Möller
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daselbst. Letzteres ist das erste neuere Gebäude der Art, wobei auch für das Äu-ßere die Form der antiken Theater angewandt wurde. Mehre dieser Gebäude sindin seinem Werke: „Entwürfe ausgeführter oder zur Ausführung bestimmter Ge-bäude" (Darmstadt 1825 fg), beschrieben worden Die Betrachtung der Dom-kirchen von Strasburg und Freiburg, die er während seines Aufenthalts zu Karls-ruhe besuchte, veranlaßte ihn zu der Herausgabe der unter dem Titel: „Denk-mäler deutscher Baukunst", seit 1816 in Lieferungen erschienenen Sammlung. Alserläuternder Text gehört zu derselben die Schrift „Über altdeutsche Baukunst"(Darmstadt 1831). Außerdem gab er einzeln heraus: „Die Originalzeichnungdes Doms zu Köln", mit Text, und die zu der oben genannten Sammlung gehö-renden Abbildungen der Kirche zu Marburg, der Domkirche zu Limburg an der Lahnund des Münsters zu Freiburg. M. hat bei aller Anerkennung des Kunstwerthes dersogenannten gothischen Baukunst, doch die Ansicht, daß dieselbe nicht dazu geeig-net sei, wieder allgemein eingeführt zu werden, dagegen glaubt er, daß ihre Con-structionsart, welche irrigerweise zugleich mit der gothischen Baukunst selbst ver-lassen wurde, in technischer Hinsicht die größte Beachtung verdient. Die außer-ordentliche Leichtigkeit und Festigkeit der gothischen Gebäude beruht, seiner Mei-nung nach, auf der Anwendung eines sehr einfachen Princips, welches er das Netz-oder Knotensystem nennt, und dessen Annahme sowol in der Civil-, als in derBrücken- und Schisssbaukunst vom größten Vortheile sein würde. Dieses Pcin-cip ist auch bereits mit glücklichem Erfolge an der Kuppel der katholischen Kircheund am Dach der neuen Kanzlei zu Darmstadt, an der eisernen Kuppel des Doms zuMainz und an dem Dache des Theaters daselbst, wie auch an mehren Brücken undThürmen angewendet worden. M. machte 1827 eine Reise nach Paris und 1830nach London, größtenteils um sich mit den neuen französischen und englischen Con-structionen näher bekannt zu machen, wodurch er die Uberzeugung erhielt, daß indiesen Ländern jenes System noch nicht angewendet wird, und dies bestimmteihn, seine Ansichten über dasselbe bekannt zu machen. Zum Theil ist diesesbereits in dem Texte zum Münster von Freiburg und in den ersten Heften dervon ihm herausgegebenen „Beiträge zur Constructionslehre" geschehen. In derFortsetzung dieses Werkes beabsichtigt er eine Vergleichung der bisher üblichenConstructionsweise mit dieser ältern zu geben und ihre Anwendung auf die wich-tigsten Arten von Gebäuden, wie z. B. sehr große Dächer, Brücken, ausführlichzu zeigen.
Möller (Jens), Professor der Theologie zu Kopenhagen, geboren 1779,studirte in seiner Vaterstadt dieTheologie und vollendete !800 mit besonderer Aus-zeichnung den akademischen Cursus. Er gewann 1802 den von der Universitätausgesetzten Preis für die Beantwortung einer philosophischen Aufgabe. Nachdemer einige Zeit als Adjunct an der gelehrten Schule in Slagelse angestellt gewesen,wurde er 1808 außerordentlicher Professor der Theologie an der Universität zuKopenhagen. In der von ihm herausgegebenen „Theologisk Bibliothek" gehörtdie Mehrzahl der Aufsätze ihm selbst. In den Iahren 1828 — 29 gab er, mitdem Bischof in Lolland Dr. R. Möller, eine nach dem Grundtexte neu bearbeiteteUbersetzung der poetischen und prophetischen Bücher des Alten Testaments heraus,mit Anmerkungen und Erläuterungen versehen. Die sehr gelungene Übersetzungder poetischen Bücher ist von ihm. Als Secretair für die auswärtige Correspon-denz der dänischen Bibelgesellschaft, und als Redacteur, zum Theil auch Verfasser,der monatlichen und jährlichen Berichte derselben, hat er eine ausgezeichnete Thä»tigkeit bewiesen. Die erste Folge der inhaltsreichen „Theologisk Bibliothek"(1811 — 20) besteht aus 20 Bänden, die neue aus ebenso vielen, und siewird in einer dritten Reihe fortgesetzt. Auch im Auslände ist M. als gelehrterTheolog vortheilhast bekannt; um die Geschichte des Vaterlandes und dessen Lite-