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Dritter Band (1833) M bis R
Entstehung
Seite
149
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Mole 149

Mittelalter, dessen Fortsetzung jedoch nicht erschien. Seine Reise durch einige dä-nische Provinzen und die Merkwürdigkeiten, Naturschönheiten und alterthümli-chen Denkmaler derselben hat er 1811 in einer Schrift: „Ungdomsvandringer imit Fädreland" (Iugendwanderungen in meinem Vaterlande), wozu 1815 einzweiter Theil kam, anziehend beschrieben. M. bereifte 1812 Schweden, 1819

— 20 Deutschland, Frankreich, England und Italien und gab über diese Reisenzwei Schriften heraus, die eine über Schweden 1814 —17, die andere über diegrößere Reise 1821. Seine Arbeiten für die Muttersprache sing er sehr früh an,indem er schon 1806 in der Redaction des von der danischen Gesellschaft der Wis-senschaften herausgegebenen, aus mehren Bänden bestehenden Wörterbuchs Theilnahm, einige Buchstaben für dasselbe bearbeitete und selbst ein orthographischesHandwörterbuch nebst einer Rechcschreibungslehre 1813 herausgab. Zu derselbenZeit schrieb er über das Vedürfniß einer umfassenden Sammlung der reichen däni-schen Volksmundarten, von welchen man bisher nur kleine Wörterverzeichnisse auseinzelnen Provinzen besaß, und veranlaßte, daß seine eignen, bisher ungedrucktenSammlungen mit vielen andern aus den verschiedenen Landschaften vermehrt wur-den. Diese reichen Materialien setzten ihn in Stand, ein dänisches Dialektlexikonzu bearbeiten, das bereits angekündigt ist. Er hat indeß 1833 ein neues vollstän-diges dänisches Wörterbuch mit Erklärungen der Wörter in zwei Theilen heraus-gegeben und mit Einleitungen über linguistische Gegenstände versehen, eine Fruchtvieliahriger Forschung. In den Jahren 1825 — 28 wurden drei der ältestendänischen Sprachdenkmale mit einleitenden Vorreden, Anmerkungen und Glossa-rien von ihm herausgegeben („Den danske Riimkrönike" — Die dänische Reim-chronik — aus den 15.; „Henrich Harpestrengs danske Lägebog" — Dänisches Arz-neibuch — aus dem 13., und die ersten 8 Bücher des Alten Testaments in einer dä-nischen Übersetzung der Vulgata, aus dem 15. Jahrhundert; die beioen letzten ausalten Handschristen in der königlichen Bibliothek). Neben diesen Hauptarbeitenschrieb er mehre Kritiken und theils historische, theils ästhetische und literarischeAbhandlungen, gab 1830 — 32 eine Anthologie der neuern dänischen poetischenLiteratur, mit Biographien und Charakteristiken der Dichter, heraus, ließ 1831seine Vorlesungen über die Geschichte der wissenschaftlichen Cultur und der Litera-tur der alten Welt, besonders des Orients, drucken und begann 1832 die Her-ausgabe einer Reihe von Vorlesungen über die neuere dänische Poesie. Als eifri-ger Bibliothekar hat er in einer Schrift: „Über öffentliche Bibliotheken, Biblio-thekare und was man Bibliothekwissenschaft genannt hat" (1829, deutsch vonRacjen, Leipzig 1833), diese Gegenstände gründlich und umfassend behandelt, auchzur Geschichte der wichtigen Bibliothek, bei welcher er als zweiter Beamter angestelltist, mehre schätzbare Beiträge in Zeitschriften geliefert. Er gab in den Jahren 1814

— 17 die Monatsschrift „Athene" heraus und sing 1827 eine „Nordische Zeitschriftfür Geschichte, Literatur und Kunst" an („Nordisk Tidsskrift ic."), wovon bis jetzt16 Hefte erschienen sind. Beide Zeitschriften enthalten Abhandlungen von ver-schiedenen Verfassern; mehre Aussätze aber sind von ihm selbst. (4)

Mole (Louis Mathieu, Graf), Pair von Frankreich, Sohn des 1794unter der Guillotine gefallenen Präsidenten Mole de Ehamplatreux, ward 1780geboren, erhielt 1806 die Stelle eines Auditors beim Staatsrathe, wurde dannNaitre lies reczuetes, war einer der Commissairs, die man beauftragte, den Zustandder Juden in Frankreich zu untersuchen, und stattete hierüber einen Bericht ab,welchem die besondere Zufriedenheit Napoleon's zu Theil ward. Er kam 1808 alSPrafect nach Dijon, ein Jahr später als Staatsrath nach Paris zurück und wurde1809 Generaldirector der Brücken und Landstraßen. Napoleon ernannte ihn1813 zum Jnterimminister der Justiz und nach der Abdankung deS Herzogs vonMassa zum Siegelbewahrer, in welcher Eigenschaft er im März 1814 Marie