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Dritter Band (1833) M bis R
Entstehung
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Mohnike

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oft entstehen, deren Sinn und Bestrebungen ein Zusammenwirken erwarten ließen,darf den negativ wohlthätigen Einfluß der Gesellschaft nicht verkennen. Lacherlichunwahr sind zwei Vorwürfe, von Ununterrichteten oder Böswilligen verbreitet:schwelgender Gelage und gegenseitiger Lobhudelei; denn bei Jenen herrschte nord-deutsche Frugalität im äußersten Maße, und zu Dieser, wenn dazu je Neigung inVerlin herrschte, nahm das Grundgesetz jeden Anlaß. Aber indem der Gesellschaftalle positive Thätigkeit abging, vertrug es sich wenig mit ihrem Wesen, wenn inöffentlichen Blattern über sie als literarische Corporation gesprochen wurde. Unbe-dachte Berichte über einige Festlichkeiten reizten die Satire und Verursachren eineÖffentlichkeit, welche der amtlichen und persönlichen Stellung vieler Mitgliederentgegen war. Über die Versuche, deshalb durch eine gewaltsame Censurgesetzge-bung der Gesellschaft nachtraglich den Privatcharakter aufzudrücken, entstandeine Spaltung und partiell formale Auflösung. Die sogenannte republikanischeMittwochsgesellschaft (weil sie die innere Censuc nicht dulden wollte), wiewol höchstloyale Namen sich darunter finden, dauert eis jure fort; die andere, mehr aus al-lem Mitgliedern bestehend und zahlreicher, blüht als literarische Privatgesellschaftmit dem Willen, alle Öffentlichkeit zu vermeiden. Aus ihr erwuchs aber die berli-ner Gesellschaft für auswärtige Literatur, welche durch Dedicirung mehrer Schrif-ten, z. B. des Engländers CarliSle über Schiller u. f. w., auch durch publicirteZuschriften ihres Protectocs Goethe, wieder öffentlich bekannt geworden ist. DieMittwochsgesellschaft ist nicht mit einer ältern von Feßler in Berlin im Sinneseiner freimaurerischen Richtung gegen Anfang dieses Jahrhunderts gestiftetenMittwochsgesellschaft zu verwechseln. (9)

Mohnike (Gottlieb Christian Friedrich), Confistorial- und Schulrath,Oberpfarrer zu Stralsund, wurde am 6. Jan. 1781 zu Grimmen in Neuvor-pommern geboren. Auf dem Gymnasium zu Stralsund vorbereitet, ging er 1799nach Greifswald und 1801 nach Jena, um sich der Theologie zu widmen Nachvollendeten Studien lebte er von 1803 —10 als Hauslehrer au^ der Insel Rügenund wurde darauf als Conrector an der Stadtschule zu Greifswald angestellt, derenRectorat er seit 1811 mit verwaltete. Er ward aber schon 1813 Pastor an der Ja-cobikirche und zugleich Assessor im Stadtconsi'storium zu Stralsund, erhielt 1818 beider Organisirung der 1815 an Preußen abgetretenen Provinz die Verwaltung dergeistlichen und Schulangelegenheiten und wurde 1819 zum Confistorial- und Schul-rath bei der Regierung von Neuvorpommern und Rügen ernannt. In diesemAmte ist er zugleich königlicher Commissair bei der Prüfungscommission für dievon dem Gymnasium zur Universität abgehenden Schüler, bei dem Schul-lehrerseminarium zu Greisswald und zugleich bei einigen andern Prüfungsbe-hördcn. Eine gefährliche Krankheit, die ihn 1825 befiel, hielt ihn zwei Jahrehindurch von allen Amtsgeschäften entfernt, und er ward 1827 durch königlicheUnterstützung in Stand gesetzt, zur Wiederherstellung seiner Gesundheit eine Reisedurch Schlesien, Böhmen, Baiern, Franken und Sachsen zu machen. In derZeit seiner Genesung ward er durch den schwedischen Generalconsul von Lundbladzu Greifswald mit einigen Reden und Dichtungen des schwedischen DichtersTegner bekannt, und dieser zufallige Umstand gab Veranlassung zu seinem Stu-dium der skandinavischen Literatur. Er erlernte zuerst die schwedische, später auchdie danische und isländische Sprache, und eine Reise durch das südliche Schwedenund nach Seeland, die er im Herbst 1829 machte, befreundete ihn noch näher mitder Literatur des Nordens und mit mehren ausgezeichneten skandinavischen Ge-lehrten. Unter seinen zahlreichen Schriften war eine seiner ersten die „Geschichteder Literatur der Griechen und Römer" (1. Bd., Greifswald 1813), die aberdurch den Einfluß äußerer Umstände bis jetzt unvollendet geblieben ist. „UlrichHutten's Jugendleben, nebst Geschichte und Beschreibung der Urschrift der Kis-

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