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Dritter Band (1833) M bis R
Entstehung
Seite
142
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142 Missionen

ersten Stücke einer otahitischen Zeitschrift gedruckt. Die Thatigkeit der Drucker-pressen, die sich in mehren Missionsplätzen der Südseeinseln befinden, steigt mirjedem Jahre. Die Buchdrucker sind Eingeborene, welche den mechanischen Theilder Arbeit leicht erlernt haben. Die gesellschaftlichen Verhaltnisse auf Otahiti sinddurch ein neues Gesetzbuch geordnet, das Pomare gab, und als nach seinem Todesein unmündiger Sohn anerkannt war, wurde unter dem Einflüsse der Missionaredie monarchische Gewalt durch eine, aus den Abgeordneten der Bezirke gebildete,jahrlich berufene Versammlung beschrankt.

Schneller als auf Otahiti sind seit einem Jahrzehend Christenthum und Ge-sittung auf den von der Natur reicher begabten Sandwichinseln gediehen. Englischeund amerikanische Ansiedler hatten sich schon früh des Handels wegen auf diesenInseln, besonders in Honoruru, dem Haupthafen, niedergelassen, aber mit einigenKünsten des civilisirten Lebens den Eingeborenen auch fremde Laster mitgebrachtund sie hart und ungerecht behandelt, wo sie die Starkern waren. Der katholischeKaplan der französischen Corvette Urania unter Freycinet taufte 1819 mehre Ein-geborene ohne alle vorgangige Belehrung, aber wie Arago sagt, gingen sie mit ei-nem Paß ins Paradies wieder heim, ihren Götzen zu opfern. Im Apr. 1820kamen mehre Glaubensboten von der kirchlichen Partei der Congregationalistenaus den Vereinigten Staaten auf Hawaii oder Owhyhee, der größten Insel, an,wo der König Rihoriho sie wohlwollend aufnahm, und vertheilten sich auf den übri-gen Eilanden. Sie arbeiteten seitdem mit großem Eifer an der geistigen, sittlichenund religiösen Bildung des Volkes, eröffneten Schulen und Bethauser, legten eineDruckerpresse an und druckten Bücher in der Hawaiisprache. Es war ein günstigerUmstand für die junge Anstalt, daß Ellis 1822 nach Hawaii kam, wo er den Mis-sionaren wesentliche Dienste leistete, indem er sie mit seinen Erfahrungen, seinerSprachkunde bei der Erlernung der mit dem Otahitischen nahe verwandten Ha-waiisprache unterstützte. Von dem Häuptlingen begünstigt, haben die Missionareseitdem auch hier an der Gründung eines gesitteten Zustands gearbeitet unbbngroße Empfänglichkeit des Volkes erleichterte ihre Bemühungen. Die neuestenBerichte beweisen die wohlthatigs Wirksamkeit der Missionen auf diesen Inseln,wenn sie uns sagen, daß bis zum Jan. 1832 bereits 999 Schulen angelegt waren,welche 59,999 Zöglinge, ein Drittheil der gesammten Bevölkerung, zählten.

Von den beiden Mittelpunkten christlicher Bildung, Otahiti und Hawaii, ver-breitete sich seitdem die Gesittung in andere Gegenden Polynesiens, und bereits hatauf dem Harvey-, Fidschi-, Schiffer- und Marquesasinseln das Christenthum Bodengewonnen; auf den Freundschaftsinseln haben der König und das Volk den Götzen-dienst verworfen und das Verlangen nach Unterricht ist allgemein; auch aufNeusee-land sind Missionare an den Küsten und im Binnenlande thätig. Die Männer, diesich diesem Werke mit so viel Much und Selbstverleugnung geweiht haben, verkennenin ihren Berichten selber nicht, daß es nur erst begonnen hat. Sie sagen uns, daß aufden Gesellschaftsinseln die Trägheit des Volkes und die Macht alter Gewohnheit, aufden Sandwichinseln, die am Wege des Handelsverkehrs liegen, das böse Beispieleuropaischer Seefahrer ihren Bemühungen entgegenwirken; blickt man aber ausden frühern Zustand dieser Inseln, wie ihn seit Cook die Reisenden geschildert ha-ben, so läßt sich die Thatsache nicht ableugnen, daß das Christenthum Gesittungmitgebracht hat, und die Hoffnung ist begründet, daß die Saat nicht untergehenwerde. Seit einigen Jahren sind indeß ungünstige Berichte über den gesellschaft-lichen Zustand der Societäts- und Sandwichinseln durch europäische Reisende ver-breitet worden; man hat behauptet, daß der Charakter der Bewohner seil der Ein-führung des Christenthums sich verschlimmert habe, und die englischen und amerika-nischen Missionare verkehrter Bestrebungen und ehrgeiziger Entwürfe beschuldigt.Diese Anklagen haben besonders Otto von Kotzebue in seiner „Neuen Reise um die