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Dritter Band (1833) M bis R
Entstehung
Seite
157
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Mond 157

Bisthum, im Fürstenthum Öttingen-Wallerstein, unweit von Nördlingen amAbHange einer Baumwaldung auf einer Höhe, wo man einen großen Theil derreizenden schwabischen Gegend, das Rieß benannt, Ragus Retine, Rmtin, über-schauen kann. Durch die neuesten Säkularisationen ist das Kloster dem Fürsten-haus Öttingen-Wallerstein zugefallen, als Entschädigung verlorener Besitzungenam linken Rheinufer (Grasschaft Dachstuhl), worauf die vom verstorbenen Für-sten Kraft Ernst angelegte Bibliothek (70 80,000 Bande) dahin gedrachtworden, welche besonders reich an Sammlungen der Kirchenväter, an Flugschrif-ten aus den Zeiten der Reformation und des dreißigjährigen Kriegs und an Wer-ken der englischen und französischen Schöngeister in den kostbarsten Ausgaben ist.Daher hat auch der historische Verein des Nezatkreifes sich dieses Kloster mit zu sei-nen Versammlungsorten ausersehen. Fremde, welche diese Bibliothek und alteGemälde dort zu setzen wünschen, thun jedoch wohl, wegen eingetretener Änderungin der Vibliotheksverwaltung, sich vorher in Wallerstein anzumelden, wo auch einNibelungencodex mit mehren andern Manuskripten und eine kostbare Kupserstich-sammlung aufbewahrt wird. Auffallend ist, daß dieses Kloster Deggingen seit sei-ner Entstehung im 8. Jahrhundert bis auf die neueste Zeit der Welt doch nichteinen einzigen merkwürdigen oder als Gelehrten berühmten Mann gestellt hat.Das Leben war gar zu schön für die Augen und den Magen, unter den schattigenUlmen und Buchen zu mild, um nicht zu finden, daß alles andere Wissen nurThor-heit sei. Dieser Ort ist auch neben dem nächstanliegenden Ort Balzkeim gewis-sermaßen die Heimat des in letzterm Ort geborenen Archivars K. H, von Lang, dessenVater, Konstantin Lang, dem Ernesti in Leipzig eine eigne Lobrede gewidmer, 1770als protestantischer Pfarrer zu MönchS-Deggingen verstorben ist. Eine Stunde wei-ter liegt der Ort Altheim, Hohenaltheim, fürstlich wallersteinisches Lustschloß. in des-sen altem Tempel u<1 8t. ^vemuem öaptistum 916 das (ioucilium ^Ittzvim'-iisegehalten worden. (85)

Mond nachneuernBeobachtungen. Wenn es von hohem Interesse,iß,die Oberflächen der zu unsermSonnensystem gehörenden Welten zu untersuchen, sobietet doch vorzugsweise der treue Begleiter der Erde, der Mond, hierzu günstige Ge-legenheit dar, da sein Abstand von uns nur 48 55,000 geographische Meilen be-trägt und seine Atmosphäre ausgezeichnet fein und stets rein ist. Schon mit bloßemAuge erkennen wir auf demMonde helle und dunkle Theile. Durch Fernröhre sehenwir aber Hochländer und Niederungen, Berge und Gruben, Rillen und Einsenkungenin den verschiedensten Gestaltungen, Größen und Verbindungen und in sehr verschie-dener Helligkeit nebeneinander stehen, und bemerken, daß der Mond mir geringenSchwankungen Librationen, die 6 8° nicht übersteigen, uns immereine und dieselbe Seite seiner Kugel zuwendet. Galilei bemerkte schon die Un-gleichheiten auf der Oberfläche des Mondes und schätzte die größten Berge einegeographische Meile in ihrer Höhe. Doch war Hevel in Danzig (geb. am 16.Jan. 1611, gest. an demselben Tage 1687) der Erste, der es unternahm, dieMondgegenden, doch nur nach dem Augenmaße, zu verzeichnen. Er benannte dievorzüglichsten derselben und die in ihnen gelegenen Gebirge und Gruben nach denLändern und Meeren, Inseln und Bergen der Erde. Dabei nahm Hevel an, daßder Mond die größte Ähnlichkeit mit der Erde habe. Alle hellen Theile desselbenhielt er für Berge und Bergketten und alle dunkeln Partien für Meere. Nurwenige Jahre nach Hevel, 165 t, gab Riccioli in Bologna (gest. 1671) in seinem,,Almagest" eine von Grkmaldi gezeichnete Abbildung der Mondfläche heraus,die weit fehlerhafter und viel unbestimmter ausgeführt war als die Hevel'sche.Riccioli verwarf dabei die Benennungen, die Hevel den Mondländern gegebenhatte, und legte diesen die Namen berühmter Mathematiker, Naturforscher undPhilosophen bei. Diese Namen sind nach und nach allgemein angenommen wor-