Mond
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in das Helle über, wie man diesen Übergang auf Lohrmann's Mondkarte,in der Niederung des Julius Casar und bei andern Gebirgen recht gut se-hen kann.
Der Mond ist von einer Atmosphäre umgeben, die wenigstens 28mal feinerals die der Erde ist und welche die Höhe der großen Mondgebirge nicht merklichübersteigt. Die geringe Morgen- und Abenddämmerung, die durch diese Atmo-sphäre erzeugt wird, kann man an den Hörnerspitzen des Mondes bald vor odernach dem Neumonde am besten sehen. Wenn der Mond einen Stern bedeckt, sserfolgt das Verschwinden plötzlich und der Stern scheint kaum merklich am Mond-rande hängen zu bleiben. Diese Erscheinung würde sich anders darstellen, wennder Mond mit einer beträchtlichem Atmosphäre umgeben wäre und man würde alsWirkung der Strahlenbrechung ein längeres Verweilen des Sterns an dem Mond-rande bemerken. Bei dieser feinen Atmosphäre werden die Bewohner des Mondesden Himmel stets in einer Reinheit und Klarheit sehen, von der wir, von der dich-ten Erdenluft umgeben, uns kaum einen Begriff zu machen vermögen Wasser inverhältnißmäßiger Menge gibt es nicht auf dem Monde. Alle Niederungen (soge-nannte Meere), Gruben, Einsenkungen und Rillen zeigen sich trocken, und mankann durch gute Fernröhre und bei günstiger Beleuchtung auch in den am tiefstengelegenen Punkten noch Unebenheiten erkennen, die zuerst verdeckt sein müßten,wenn eine tropfbare unserm Wasser ähnliche Flüssigkeit auf dem Monde vorhandenwäre, die die Tiefen erfüllte. Ebenso wenig sieht man Wolken oder wolkenähnlicheGebilde und Nebel.
Der Mond ist in jeder Beziehung anders.gestaltet als die Erde und seine Ge-birge sind im Fortgange der Zeiten beträchtlichen Veränderungen unterworfen.Bei den großen Niederungen, bei den verschiedenen Ringgebirgen, bei den Grubenund Einsenkungen sieht man überall eine bestimmte Kreisform vorherrschen; Ge-birgsketten schließen sich an die Kreisbogen der Niederungen, und selbst Bergkegelstehen in Rundungen geordnet da. Es treten aber bei all diesen Kreisformen inBezug auf Reinheit der Begrenzungen, auf festes Aneinanderschließen der Berg-züge charakterisirende Verschiedenheiten hervor. Die großen Bergreihen an denNiederungen sind nicht geschlossen; tiefe Thäler trennen sie mehr oder weniger,und große und kleine Krater bilden Unterbrechungen, indem sie theils in die Niede-rung, theils in das Hauptgebirge eingreifen. Noch auffallendere Unterschiede zei-gen die Rundgebirge von allen Größen. Während bei einem Theile derselben derBergwall in seinen abfallenden Schichtungen rein begrenzt dasteht, wenig vorra-gende Bergspitzen hat, Grübchen, Schluchten und Einsenkungen an den Abhän-gen sich nicht vorfinden, der Krater angemessen tief ist und das etwaige Centralge-birge sich einfach und rein aus der Mitte erhebt: so zeigen andere Krater so festeFormen in ungleich geringerm Maße, die Gebirge verbreiten sich weiter, Schluch-ten und Thäler trennen sie an mehren Stellen, andere Gruben und Einsenkungengreifen in dieselben ein, und der Gebirgskamm und die innere Centralhöhe zeigenmannichfache Kuppen und weniger Regelmäßigkeit in ihrer Form Endlich gibtes ringförmige Bergbildungen, bei welchen der niedere Rücken mehrfach getrennterscheint und der Fortgang desselben oft nur durch einzelne Bergkegel angedeutetwird, die wie Trümmer eines frühern großen Gebirgszuges dastehen und dieeine Niederung umschließen, die gegen die äußere Mondfläche nur wenig ver-tieft ist.
Überblickt man so den Msnd, so drängt sich unwillkürlich die Ansicht auf, daßdie zerrissenen Gebirgsformationen ungleich ältern Ursprungs als die festgeschlos-senen scharf und bestimmt begrenzten sein müssen, und daß die Mondoberflache seitEntstehung dieses Weltkörpers Veränderungen erlitten hat und fortgehend erleidet,wie wir dergleichen auf der Erde nicht kennen. Unbezweifelt entstanden die großenConv.-Lex. der neuesten Zeit und Literatur. III. 11