Montesqmou-F^zensac
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Memoire erklärte, dem Befehle mit tiefer Betrübm'ß. Er ward Finanzminister,mußte von Neuem ein Wahlrundschreiben verfassen, welches dem vorigen ahnlichlautete, und wurde am 24. Iun. von Toulouse zum Abgeordneten wieder ernannt.Er unterzeichnete die Ordonnanzen auf ausdrücklichen Befehl Karl X. und sagteihm dabei: „Ich unterzeichne mein Todesurtheil". Nach den drei Tagen flüchteteer sich und lebt jetzt in Wien, wo er 1832 seine interessante Denkschrift über denHerzog von Reichstadt herausgab, deren Verdeutschung (Leipzig 1833) mehre vomVerfasser mitgetheilte Verbesserungen und Ergänzungen hat. (15)
Montesquiou-Fezensac (Fran?ois Tavier Marc Antoine, Herzogvon), französischer Staatsminister, wurde in dem Schlosse seiner Familie, Marfanbei Auch, 1757 geboren und trat früh in den geistlichen Stand, indeß fein altererBruder die Kriegslaufbahn wählte und Marechal de Camp wurde. Der Abbe M.wurde 1785 Generalagent der Geistlichkeit und einige Jahre später von der pariserGeistlichkeit zum Deputirten bei den Generalstaatm ernannt. Hier zeigte er anschei-nend Mäßigung, die jedoch sehr zweideutig schien, weshalb Mirabeau, nachdem erihn einmal hatte reden hören, ausgerufen haben soll: „Trauet ja dieser kleinenSchlange nicht, sie wird euch verführen!" Er war es, welcher der constituirendenVersammlung ankündigte, die Geistlichkeit sehe ein, daß sie Unrecht gehabt habe,sich von ihren College« zu trennen, und sie wolle von nun an brüderlich mit ihnenüber das Beste des Staats beruhen. Als jedoch drei Monate nachher jene Ver-sammlung die Güter der Geistlichkeit zu den Staatsgütern schlagen wollte, wider-setzte sich M. diesem Schritte, wiewol ohne Erfolg; die Veräußerung derselbenwurde beschlossen, und da M. sich das Zutrauen der Mehrzahl erworben hatte, sowurde er Mitglied der Commission, welche die Veräußerung der geistlichen Güterbesorgen sollte. Er soll sich dieses Auftrags so gut entledigt haben, als ob er nie-mals zur Geistlichkeit gehört hatte. Ebenso unparteiisch führte er 1790 den Vorsitzbei der constituirenden Versammlung. Als die Aushebung der Klöster zur Sprachekam, widersetzte er sich diesem Vorschlage, behauptete, dies würde die Klostergeistlichenvon ihren Gelübden entbinden und bestritt der gesetzgebenden Macht das Recht da-zu, und als diese Meinung verworfen wurde, verlangte er wenigstens, man solle dieMönche in ihren Klöstern aussterben lassen. Den von der Geistlichkeit abzulegendenEid zum Gehorsam gegen die Civilverfassung billigte er, schlug aber hiernach vor,der König solle vom Papst die Genehmigung jener Verfassung begehren, welchesnatürlich verworfen wurde. Bei der Frage, wem das Recht Krieg zu erklären undFrieden zu schließen im Staate zustehen müsse, entschied er sich für das ausschlie-ßende Vorrecht des Königs, meinte aber, die gesetzgebende Versammlung müßtedas Bestätigungsrecht besitzen. Überhaupt aber stimmte er in jener Session mitder antirevolutionnairen Partei, das heißt mit der rechten Seite, die man auch diearistokratische nennen konnte, und blieb in Verbindung mit dem Hofe, ohne jedochmit der entgegengesetzten Partei zu zerfallen; er wußte im Gegentheil ihre Gunstsich zu sichern, oder doch eine ziemlich günstige Meinung von seiner aufgeklärtenund unparteiischen Gesinnung zu geben. Als aber der Pöbel anfing in Paris zuwalten und Angriffe auf die Tuilerien zu wagen, hielt es M. nicht länger für rath-sam, in Frankreich zu bleiben, zudem da der Geistlichkeit, besonders dem nicht zurRevolutionspartei sich schlagenden M., wenig Sicherheit übrigblieb. Er flüchtetenach England, und wahrend seiner Abwesenheit wurde er vom Revolutionstribunalzum Tode verurtheilt. Als jedoch die Schreckenszeit vorüber war, kam er wiedernach Frankreich zurück. Er hatte, wie es scheint, mit den verbannten Bourbonsdie Abrede getroffen, daß er ihre Angelegenheiten in Frankreich besorgen würde.So übergab er den sonderbaren Brief, worin Ludwig XVIII. Napoleon gebot, ihmseine Stelle abzutreten. Man ließ anfangs diesen Agenten in Ruhe und bedientesich seiner, um der verbannten Königsfamilie alle Hoffnung zu benehmen; zuletzt