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Dritter Band (1833) M bis R
Entstehung
Seite
170
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170 Morier

war er bis 1816 bei dem dortigen Stadtgerichte angestellt. Schon damals glaubteer der Hoffnung entsagen zu müssen, die dem Königreiche Polen gegebenen consti-tutionnellen Formen sich frei entwickeln zu sehen, und aus Liebe zur Unabhängig-keit verließ er die Laufbahn des Staatsdienstes, so glanzende Aussichten sich ihmzeigten. Er lebte zurückgezogen auf seinen Gütern, mit der Verbesserung des Zu-standes seiner Bauern beschäftigt, bis der Ruf seiner Mitbürger ihn in den Woi-wodschaftsrath und 1826 in die Kammer der Landboten rief, wo er sich an dieSpitze der Opposition stellte und trotz den Verfolgungen der Police! unerschrockengegen die Verletzung der Verfassung und für die Rechte seiner Landsleute sprach.Er unterstützte nicht nur die Anklage gegen die Minister, welche die verfassungs-widrigen Ordonnanzen unterzeichnet hatten, sondern erhob auch in eignem Nameneine Anklage gegen den Staatspräsidenten, Stanislaus Aamoyski, und dessenCollegen, welche Mitglieder der außerordentlichen Commission gewesen waren, die1826 wegen des Processes gegen die patriotische Gesellschaft ernannt wurde. Nachdem Ausbruche der Revolution im Nov. 1830 war er einer der Ersten, welche denAusstand in der Woiwodschaft Kalisch beförderten. Es gelang ihm nicht ohnegroße Gefahr, ein als Grenzwache aufgestelltes Kosackenregiment zu entwaffnen,und er kehrte nicht eher zum Reichstage zurück, bis Kalisch unter den Waffen stand.Bei seiner Ankunft in Warschau glaubte er in dem Benehmen des DiktatorsChlopicki (s. d.) Gefahr für den Fortgang der Revolution zu erkennen, und alsüber dessen Wiedererwählung in der Sitzung vom 20. Dec. 1830 verhandeltwurde, war er der Einzige, der sich gegen die einstimmige Meinung der übrigenLandboten erhob, so gefahrlich bei dem großen Anhang, den der Diktator damalsunter der Menge hatte, ein solcher Widerspruch zu sein schien. Vor der Abstim-mung sagte man ihm, eine verneinende Kugel sei beinahe ein Todesurtheil, under antwortete:Was ich da erfahre, könnte allein hinreichen, dem General meineStimme nicht zu geben " Er stimmte gegen die Diktatur. Die Drohungen Hat-ten keinen Erfolg; M.'s Vaterlandsliebe war erprobt und er erhielt Beweise ge-rechter Anerkennung. Die Landbotenkammer wählte ihn zum Mitglieds des Aus-schusses, der die Oberaufsicht über den Diktator führen sollte. Als Chlopicki, derin der öffentlichen Meinung keine Stütze mehr fand, im Jan. 1831 die Diktaturniedergelegt hatte und der Reichstag zur Wahl einer Nationalregierung schritt,wurde M. fast einstimmig zum Mitglieds derselben ernannt, und erhielt die Leitungder Finanzen, welchen er bereits früher als Mitglied der Finanzcommission desReichstags eine eifrige Thatigkeit gewidmet hatte. Er war stets bemüht, die Na-tionalregierung in der Bahn der Gesetzlichkeit zu halten, und nach den Ereignissendes 15. Aug. 1831 legte er mit seinen Amtsgenossen seine Stelle nieder.Wirhaben zu viel Ehrfurcht vor den Gesetzen", sagte er,wir verabscheuen zu sehr jedeGewaltthat, als daß wir unter so schwierigen Umstanden die Verantwortlichkeitder Staatsregierung allein auf uns nehmen könnten." Er trat wieder in die^Land-botenkammer und hielt sich zu der Partei, welche, allen Unterhandlungen abgeneigt,das Heil des Landes nur in der Entscheidung der Waffen sah. Einige Tage vordem Sturme verließ er Warschau, um sich als außerordentlicher Regierungs-commissaic zu Romarino's Corps zu begeben. Im Sept. ging er mit den Mit-gliedern der Regierung und des Reichstags über die preußische Grenze und theilteseitdem das Schicksal der Verbannten.

Morl er (James) stammt aus einer Familie der französischen Schweiz,und erst sein Vater, wenn wir nicht irren, siedelte sich in England an. Er genoßeine sorgfältige wissenschaftliche Erziehung und wurde früh besonders auch mit denmorgenlandischen Sprachen bekannt. Au Anfang dieses Jahrhunderts ging er,noch jung, nach dem Orient, besuchte Persien und reiste über Konsiantinopel nachEngland zurück. Einen Bericht über diese Reise gab er in denTravel« in Uersis,