtigen Angelegenheiten er-hielt, Botschafter in Petersburg. Zur Zeit der Juliusrevolution in Paris anwe-send, begab er sich am 30. Jul. im Auftrag Karl X. mit d'Argout und ForbmJanson in die Deputirtenversammlung bei Lafsitte und wollte dort zwei Ordonnan-zen überreichen, wovon eine die Ordonnanzen vom 25. Jul. zurücknahm, und d>>