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ihrem eigenthümlichcn Leben zu dem Beschauer sprechen und ihm lehren, was deut-sche Kunst ist. Die Sammlung enthalt 141 Nummern, von denen 40 die nieder-deutsche und 101 die oberdeutsche Schule bilden. Die Gemälde der niederdeutschen,wie die Kreuzabnahme von Dürer, stammen aus der Sammlung der Brüder Bois-sere'e, die der oberdeutschen theils aus den Galerien zu Schleißheim, Nürnbergund Augsburg, größtentheils aber aus der fürstlich Otlingen - Wallerstein'schenKunstsammlung, welche kurz vor der Gründung des Bildersaals in den Besitz desKönigs überging. Die Reihe eröffnet die byzantinisch-niederrheinische und köl-nische Schule mit den Schülern des Meisters Wilhelm und Israel's von Mekenen,Ihnen folgt der Gründer und erste Meister einer neuen Epoche der deutschen Kunst,Johann van Eyck, sowie Memling, Schoreel, Engelbrechtsen und Meffys. DasAbirren vom bessern Wege bezeichnen Hemskerk, Mabuse, Hemessen. Die ober-deutsche Schule beginnt mit Wohlgemuth und dessen Zeitgenossen, Martin Schön,dem altern Holbein und den nördlinger und ulmer Künstlern, Herls, Cramer,Aeitblom, Martin Schaffner, welchen sich Hans Holbein anschließt. Zwei Bil-der von Dürer, die Kreuzabnahme und ekn Lcce llomu krönen die Schule Wohl-gemuth's. Auf Dürer folgen seine Schüler Schaufelein, Amberger, Altdorferund Penz, sowie Kulmbach und Burgkmaier. Ein anderer Zweig beginnt mitden beiden Lukas Kranach, und wieder abgesondert stehen, doch auf tieferer Stufe,Osterdorfer, Feselen und Schöpfer. Dazwischen erganzen Bilder, dem einen oderandern der genannten Zweige angehörend und mehr oder weniger von geringermWcrthe, die historische Zusammenstellung. Aus dieser Reihe der ersten deutschenKünstler, deren Werke der Bildersaal enthalt, wird sich der unbestrittene Wertherkennen lassen, den derselbe besonders für den Kunstforscher haben muß. (Nergl.„Kunstblatt", 1829, Nr. 81, 101, 102, 105.) Die Bilder der Sammlungerscheinen m gestochenen Umrissen und mit kurzen Notizen über jedes Gemäldebegleitet, von Friedrich Wagner herausgegeben unter dem Titel: „Der kömglicheVildersaal der Moritzkapelle zu Nürnberg."
Morlacchi (Francesco), erster Kapellmeister des Königs von Sachsen,geboren zu Perugia am 14. Zun. 1784, echielt seine erst» musikalische Bildungvon seinem Vater, der selbst die Violine sehr gut spielte. Außer dem Studiumdieses Instruments war seine Jugend bis zum 18. Jahre zwischen der Erlernungdes Klaviers, der Orgel, des Generalbasses und dem Gesänge getheilt, denn er be-saß eine herrliche Sopranstimme und hatte sogar oft mit dem berühmten Velluligewetteifert. Seine frühern Lehrer waren Caruso und Luigi Mazzetti, der Bruderseiner Mutter. Schon in der frühesten Jugend componirte er mehre Musikstückefür den Kirchengesang und die Orgel. Ein Oratorium: „Uli sngioli sl sepolcro",machte solches Aufsehen, daß sein Gönner, Graf Pietro Baglioni, ihn von dem be-rühmten Zingarelli, damals Kapellmeister zu Loretto, im Contrapunkt unterrichtenließ. Er ging darauf nach Bologna, um den Unterschied der Methoden, welcherzwischen der neapolitanischen und bologneser Musikschule entstanden war, an derQuelle kennen zu lernen. Bald zum Mitglied des philharmonischen Lyceums aufge-nommen, erhielt er Privatunterricht von seinem Beschützer Mattei. Als Napoleon1805 zum König von Italien gekrönt wurde, erhielt M. den Auftrag, eine Can-tate für das große Theater in Bologna zu componiren. Im Apr. 1807 entstandseine erste komische Oper „II ritratto"; in demselben Jahres die Posse „U poet» mcampcl^na"; darauf folgte 1808 das zu Parma mit ungewöhnlichem Erfolge ge-krönte Melodrama: „(lorrsäino", welches in 13 Tagen vollendet ward. Im Oct.1808 schrieb er die ernste Oper „Lnnne e ?sri<1e", und in demselben Jahre er-schien zu Parma der großes Aufsehen erregende „Oreste", welchem 1809 die Posse„Uinslcko tl'^kti", die komische Oper „I^s principesss per ripiego", das Lieder-spiel „I! Simoncinn", und das Drama sveuture 6i uns giornsts" folgten,