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Dritter Band (1833) M bis R
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Mond

den. Johann Dominikus Cassini, der 1069 als Astronom nach Paris kam, er-weiterte bedeutend die Kenntniß von der Oberflache des Mondes. Er beobachtetemehre Jahre lang mit einem 34füßigen Fernrohre und gab 1680 eine von Lec ercgezeichnete, 20 pariser Zoll große Karte der Mondfläche heraus, welche die alternKarten von Hevel und Riccioli weit hinter sich ließ und die im Jahre 1787 vonLalande vermehrt neu herausgegeben worden ist. Nach Cassini gab derMalerPhi-lipp de la Hire sich die Mühe, eine Mondkarte nach Cassi'ni's und seinen eignenBeobachtungen zu malen. Sie ist die größte, die bis jetzt existirt,hat 12 pariser Fußim Durchmesser und ist jetzt im zweiten Stockwerk an der großen Treppenwand deröiblic)theqii«'8t -(?«>nevie^e in Paris aufgestellt, nachdem sie während der Revolu-tion lange in einem Pferdestalle versteckt gewesen war. Indessen ist auch diese Kartehöchst unvollkommen und nicht ausreichend, eine richtige Vorstellung von den Un-ebenheiten der Mondfläche zu geben. Viel kleiner, nur 7?- pariser Zoll groß, aberunverhältnißmäßig bester, ist die Mondkarte von Tobias Mayer. See erschien1775 und ist für die mittele Vibration entworfen. Dieser hochverdiente Astronomfand durch vielfache Messungen, daß der aufsteigende Knotenpunkt des Mondäqua-tors mit dem niedersteigenden Knotenpunkte der Mondbahn zusammenfalle unddaß die Mondaxe in 18 Jahren 228 Tagen 4 Stunden einen kleinen Kreis um diePole der Ekliptik beschreibe, dessen Halbmesser 1° 29^ betrage. Auch bestimmte erdie selenographische Länge und Breite mehrec Mondgebirge und Mondgruben. Dieneuern Messungen von Bouvard über die Lage der Mondaxe gaben fast genaudasselbe Resultat, und die selenographischen Ortsbestimmungen in Lohrmann'sMondtopographie weichen bei solchen Punkten, die Mayer wirklich gemessen hat,nur wenige Minuten von denen Mayer's ab. Vor 4? Jahren unternahm es Jo-hann Hieronymus Schröter in Lilienrhal, die Oberfläche des Mondes zu unter-suchen. Au wiederholten Malen verzeichnete er eine Menge einzelner Gegenden desMondes, er maß die Höhe zahlreicher Berge und die Tiefe vieler Gruben durch dieLänge der Schatten, die von jenen und in diese fallen und die sich nothwendig nachdem höhern und tiefern Stande der Sonne in ihrer Länge verändern. Schröterdeutete mögliche Veränderungen auf der Mondfläche an, sprach über die Bewohn-barkeit derselben und machte Beobachtungen über die Atmosphäre des Mondes.Seine gestimmten Beobachtungen sind in denSelenotopographischen Fragmenten"(2 Bde, Göttingen 1793 1802,4.) enthalten. Doch sind die einzelnen Kartenin verschiedenem Maßstabe gezeichnet und haben untereinander keine Verbindung.Nach Schröter hat 1805 der Engländer John Russell die Oberfläche des Mondesin zwei schön in Kupfer gestochenen Generalkarten abgebildet, die inzwischen nichtin das Detail der Mondgebirge eingehen. Die eine Platte zeigt die Mondscheibesenkrecht von der Sonne beleuchtet, die andere stellt jedes einzelne Hauptgebirgemit Schattenschrafsirung dar. In der neuern Zeit hat Prof. Gruithuisen in Mün-chen dem Monde seine besondere Aufmerksamkeit gewidmet und über Einzelnheitensehr specielle Beschreibungen gegeben, die sich zum großen Theil auf Kunstanlagenund andere Spuren der Mondbewohner beziehen. Eine vollständigeTopographieder sichtbaren Mondoberfläche" bearbeitet der Oberinspector Lohrmann in Dresden.Er verließ die Unbestimmtheit, die bisher bei Abbildung der Mondfläche geherrschthatte, und stellte die Mondgebirge nach dem Bergzeichnungssystem der senkrechtenBeleuchtung dar, bei welchem die steilern Berghänge durch stärkere schwarzeStriche, die der Richtung des Abhanges folgen, bezeichnet werden. Die eigen-thümliche mehr oder minder genaue Farbe der Mondgegenden hat Lohrmann aufseinen Karten durch harte enggesetzte schwarze Punkte angegeben und dabei 10 Ab-stufungen angenommen, sodaß die schwärzesten Schatten als 0°, die lichtestenMondgebirge, wie Proklus und Aristarch, als 10° hell erscheinen. Die Karte istin dem Maßstabe entworfen, daß die ganze Mondscheibe drei pariser Fuß im Durch-

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