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Dritter Band (1833) M bis R
Entstehung
Seite
168
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168 Uomimenw (Fermaniae!n8toricA

sprach, welches aber, da der Druck dieser Verbesserungen zwei Quartbande be-tragen haben würde, unterblieben ist. Vom 1?. Band an, wo man die Ab-schristen vorher im Archiv controlirte, wurden der Mangel insofern etwas weni-ger; ganz gut sind der vom Kanonicus Braun in Augsburg bearbeitete 22. und23. Band über das Kloster St.-Ulrich in Augsburg, obgleich es gar nicht zuden bairischen Klöstern gehörte und ohne Auswahl auch hier alle Urkunden aufge-nommen wurden, und dann noch vorzüglicher vom Professor Moriz der 24.Band, Kloster Ensdorf, wol auch noch der 25., Kloster Michelfeld. Von nun ansiel man, allen Erinnerungen zum Trotz, wieder in den alten Schlendrian zurück,unter dem Eigensinn des allem neuen Fortschreiten widerstrebenden Westenrieder,wovon noch sein 2?. Band, Kloster Reichenbach, ein klagliches Beispiel ge-geben. Endlich, seit dem Einwirken des Freiherrn von Hormayr, drang doch we-nigstens vorerst der Wille zu etwas Besscrm durch, und dieNonumenta" erschei-nen seit 1829 alslXovs collectio", wovon bis jetzt Band 1 und 2, oder ,Mo-uumeuw" Band 28 und 29, sammtlich archivarische Kaiserurkunden von7771146, und dazu vier passauer Codices gibt. Allein auch dieses neueUnternehmen, sowie es bis jetzt angefangen worden, läßt noch viel zu wünschenübrig. Überall sind weitläufige ermüdende Notizen über Graphik, Semiotik, dienichts Besonderes darbieten, angehängt, dagegen fehlt es auch hier an allen Erklä-rungen der Ortsnamen und selbst an allen Registern, auch an Vorreden und Ein-leitungen, die den Leser und Sucher über die rechten Standpunkte belehren könn-ten. Unter den Ccxlicibus ist einer, den Moriz schon besser, mit Erklärungen undRegister, in von Freyberg's Sammlung gegeben, unnöthigerweise hier noch ein-mal abgedruckt, aber ohne Erläuterungen. Überhaupt haben diese passauer Co-dices mehr Werth für die öftreichische als die altbairische Geschichte. (35)

(Zermsniae Historie». So heißt die neuesteSammlung der ältesten deutschen Geschichtsurkunden, Gesetze, Geschichtschrei-ber vom Anfang der Karolingerzeit. Vorerst die Scriptoren begreifend, sind jetztzwei Foliobände unter Leitung des Archivars Pertz in Hanover 182629 mitvieler Eleganz erschienen. Wir verdanken der frankfurter Gesellschaft der altendeutschen Geschichte wenigstens diese kostbaren Früchte und diese bleibenden Zei-chen eines frühern, fast zu poetischen Lebens, nach weit auseinander fahrendenPlanen, unter dem zu ministeriellen, diktatorisch einwirkenden Herrn von Stein,dem der bessere Stern doch noch Pertz zuführte, der auch seinerseits wiederden Glücksstern gehabt hat, in Wien, in Italien, selbst in Rom, in Frank-reich, in den Niederlanden und in England überall auf die liberalste Art Zutritt zuerhalten. Was wir im Allgemeinen beklagen, ist die Erfahrung, wie wenig gro-ßes Neues auf diesen Wegen gesunden worden, und wie wenig Echtes jetzt über-haupt noch zu hoffen sein möchte. Inzwischen sind bessere vollständigere Texte undCodices, als wir bisher hatten, auch schon kein kleiner Gewinn, indem unsere bis-herigen Ausgaben, z. B. nur Otto von Freisi'ngen, mehr im Argen staken, als mannur ahnen möchte. Von Alcuin und Eginhard verspricht uns jedoch Pertz ganz neueBriefe. Die Hauptstücke, welche der erste Theil enthält, sind außer Eginhard undNegino mehre Annalen, darunter besonders die Zonales I^aurisbamenses,Zerium, kbückenses; im zweiten Theil Ekkehardus'Casus 8. Calli", Nithardus'carwina", und es fragt sich, ob nicht der kleinern fragmentarischen Anna-len und Legenden allzu viele, während wir noch ungern den ?re6e^arius, Helmol«ins, ^ckamus Lremensis, Otto ?risiuAensis u. s. w. entbehren müssen. Könn-ten wir es denn am Ende mit allen diesen Annalen, wo so oft immer Einer den An-dern ausschreibt, nicht auch halten wie die Alten mit ihrem Beda oder Eusebius,einen zu Grund gelegt, jedes Jahr beigefügt, was andere Annalen neu oder mitveränderten Umständen'ebenfalls erzählen, und blos citirt, wo Andere nur nachge-betet haben, eine Art Annalen- oder Chronikenharmonie? (35)