Montalwet
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schen Familie, die sich Moonen schrieb, wie noch sein Großvater sich nannte, dersich in Mingolsheim als Kaufmann niederließ. Nachdem er in einer Privatlehr-anstalt den ersten Unterricht erhalten hatte, kam er 1808 auf das Gymnasium zuBruchsal, 1812 auf das Lyceum zu Rastadt und bezog 1814 bie Universität Hei-delberg, wo er Philologie und Geschichte und dann Rechtswissenschaft und Natur-wissenschaften studirte. Er trat dort 181? als Privatdocent auf, wurde 1818 Se-cretair bei der Universitätsbibliothek, 1819 außerordentlicher, 1822 ordentlicherProfessor der Geschichte und erhielt 1825 die Leitung der Universitätsbibliothek,Mtzß die 182? unter seiner Mitwirkung durch den Ankauf der salmansweiler Samm-WnöK lung bedeutend vermehrt ward. In demselben Jahre nahm er einen Ruf auf dieund nii, Universität zu Löwen an. Nach der belgischen Revolution ward er von der proviso-schen Regierung außer Thätigkeit gesetzt, blieb jedoch noch mehre Monate in Bel-gien und kehrte erst im Frühjahre 1831 nach Heidelberg zurück, wo er sich mitliterarischen Arbeiten beschäftigte. Im April 1832 übernahm er die Redactionder karlsruher Zeitung. Von seinen Schriften nennen wir„Einleitung in dasNibelungenlied" (Heidelberg 1818); „Geschichte des Heidenthums im nördlichen> «in «k Europa (2 Bde., Heidelberg 1822 — 23), die den fünften und sechsten Theil voniniM Creuzer's „Symbolik und Mythologie der alten Völker" bildet; „kistoria statisti-cae" (Löwen 1828,4.) und „ReinhartFuchs" (Stuttgart 1832), aus Handschrif-ten des 9. und 12 Jahrhunderts herausgegeben.
Montalivet (Camille, Graf von), Sohn des Ministers des Innern un-ter Napoleon I. P. B, Montalivet, wurde 1801 geboren, im Henri IVerzogen und gelangte durch Verwendung von Bertin de Vaux zur Pairie mit Hint-ansetzung seines ältern, jetzt verstorbenen Bruders. Der junge M. schrieb einefreisinnige Broschüre: „llnfeune peür aux Vran^ais cks son ü^e" (Paris 1827),wurde Mitglied und Secretair der Gesellschaft ^iüe-toi, 1e ciel t'aiüera, und zogbeim Ausbruche der Juliusrevolution die Nationalgardenuniform an. Als Lafsittedie Präsidentschaft des Ministerrates erhielt, wurde der noch nicht 30jährige M.Minister des Innern. Es schien sich ihm eine glänzende Lausbahn zu öffnen. Zurjeune?remce gehörig, konnte er leicht Sympathie bei der französischen Jugendund bei den Massen finden. Sein früheres Leben war durchaus fleckenlos, wiees bei einigen seiner Collegen im Ministerium nicht der Fall war. Das erste Auf-treten M.'s als Minister machte ihm auch in der That alle Ehre. Er zeigte, alsbei dem Processi gegen die Minister Karl X. das Volk in heftiger Aufregung war,Entschlossenheit und geleitete zu Pferd die Exminister nach Vincennes. Bald aberzerfiel M. mit der öffentlichen Meinung. Neidisch aufOdilon-Barrot's Ansehen, be-riefer zur Zeit der Unruhe an der Kirche St.-Germain l'Auxerrois die pariser Mai-res in sein eignes Hotel, anstatt sie zum Präfecten gehen zu lassen, machte diesem nochVorwürfe in der Kammer und erklärte ihm, als er sich beleidigt fand, es sei eher be-greiflich, wenn man von oben herab empfindlich sei als von unten nach oben. Durchdiese Worte verlor der junge M. seine Beliebtheit. Er wäre dennoch Minister desInnern geblieben, wenn nicht bald darauf, am 13. Mai 1831, Casimir Perierdiese Stelle für sich auserkoren hätte. M. begnügte sich von nun an mit dem Mi-nisterium des Unterrichts und Cultus. Seitdem kam er fast täglich in Streit mitder Opposition, besonders aber als er von der Rednerbühne herab in einer geschrie-benen Rede die Franzosen „Unterthanen" ihres Königs nannte, eben des Königs,der von den Franzosen zum König erwählt, sie in der ersten Zeit nach seiner Thron-besteigung „Kameraden" genannt hatte. Übrigens waren die geschriebenen RedenM.'s gewöhnlich ausgezeichnet, wenn sie von Malitourne verfaßt waren, wie dieRede über das Wahlgesetz, oder von Villemain, wie bei der Verhandlung über dieErblichkeit der Pairie, von Cousin, wie beim Unterrichtsgesetze; allein durch jedenimprovisirten Vortrag zog der Minister der Regierung große Unannehmlichkeit zu,